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UPSo sieht eine Ausbildung als Einzelhandelskaufmann aus

Gut ausgebildet ins Leben

Berufsstart als Auszubildende im Fach Einzelhandelskaufmann, bzw. -kauffrau im E-Center Popp in der Nürnberger Straße (v.l.): Vanessa Wagner, Paul Weidenhammer und Sophie Stralla. Berufsstart als Auszubildende im Fach Einzelhandelskaufmann, bzw. -kauffrau im E-Center Popp in der Nürnberger Straße (v.l.): Vanessa Wagner, Paul Weidenhammer und Sophie Stralla. Uta Böttcher

Ausbildungsberufe sind bei Jugendlichen wieder im Kommen. Man steht schnell im Leben, übernimmt früh Verantwortung und dem Tüchtigen stehen zahlreiche Karrieremöglichkeiten offen. UP Magazin sprach mit Stefan Popp vom E-Center Popp darüber, wie eine moderne Ausbildung heutzutage konkret abläuft.

Zuerst geht es ins Obst und Gemüse, besser gesagt in die Frischeabteilung. Dann folgt Mopro. Für Nichtfachleute: die Abteilung Molkereiprodukte. Alles für jeweils drei bis vier Monate. So beginnt beispielsweise das Berufsleben, wenn man sich für eine Ausbildung als Einzelhandelskaufmann oder –kauffrau im E-Center Popp entschieden hat.

Zunehmend gewinnen Ausbildungsberufe wieder an Boden, nachdem über Jahre hinweg – politisch gewollt – es zum guten Ton gehörte, dass Eltern ihre Sprösslinge ohne Rücksicht auf deren Talente und Vorlieben auf Gymnasium und Uni schickten. Inzwischen erkennen immer mehr Eltern, aber auch Jugendliche selbst, dass eine solide und gute Ausbildung nicht nur einen guten Start ins Leben, sondern auch die perfekte Basis für eine erfolgreiche Karriere bildet.

UP Magazin sprach mit Stefan Popp, Eigentümer und Leiter des E-Centers Popp in der Nürnberger Straße, wie eine Ausbildung in seinem Markt heute konkret aussieht. Eine Besonderheit ist dort, dass die dreijährige Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann quasi in zwei Abschnitten abläuft. Zunächst wird die Ausbildung zum Verkäufer absolviert, die zwei Jahre dauert. Ist die Note danach besser als 2,5 und hat man fachlich einen guten Eindruck hinterlassen, bekommt man automatisch die Möglichkeit, das dritte Ausbildungsjahr zum Einzelhandelskaufmann anzuhängen.

Das bedeutet einen großen Vorteil für beide Seiten. Stellt der Auszubildende fest, dass er den falschen Weg eingeschlagen hat, kann er dennoch eine abgeschlossene Ausbildung vorweisen. Und der Marktleiter kann erkennen, ob der Auszubildende für den Beruf geeignet ist. Und: Weil die Prüfung zum Verkäufer identisch ist mit der Zwischenprüfung zum Einzelhandelskaufmann, kennt der Auszubildende bei der Abschlussprüfung nach dem dritten Lehrjahr bereits die Abläufe, zum Beispiel, dass ihm in der mündlichen Prüfung drei Prüfer gegenüber sitzen. Stefan Popp ist selbst im Prüfungsausschuss der IHK und weiß, dass die Nervosität manchmal im Wege steht. „ Manche Azubis sind so aufgeregt, dass sie kein Wort herausbekommen – obwohl sie alles wissen.“

Beginnt ein Auszubildender im E-Center Popp, muss er alle Abteilungen durchlaufen. Zunächst einmal lernt er die Strukturen des Marktes kennen, dann macht er sich mit dem Sortiment vertraut. Später folgen die ersten kleineren Aufgaben wie die Kontrolle, ob Produkte aus dem Mindesthaltbarkeitsdatum herausgefallen sind. Die müssen dann reduziert oder entfernt und aus der Warenwirtschaft ausgebucht werden.

Ab Ende des zweiten Ausbildungsjahres bekommt der Auszubildende weitere Verantwortung übertragen. Er darf Bestellungen ausführen und beispielsweise neue Ware für die Obst- und Gemüseabteilung einkaufen. Er lernt mit Verantwortung umzugehen und wird am Anfang dabei begleitet. Und: „Wenn es mal schiefläuft, ist es eben schiefgelaufen. Wir reißen keinem den Kopf ab“, beruhigt Stefan Popp.

„Schlecht ist es“, so Stefan Popp, „wenn der Auszubildende wenig Interesse zeigt und wir merken, dass er eigentlich gar nicht will und nicht mitzieht.“ Dann ist die Übernahme in Gefahr, was bisher lediglich nur zweimal der Fall war. Ansonsten kann der Auszubildende davon ausgehen, dass er nach seiner Lehrzeit – wenn er will – auch weiter im E-Center Popp arbeiten kann. Weil er die Auszubildenden später in den Markt integrieren will, hat Stefan Popp auch ihre Zahl begrenzt. In der Regel ist dies einer pro Ausbildungsjahr, also drei Auszubildende gleichzeitig.

Im dritten Jahr kristallisiert sich meist heraus, in welcher Abteilung der Auszubildende vielleicht später gerne arbeiten möchte. Einem jungen Mann hat seine Zeit in der Metzgerei so gut gefallen, dass er nach erfolgreichem Abschluss derzeit in der Metzgerei tätig ist.

Eine junge Dame, die wegen ihrer Schulausbildung eine auf zwei Jahre verkürzte Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau im E-Center Popp absolvierte, macht im Mai ihren Handelsfachwirt. Handelsfachwirt ist eine Zusatzausbildung, bei der die Themen Betriebswirtschaft und Buchhaltung vertieft werden.

Dank vielfältiger Ausbildungen und Zusatzausbildungen sind der Karriere und den Talenten keine Grenzen gesetzt. Stefan Popp bietet in seinem E-Center die Ausbildungen zum Verkäufer, Einzelhandelskaufmann, Fleischfachverkäufer und Fleischer an. Außerdem bildet er zum Frischespezialisten aus.

Ausgebildet wird – bei tariflicher Vergütung – nach den IHK-Richtlinien. Eine Besonderheit ist freilich der ergänzende interne Edeka-Ausbildungsplan und die alle vier Wochen stattfindenden Seminare bei Edeka. Bei diesen Tagesseminaren lernen die Auszubildenden bestimmte Themen kennen, zum Beispiel alles über Kaffee: Wo kommt er her, wie wird er geröstet?

Doch damit nicht genug: Edeka lobt jährlich den MegaAzubi aus. Im Internet können sich die Auszubildenden in ihren Kenntnissen messen. Die besten aus den jeweiligen Edeka Regionen dürfen zur Jahreshauptversammlung. Dort wird im Live-Contest der MegaAzubi ermittelt – mit Preisen für die besten drei. „Das ist ein großer Ansporn für unsere Auszubildenden“, weiß Stefan Popp. „Und sie lernen jede Menge zum Thema Ware.“

Außerdem steht den Auszubildenden eine Wissensplattform online zur Verfügung. Dies ist eine Art Vorabschulung mit einem Fragebogen am Ende, den die Auszubildenden ausfüllen müssen,  beispielsweise zum Thema Infektionsschutz. Die meisten nutzen dies am heimischen PC, dürfen es aber auch während der Arbeitszeit im Markt. Sogar Zertifikate können die Auszubildenden online absolvieren, wie das zur Hygieneschulung.

„Bis jetzt haben wir jeden Auszubildenden übernommen, der fachlich geeignet war“, betont Stefan Popp. Gerne nehmen die Auszubildenden nach erfolgreichem Abschluss auch die Möglichkeit wahr, am Juniorenaufstiegsprogramm teilzunehmen, das sie dann in der Regel in einem anderen Edeka-Markt absolvieren, um dort die Abläufe kennenzulernen.

Wer Mitglied der großen Familie im E-Center Popp werden möchte, kann gerne mit Stefan Popp Kontakt aufnehmen, E-Mail: edeka.popp@yahoo.de.

 

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