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UPLiefen trotz Corona: Die Musikkurse von Wolfgang Salomon im Freien

Ein Himmel voller Ukelelen

Wolfgang Salomon beim Ukelele-Kurs auf der Bastion neben der Würzburger Umweltstation. Wolfgang Salomon beim Ukelele-Kurs auf der Bastion neben der Würzburger Umweltstation. Elisabeth Stein-Salomon

Zu den Branchen, die besonders hart von den Corona-Maßnahmen betroffen waren, zählt der Bereich Kunst und Kultur. Spielstätten waren geschlossen, Künstlern fehlten die Auftrittsmöglichkeiten. UP Magazin sprach mit dem Würzburger Musiker Wolfgang Salomon über das Leben als Künstler während Corona.

Die Corona-Maßnahmen der vergangenen eineinhalb Jahre, wie Lockdowns oder Kontaktbeschränkungen, trafen vor allem den kulturellen Bereich sehr. Künstler konnten nicht mehr auftreten, Spielstätten waren geschlossen. UP Magazin sprach mit Wolfgang Salomon über das Leben eines Künstlers in den Zeiten von Corona.

„Für viele Kollegen waren die letzten eineinhalb Jahre richtig schlecht. Manche gingen sogar pleite, andere schulten um. Auch bei mir war die Corona-Zeit finanziell eine Katastrophe“, resümiert Wolfgang Salomon.

„Ich will aber nicht jammern, gottseidank hatte ich ein paar Jobs. So habe ich beispielsweise literarische Aufnahmen für Audio Books gemacht. Der Aufwand war dabei natürlich größer als zu normalen Zeiten: Man musste die besonderen Hygienemaßnahmen beachten. Das Mikrofon musste andauernd wieder desinfiziert werden.“

Die notgedrungen freie Zeit nutzte der Musiker, der einst bei der Würzburger Kult-Gruppe Munju den Bass spielte, und der sich als dienstältestes Mitglied des Theaters am Neunerplatz bezeichnet, aber vor allem um zu komponieren und zu schreiben. „Ich habe ein neues Kindertheaterstück angefangen. Das ist zwar noch nicht fertig, aber ich habe bereits den Anfang und den Schluss — was für mich immer das Wichtigste ist.“

Eines fehlt ihm allerdings dabei: Der Input und die Resonanz der Kinder und Jugendlichen — so wie früher, als er im Theater am Neunerplatz noch den Kinder- und Jugendclub veranstaltete. Mit acht bis zehn Kindern im Club spielte man kleine Theaterszenen oder las einfach etwas.

„Wir haben sogar nur das Telefonbuch oder einen Beipackzettel gelesen. Manchmal hat eines der Kinder beispielsweise aus Wilhelm Busch zitiert und die anderen haben die Zeichnungen daraus nachgestellt.“ Bei den Szenen führten die Kids selber Regie. Das heißt, sie mussten zum Beispiel genau darauf achten, dass die Zeichnungen auch richtig nachgeahmt wurden.
Kurz vor Corona hatte Wolfgang Salomon mit dem Club eine Pause eingelegt und an eine Fortsetzung ist im Moment überhaupt nicht zu denken.

„Derzeit ist so etwas wie der Kinder- und Jugendclub wegen Corona gar nicht mehr darstellbar. Bevor es weiter gehen könnte, müsste zunächst erstmal in den Schulen alles wieder in geregelten Bahnen laufen.“

Besonderen Spaß bereiten dem Würzburger Musik-Urgestein freilich seine Ukelele-Kurse, die er während der Veranstaltungsreihe „Kultur aus dem Hut“ für Groß und Klein anbietet — und die auch während der Corona-Zeiten stattfanden. Die Kurse sind Teil des Programms für die Daheimgebliebenen und finden immer im August und September im Freien, nämlich auf der Bastion neben der Umweltstation, statt.
 
Gab es im vergangenen Jahr nur einen Kurs, hatte Wolfgang Salomon heuer gleich zwei Kurse im Programm: einen für Anfänger und einen „für ältere Neuanfänger.“ Dies war nötig, weil die Kenntnisse und Fähigkeiten inzwischen stark auseinander gehen: „Es ist gut, wenn die Teilnehmer etwa dasselbe Level haben. Grundvoraussetzung für alle ist aber, dass sie mit einer gestimmten Ukelele in den Kurs kommen, damit wir auch gleich anfangen können.“

Eine Dreiviertelstunde dauert jede Kurseinheit. Dann spielt man Kinderlieder oder Gstanzln. Die Fortgeschrittenen wagen sich an eigene Songs und lernen auch schon spezielle Zupftechniken.

„Die Ukelele-Kurse sind das, was man in Corona-Zeiten gerade noch machen kann. Auf jeden Fall sind alle immer eifrig dabei und machen sich sozusagen ihr Festival selber.“

 

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