UP Magazin

UPLiterarischer Herbst der Stadtbücherei

Eine Mango für Mao

Gianna Molinari Gianna Molinari Christoph Oeschger

Sechs Autorinnen und Autoren sind diesmal beim „Literarischen Herbst“ der Stadtbücherei zu Gast, dazu die Würzburger Lesebühne mit Großraumdichten und Kleinstadtgeschichten.

Der Herbst ist genau die richtige Jahreszeit, um abends ein gutes Buch in die Hand zu nehmen. Lassen Sie sich von den Lesungen im „Literarischen Herbst“ der Stadtbücherei inspirieren.

Donnerstag, 27.September
Karen Duve: Fräulein
Nettes kurzer Sommer
Fräulein Nette ist eine Nervensäge, dreiundzwanzig Jahre alt, heftig, störrisch und vorlaut. Sie ist das schwarze Schaf, das nicht in die Herde ihrer adligen Verwandten passen will. Während ihre Tanten brav am Kamin sitzen und sticken, zieht sie mit dem Berghammer in die Mergelgruben, um nach Mineralien zu suchen. Wenn die Künstlerfreunde ihres Onkels über Kunst und Politik sprechen, mischt sie sich ein. Die Männer fürchten sich vor ihrer spitzen Zunge und ihrem scharfen Verstand. Ihr Name ist Annette von Droste-Hülshoff, ein Enfant Terrible in einer Welt des Umbruchs.
 
Dienstag, 2. Oktober
Hanns-Josef Ortheil: Reisen, Treiben, Bleiben, Schreiben
Entlang so zentraler Stichworte wie „Reisen, Treiben, Bleiben, Schreiben“ erzählt Hanns-Josef Ortheil die Entstehungsgeschichte seiner zuletzt erschienenen Bücher „Der Typ ist da“ und „Was ich liebe und was nicht“. Vertieft werden seine kuriosen und überraschenden Erzählungen aus dem Stegreif durch Kurzlesungen aus diesen Werken. Die exklusive Textprobe aus dem im November 2018 erscheinenden, Buch „Die Mittelmeerreise“ bildet den Höhepunkt des Abends. Eine Lesung als kleine Führung durch eine Schriftstellerwerkstatt und die Besonderheiten ihrer Praxis
 
Dienstag, 16. Oktober
Kirsten Fuchs: Signalstörung
Da spielen ein Junge und ein Mädchen Fußball auf den Färöer Inseln und merken fast gar nicht, wie sie sich ineinander verlieben. Ein Vater bekommt einen Herzinfarkt, während seine Tochter versucht, auf dem Balkon eine Spinne zu retten. Ein Typ wacht mit seinem Fahrradschloss um die Hüfte auf, reimt sich die letzte Nacht zusammen und ist für immer von Kneipen kuriert. Kirsten Fuchs erzählt in ihrem ganz eigenen Ton von unserer Gegenwart und erfasst wie nebenher das Wesentliche, was einem so im Leben geschehen kann. Es geht um die Liebe, um Abschiede, um Berlin und um die ganze Welt, die Sauperle, die uns irgendwer vor die Füße geworfen hat.  

Mittwoch, 7. November
Wei Zhang: Eine Mango für Mao    
China 1968. Kulturrevolution. Das Leben ist geprägt von materiellem Mangel und extremer Politisierung. Das Mädchen Yingying ist fünf und lebt mit ihren Eltern in einer kleinen Wohnung auf dem Areal ihrer Schule. Hier spielt sich ihr ganzes Leben ab: rivalisierende Cliquen in der Nachbarschaft, regimekritische Lehrer, der Tod des Onkels, die Mango als Kultobjekt und eine erste Liebe. Wei Zhang schaut mit den Augen eines Kindes auf den chinesischen Alltag während der Kulturrevolution. „Eine Mango für Mao“ ist eine zeitlose, kritische und persönliche Betrachtung über die Menschlichkeit in totalitären Systemen.
 
Mittwoch, 14. November
Michael Kleeberg:
Der Idiot des 21. Jahrhunderts
Themen. Orient und Okzident, Einwanderer, Auswanderer, Aussteiger, Islam, Christentum, Kapitalismus und die Suche nach dem Glück. Geschichten und Schicksale in einer globalisierten Welt. Ein Kreis von Freunden versucht Utopien eines anderen Zusammenlebens zu verwirklichen. Der Freundeskreis: Hermann, Lehrer in Frankfurt. Maryam, iranische Sängerin, die auswandern musste. Younes, libanesischer Pastor. Zygmunt, polnischer Handwerker. Bernhard, Ex-Sponti. Ulla, seine Frau und Kadmos, arabischer Lyriker.

Donnerstag, 29. November
Gianna Molinari: Hier ist noch alles möglich
Die namenlose Protagonistin tritt eine Stelle als Nachtwächterin in einer Verpackungsfabrik an, die kurz vor der Schließung steht. Als ein Wolf auf dem Gelände vermutet wird, folgt sie seiner Spur. Abend für Abend schaut sie auf die Bilder der Überwachungskamera. Nichts regt sich. Gibt es ihn tatsächlich? Die Nachtwächterin beginnt ihr Umfeld zu erkunden, die anfängliche Gleichförmigkeit der Tage schwindet, wie auch die Gewissheiten. Denn da wo nichts geschieht, ist noch alles möglich. Die Suche nach Zugehörigkeit wird Teil der Geschichte.

Dienstag, 20. November
Großraumdichten & Kleinstadtgeschichten
Großraumdichten & Kleinstadtgeschichten, das ist Bühnen-Poesie und Neonlyrik, das sind poetische und satirische Kurzgeschichten, Spoken-Word-Texte und erlesene Musik, das ist die Würzburger Lesebühne in der Stadtbücherei. Die Autorinnen Pauline Füg und Ulrike Schäfer, beide Kulturförderpreisträgerinnen der Stadt Würzburg, präsentieren zusammen mit dem Stuttgarter Bühnenpoeten Tobi Heyel ihre neuesten Werke und laden wechselnde Gäste aus der Region und dem gesamten deutschsprachigen Raum ein. Diesmal sind die vielseitige und mehrfach ausgezeichnete Konstanzer Autorin Chris Inken Soppa sowie aus München die preisgekrönten Musiker Philipp Schiepek (Gitarre) und am Schlagzeug Bastian Jütte, der auch als Dozent an der Würzburger Musikhochschule tätig ist, mit an Bord.


Die Veranstaltungen beginnen um 20 Uhr im Lesecafé der Stadtbücherei (Max-Heim-Bücherei). Einlass ab 19.15 Uhr, Eintritt: 10 Euro. Kartenvorverkauf in der Stadtbücherei im Falkenhaus.

 

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