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UPDas Kiliani-Fest musste oft umziehen

Fast 1.000 Jahre alt

Im Jahr 1909 die Attraktion „auf Kiliani“, damals auf dem Sanderrasen: ein Ballon, mit dem man die Domstadt von oben ansehen konnte. Im Jahr 1909 die Attraktion „auf Kiliani“, damals auf dem Sanderrasen: ein Ballon, mit dem man die Domstadt von oben ansehen konnte. Geschichtswerkstatt

85 Jahren begann die Geschichte der Kiliani-Messe. Besonderes Merkmal: jede Menge Umzüge.

Umzüge ist die Kiliani-Messe in ihrer 985 Jahre langen Geschichte gewöhnt – und zwar sind damit nicht (nur) die Festzüge, sondern auch Ortswechsel gemeint. Begonnen hat alles im Jahr 1530, als Kaiser Konrad II. nicht nur einen täglichen Markt (auf der Domstraße), sondern auch eine einwöchige Messe vom 17. bis 24. August in Würzburg erlaubte. Es stellte sich jedoch heraus, dass dieser Termin ungünstig lag.

Der bäuerlichen Bevölkerung, die zu dieser Jahreszeit mitten in der Ernte steckte, gelang es den Termin auf den Tag Kiliani (8. Juli) vorzuziehen. Dies hatte zudem den Vorteil, dass zu dieser Zeit während der Kiliani-Oktav ohnehin viele Besucher in die Stadt kamen, um die Grabstätten der Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan zu besuchen.KILIANI 1934 Lwenbrcke AchterbahnKILIANI 1934 Lwenbrcke Achterbahn

Im Laufe der Jahre, oder besser Jahrhunderte wurde den alteingessenen Geschäften das Treiben auf der Domstraße zu viel und die Messe zog auf den Kürschnerhof und den Oberen Markt um. Als der Kürscherhof geöffnet und die Schönbornstraße zur Prachtstraße erweitert wurde, stellte die Messe ein Verkehrshindernis dar.
Also wieder ein Umzug: Die Verkaufsmesse wurde auf die Untere Juliuspromenade zwischen Alter Kranen und Juliusdenkmal verlegt. Hier verkaufte man Kammgarn und Wachstuch, Bandlkram und Spielzeug.

Die Schaumesse ereilt über die folgende Jahre eine Odyssee: Zunächst ging es auf den Sanderrasen, dann zwischen Löwenbrücke und Wirsbergstraße und nach dem Zweiten Weltkrieg schließlich auf die Talavera, wo sie heute noch ihre Heimat hat.

Die „Häfelesmess“ war zunächst zwischen Pleidenturm und der Alten Mainbrücke am Mainkai angesiedelt. Teller, Töpfe, Tassen und Terrinen wurden angeboten. 1932 mussten die Häfelesfrauen in die Neubaustraße umziehen. Nach dem Zweiten Weltkrieg durften sie dann ihre Stände zunächst auf der Juliuspromenade aufstellen. Heute ist die „Häfelesmess“, also die Kiliani-Verkaufsmesse, am Oberen Markt zuhause.

Wer es genauer wissen will, dem sei die Broschüre „975 Jahre Kiliani-Messe“ ans Herz gelegt, die 2005 vom Freundeskreis Geschichtswerkstatt Würzburg herausgegeben wurde. Das „Lädele“ der Geschichtswerkstatt ist in der Pleicherkirchgasse 16 und montags von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Wir danken der Geschichtswerkstatt, die uns die historischen Fotos für den Kiliani-Rückblick zur Verfügung gestellt hat. ra

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