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Zuhause bei Rodin

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UPGeschäftsführerin Karin Rawe verlässt Mozartfest

Weltschmerz und Märchen

Ostrobothnian Chamber Orchestra Ostrobothnian Chamber Orchestra Ulla Nikula

Überragender Sibelius und gelungene Erstaufführung beim Mozartfest 2017.

Gut, das Ostrobothnian Chamber Orchestra kann Mozart – keine Frage. Aber was machen die mit Sibelius? Wohl keiner der Zuhörer im Kaisersaal dürfte Sibelius je auf diese Weise gehört haben – mit dieser Tiefe, mit diesem Gefühl, und mit diesem Herz.

Freiheit als Essenz von Reife stand als programmatische Überschrift über dem Konzertabend und der Auswahl von Werken von Carl Philipp Emanuel Bach, Mozart und den finnischen Komponisten Sibelius und Rautavaara. Ausführende: das Ostrobothnian Chamber Orchestra unter der Leitung von Sakari Oramo und Alina Pogostkina als Solistin an der Violine.

Für Carl Philip Emanuel Bachs Sinfonie für Streicher und Basso continuo A-Dur Wq. 182/4 bedeute diese Freiheit: Orchesterchef Sakari Oramo und seine Musiker starteten nicht gerade zimperlich in den Abend. Soll heißen: Im ersten Satz „Allegro ma non troppo“ ging es sofort leidenschaftlich zur Sache. Carl Philipp Emanuel Bachs musikalische Vielgestaltigkeit seiner Sinfonie fand sich hier in besten Händen.

Alina Pogostkina. | Foto: Felix BroedeAlina Pogostkina. | Foto: Felix BroedeSelten dürfte sich ein Orchester aber so zuhause gefühlt haben, wie das finnische Ostrobothnian Chamber Orchester bei „ihrem“ Sibelius. „Rakastava op. 14 von Jean Siebelius geriet zu einer zartfühlenden Klangmalerei einer finnischen Landschaft, einer finnischen Seele, die von den Instrumenten ihren direkten Weg in die Herzen der Zuschauer fand.

Wolfgang Amadeus Mozarts Konzert für Violine und Orchester Nr. 4 D-Dur KV 218 und die später folgende Serenade für Streicher Nr. 13 G-Dur KV 525 „Eine kleine Nachtmusik“ wirkten dagegen geradezu verspielt – aber der Reiz dieses Abends lag, wie so oft, in der Vielfalt. Alina Pogostkinas Violinspiel zu beschreiben, heißt sie selbst zu beschreiben: selbstbewusst, temperamentvoll, quirlig. Da ist kein Raum für falsche Süße, für zu viel Verspieltheit. Auch in der Zugabe galt der Heimat: Mit Sibelius Impromptu entführte das Osrobothnian Chamber Orchestra in eine Welt fantastisch herausgearbeiteter Klangfarben. Stehende Ovationen.

Märchenhaft wurde es beim Kammerkonzert von Jörg Widmann, Klarinette, Tabea Zimmermann, Viola und Dénes Várijon, Klavier. Der Einstieg in den Abend: Robert Schumanns „Märchenerzählungen“, op. 132, vom Komponisten angeblich in nur drei Tagen aufs Papier geworfen haben. Komponist und Klarinettist Widmann nimmt mit seiner Eigenkomposition „Es war einmal…“ das Märchenthema auf, noch kompromissloser, noch moderner. In den fünf Stücken „im Märchenton“ entführt das Trio in eine andere Welt: Von irgendwo scheint Kaffeehausmusik zu ertönen, die Klangfetzen lösen sich auf, Harmonien geraten in Bewegung, werden orientalisch. Widmann begibt sich mit seiner Komposition – als deutsche Erstaufführung an diesem Abend im Kaisersaal – auf experimentelles Terrain. Bewundernswert die Akkuratesse und die Harmonie des Trios, das sich genau für diese Komposition gefunden zu haben scheint. Das Publikum belohnte die Erstaufführung mit anhaltendem Beifall.

Eine ausgezeichnete Bilanz kann das Mozartfest für 2017 vorlegen: Mehr als 23.500 Besucher zogen die 60 Veranstaltungen an den 21 Spielorten an. Dies ergibt eine Auslastung von über 94 Prozent – und auch die Karteneinahmen liegen mit 850.000 Euro über dem Soll. Verlassen wird die Geschäftsführerin, Karin Rawe, Deutschlands ältestes Mozartfest: Sie wechselt als Generalsekretärin zum Bayerischen Musikrat nach München. Ab Herbst wird die Geschäftsführung interimistisch von Katharina Strein übernommen.

 

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