UP Magazin

UP33. Jazzfestival der Jazzinitiative Würzburg am 28. und 29. Oktober.

Zappa war interstellar

The BootyJive The BootyJive Jazzinitiative Würzburg

Sechs Autorinnen und Autoren sind diesmal beim „Literarischen Herbst“ der Stadtbücherei zu Gast – und eine Lesung erinnert an Peter Rühmkorf.Erlesen, stimmig und sehr unterhaltsam ist das Programm des 33. Jazzfestivals Würzburg gelungen. Also kein bisschen elitär.

Und auch das „Verkopfte“ sollte man mit dem herbstlichen Jazz aus dem Würzburger Felix-Fechenbach-Haus nicht verbinden. Die veranstaltende Jazzinitiative hat drauf geachtet, „dass die Bands sich nicht nur an Zuhörer wenden, die Noten lesen können“, erklärt Ini-Sprecher Joachim Fildhaut.

Nachdem nun klar ist, was einen auf dem Klangfest nicht erwartet, hier ein paar Hinweise auf das Positive am 28. und 29. Oktober, jeweils ab 19 Uhr: Der Samstag beginnt zum ersten Mal in der Festivalgeschichte mit einer Coverband! Tobias Christls Wildern interpretiert Songs von Simon & Garfunkel, Morten Harket und einigen dazwischen im Kontext von sehr zeitgenössischem Jazz. Gleich als zweite Formation tritt das Projekt Simple Songs auf mit dem internationalen Stargast des Jahres, Steve Swallow. Der Pionier an der Bassgitarre wurde vor allem in Kooperationen mit Carla Bley weltbekannt. Den Abschluss des Abends gestalten sieben schwermetallische Söhne Mannheims. Ihr Black Project eröffnet Klanglandschaften wie Galaxien – u. a. mit so originellen Instrumentierungen wie E-Banjo.

Susanne Alt | Foto: Michel ZoeterSusanne Alt | Foto: Michel ZoeterDas Ini-Festival ist eins zum Anfassen. Nach dem Auftritt können Gäste den Künstlern an der Bar sagen, wie sie’s fanden, oder einfach fragen, wie sie das hingekriegt haben. Umgekehrt staunen die Musiker immer wieder über die interessante und baulich sehr gelungene Fabrik an der Petrinistraße. Demnächst wird der Stil der 80er ja auch architektonisch retro-modern.
Der Löwenanteil der Künstler stammt aus dem deutschsprachigen Raum. Die Ini wurde schließlich als eine Art Selbsthilfegruppe gegründet und möchte Profimusikern einfach gute Arbeitsbedingungen bieten. Deswegen setzt sie nicht auf Namen, die jeder kennt, also auf Musiker, die einen Gig mehr oder weniger nicht nötig haben. Die Veranstalter sind immer auf der Suche nach Jazzern, die die Musiksprache erweitern, also die wirklich was zu sagen haben.
Das ist bei Distances der Fall. Hier wird Fusion für die Zukunft ausgehorcht. In der Vergangenheit liefen Projekte dieser Art unter Jazzrock.

Einer der Distances-Gastmusiker steht für die solide Blues-Verhaftung: Gitarrist Jochen Volpert. Ebenfalls mit heimischen Kräften arbeitet Susanne Alt, die Saxofonistin, die derzeit mit Disco-Crossover große Erfolge feiert. Zum Ende steigert sich der Sonntag in eine spacige Feier: Die vier Außerirdischen von The BootyJive lassen hören, welche Tanz- und Unterhaltungsmusik sie in fremden Sonnensystemen aufgeschnappt haben. Beim Jupiter – Zappa war interstellar!
Kurt Niederhausen

Samstag und Sonntag je 35 Euro, Studierende 20 Euro. Vorverkauf Tourist-Information Falkenhaus (0931) 372-398, Buchladen Neuer Weg Sanderstraße.
Info: www.jazzini-wuerzburg.de

 

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