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UPFreilandmuseum öffnet wieder

Die Stuben sind geputzt

Der Frühling kommt - und mit ihm öffnet das Frankische Freilandmuseum Bad Windsheim wieder sein Pforten. Der Frühling kommt - und mit ihm öffnet das Frankische Freilandmuseum Bad Windsheim wieder sein Pforten. Rainer Adelmann

Der Frühling steht vor der Tür und im Fränkischen Freilandmuseum in Bad Windsheim ist alles bestens für die neue Saison vorbereitet: Die Zeitreise ins bäuerliche Leben unserer Großeltern und Urgroßeltern kann auch in diesem Jahr wieder beginnen.

von Rainer Adelmann

Die Stuben sind geputzt, die Betten frisch bezogen: Am Samstag, 11. März, startet das Fränkische Freilandmuseum in Bad Windsheim in die neue Saison. Dann laden die über 100 Gebäude, Bauernhöfe, Handwerkerhäuser, Mühlen, Scheunen und Ställe zur Entdeckungsreise in die Vergangenheit ein. Sie alle geben ein beredtes Zeugnis darüber ab, wie die ländliche Bevölkerung in Franken früher gebaut, gewohnt und gearbeitet hat.

Weil die Häuser in sechs Baugruppen nach Regionen und Themen angeordnet sind, hat man bei einem Rundgang das Gefühl – wie früher - von Dorf zu Dorf zu wandern. Besonders interessant: die Baugruppe Mittelalter sowie die Baugruppe Stadt mitten in der Altstadt von Bad Windsheim, mit der Spitalkirche, dem Alten Bauhof, der Kräuter-Apotheke und dem Museum Kirche in Franken, das in diesem Jahr sein Jubiläumsjahr hat: Es wurde vor zehn Jahren eröffnet.

Fürstlich präsentiert sich das barocke Jagdschlösschen von 1778. | Foto: Rainer AdelmannFürstlich präsentiert sich das barocke Jagdschlösschen von 1778. | Foto: Rainer AdelmannDoch nicht nur bäuerliches Leben steht im Mittelpunkt des Freilandmuseums: Das schmucke Jagdschlösschen von 1778 ist ein Zeugnis der Gleichzeitigkeit von bäuerlicher Gesellschaft und adeliger Kultur im ländlichen Franken. Bauhistorisch gilt es als barockes Landschlösschen und gehört damit zu der Kategorie des aus Frankreich stammenden „maison de plaisance“, was ins Deutsche oft auch mit „Lustschloss“ übersetzt wird. Zu den typischen Lustbarkeiten gehörte auch die Jagd, die bis ins 19. Jahrhundert herrschaftliches Privileg war.

Der Bau wurde in Anlehnung an „Ansbacher Barock“ errichtet und ist mit seiner Grundrissgröße von zehn mal zwölf Metern nicht größer als ein Bauernhaus – aber schöner: Im Gartensaal sind die Wände mit Gipsstuck gefeldert, bei der farblichen Ausgestaltung wurde mit Malachit und lichtem Grau eine prächtige Wirkung erzielt.

Die zu den Häusern im Museumsgelände gehörenden Nutzgärten, die Felder, Hecken und Wiesen, Hopfen- und Weinbauflächen sowie zahlreiche Wasserläufe sind der alten fränkischen Kulturlandschaft nachempfunden. Angebaut werden auch inzwischen nicht mehr bekannte regionale Obst-, Gemüse- und alte Getreidesorten. Und für Kinder gibt es jede Menge Tiere zu bestaunen – und manchmal auch anzufassen. Katzen, Hühner, Gänse, Schafe, Schweine und Rinder bevölkern das Museumsgelände.

Im Jahresverlauf locken etliche Veranstaltungen, Vorführungen, Ausstellungen,Kurse, Führungen und Mitmachangebote: vom Schleppertreffen, der Museumskirchweih und der Museumsnacht, bis zum Historischen Jahrmarkt und dem Sommertheater. Weil im Grunde an jedem Wochenende etwas los ist, lohnt sich immer ein Blick ins offizielle Jahresprogramm unter www.freilandmuseum.de.

 

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