UP Magazin

UPSportjournalist schreibt Kickers-Buch

Liebeserklärung an die Kickers

Sportjournalist Steffen Krapf hat eine Liebeserklärung an die Würzburger Kickers verfasst. Sportjournalist Steffen Krapf hat eine Liebeserklärung an die Würzburger Kickers verfasst. Frank Scheuring

Wer bereits Kickers-Fan ist, weiß jetzt endlich, warum er seinen Verein so liebt. Und wer noch kein Kickers-Fan ist, der könnte es nach dieser Lektüre womöglich werden: Steffen Krapf hat 111 Gründe zusammengestellt, warum man die Würzburger Kickers lieben sollte.

Muss man selbst Kickers-Fan sein, um eine Art Liebeserklärung an den Verein zu schreiben? Nein sagt Steffen Krapf, der genau dies getan hat – nämlich mit „111 Gründe, die Würzburger Kickers zu lieben“ eine Hommage an den Verein in Buchform verfasst hat. Im Gespräch mit dem UP Magazin spricht er über sein Buch und wie es zustande kam.

Steffen Krapf sieht sich in Sachen Kickers eher als Beobachter denn als Fan. Trotzdem kennt er die Kickers aus seiner Westentasche, schließlich arbeitet er freiberuflich als Sportjournalist und verbringt seine Wochenenden am „Dalle“, um über die Spiele zu berichten. „Als Sportjournalist gewöhnt man sich daran, dass man an die Dinge objektiv angeht. Es bringt nichts, wenn man emotional zu sehr verbunden ist.“

Und wie kommt man dennoch dazu, ein Buch über die Kickers zu schreiben? Hier betrachtet Steffen Krapf den Erfolg der Kickers in den vergangenen fünf Jahren. War Würzburg 40 Jahre lang ein weißer Fleck auf der Fußball-Landkarte, hat man sich nun bereits daran gewöhnt, dass endlich wieder der Profifußball zuhause ist. „Wenn man das jedes Wochenende so intensiv beschreibt, liegt es fast auf der Hand, dass man sich an so ein Buch heranwagt.“

„Es sieht jetzt besser aus als das Konzept am Anfang eigentlich war“, gesteht Steffen Krapf. Die Serie „111 Gründe…“ gibt es bereits mit anderen Vereinen, schließlich haben Fußballvereine grundsätzlich viele Geschichten anzubieten. Allerdings gibt es nur wenige Fußballvereine aus der 3. Liga in dieser Serie.

Steffen Krapf schrieb eine Mail an den Verlag und erläuterte das Umfeld der Kickers – schließlich muss auch klar sein, dass genügend Käuferpotential für das Buch vorhanden ist. „Die Überzeugungsarbeit dauert weniger als fünf E-Mails“, so Steffen Krapf.

„Durch das lange Warten dazwischen fühlte es sich von der Anspannung her aber deutlich nach mehr an.“ Aus dem Stegreif musste er dem Verlag dann 40 Gründe schicken. „Das waren die, die ich selbst bereits wusste oder bei denen ich wenig recherchieren musste.“

Als klar war, dass das Buch angenommen wird, ging es sehr schnell. Innerhalb eines halben Jahres musste Steffen Krapf die 111 Gründe zusammenstellen und schreiben. Eine große Hilfe war ihm der langjährige, schon legendäre Kickers-Fan Rainer Adam mit seinem großen Archiv. „Er hat aus der ganzen Zeit sehr schnell Zeitungsartikel parat und auch selbst eine Chronik zum 75- und 100-jährigen Bestehen der Kickers herausgebracht. Er ist das Gedächtnis der Kickers.“

Für einen Außenstehenden liest sich das Buch aus diesem Grund auch ein bisschen wie eine Chronik des Vereins mit Anekdoten und kuriosen Geschichten, die bis in die Anfänge zurück reichen. „Ich war selbst überrascht, wie viele Geschichten man aus der Geschichte der Kickers herausziehen kann.

Eine davon ist beispielsweise die, dass die Kickers und der Würzburger Fußballverein im 3. Reich zwangsfusioniert werden sollten. Ein Kickers-Mitglied aus der Boxabteilung hat sich dagegen gestellt und die Fusion kam nicht zustande. „Das hat mir imponiert, dass in gefährlichen Zeiten einer für seinen Verein aufgestanden ist.

Und muss ein Fußball-Autor auch selbst Fußball spielen können? „Ich habe selbst Fußball gespielt, allerdings bei den Kickers in Schweinfurt. Damals waren die Schweinfurter noch deutlich besser als die Würzburger. Eine Rivalität, die ja noch heute irgendwie vorhanden ist.“


 

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