UP Magazin

UPCraftbiere locken mit außergewöhnlichen Geschmacksprofilen

Loch Ness aus Distelhausen

600 Hektoliter Craftbier jährlich verlassen derzeit die Sudkessel der Distelhäuser Brauerei. Für die neuen Geschmackserlebnisse sorgt Geschäftsführer und Braumeister Roland Andre. 600 Hektoliter Craftbier jährlich verlassen derzeit die Sudkessel der Distelhäuser Brauerei. Für die neuen Geschmackserlebnisse sorgt Geschäftsführer und Braumeister Roland Andre. Uta Böttcher

„Black Pearl“, „Loch Ness“ und „Lucky Hop“ stammen nicht etwa aus England, sondern aus der Region – genauer aus Distelhausen. Mit ihren geschmacksintensiven Craftbieren ist die Distelhäuser Brauerei absolut im Trend.

von Rainer Adelmann

Sie locken mit außergewöhnlichen Geschmacksprofilen, sind kunstfertig gebraut und bereichern einen Markt, der sich in den vergangenen Jahren zunehmend auf Pils, Weizenbier und Mischgetränke reduzierte: Mit „Black Pearl“, „Loch Ness“ und „Lucky Hop“ bringt die Distelhäuser Brauerei drei so genannte Craftbiere auf den Markt.

Auch wenn man bei Craftbieren an Kraft denken könnte – was bei dem würzigen und kräftigen Geschmack gar nicht mal so abwegig ist: Die Biere erhalten ihren Namen vom englischen „Craft“, also Handwerk. Sie sind handwerklich perfekt in geringen Mengen gebraut und weniger gegen den Durst als für den Genuss gedacht.

Die Craftbier-Bewegung hat ihren Ursprung in den USA, erläutert Geschäftsführer und Braumeister Roland Andre von der Distelhäuser Brauerei  im Gespräch mit dem UP Magazin. In den USA war die einst große Zahl von Brauereien bis Ende der 1970er Jahre auf gerade 90 geschrumpft und ein Umdenken setzte ein. Getragen von jungen Leuten, die teilweise selbst Bier brauten, entwickelte sich die Craftbier-Szene mit neuen Sorten und neuen, kleinen Brauereien. Ergebnis: Die Zahl der Brauereien wuchs auf inzwischen nahezu 3.500 und der Marktanteil der Craftbier-Biere auf derzeit rund 20 Prozent bezogen auf den Umsatz.

Da Braumeister Roland Andre schon seit fast 15 Jahren enge berufliche Kontakte in die USA pflegt und seit 2004 selbst Jurymitglied beim renommierten World Beer Cup ist, lag es nahe, Craftbier auch in Distelhausen ins Sortiment zu integrieren. „Mit den alten Sorten haben wir ein Füllhorn, aus dem wir schöpfen können“, so Andre. Voraussetzung war freilich die Brauwerkstatt – eine kleine Brauerei, die vor vier Jahren eingerichtet wurde und auch als Probebrauerei dient. Erstes Ergebnis im Sortiment war das „Distel Blond“, ein Bier des Typs „Pale Ale“: ein kaltgehopftes Bier mit citrus-fruchtigem Aroma.
Mit ihm habe man sich viele neue Kunden erschlossen, so Braumeister Andre, insbesondere Frauen. Dies entspricht dem allgemeinen Craftbier-Trend, von dem sich vor allem junge Leute angesprochen fühlen, wobei der Anteil von Frauen mit 40 Prozent überdurchschnittlich ist.

Im Februar dieses Jahres folgten die Craftbiere: Das „Lucky Hop“ ist ein Indian Pale Ale, ein helles obergäriges Bier mit fruchtigem Aroma und trockenem Geschmack. Das Aroma kommt in erster Linie von jenem Teil Hopfen, der nach dem Kochen zugegeben wird: So bleiben die geschmacksreichen ätherischen Öle erhalten. „Black Pearl“ ist ein klassisches Porter-Bier, wie es zuerst die englischen Hafenarbeiter schätzten: obergärig und mit viel dunklem Malz, das ihm die Farbe verleiht. Auch „Loch Ness“ ist kräftig und dunkel: ein typisches Stout.

„Porter und Stout sind schwierig zu brauen“, weiß Braumeister Andre. In Distelhausen werden die Craftbiere selbstverständlich nach dem Reinheitsgebot gebraut. Die ausgewogenen Aromen entstehen einzig durch den Einsatz spezieller Hefe- und Hopfensorten und der besonderen Art zu brauen.

Craftbiere sind keine Durstlöscher: Sie sind für Menschen, die mit Genuss trinken und auch das Bier dem Anlass entsprechend auswählen – so wie es Weinliebhaber bereits gewöhnt sind. Die Distelhäuser Craftbiere sind daher kaum in Großmärkten zu finden, sondern in leistungsfähigen Getränkemärkten und natürlich in der Gastronomie. Online lassen sich die Craftbiere im Shop auf der Website der Distelhäuser Brauerei (www.distelhaeuser.de) bestellen.

600 Hektoliter Craftbier jährlich verlassen derzeit die Sudkessel in Distelhausen. Braumeister Andre sieht den deutschen Craftbier-Markt derzeit noch als „zartes Pflänzchen, das wächst – und bleiben wird“.

 

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