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UPBackhaus zweimal im Monat in Betrieb

So lebte man früher

Zeitreise in der Rhön: Ein Rundgang über das zwölf Hektar große Gelände des Fränkischen Freilandmuseums Fladungen erlaubt einen Blick auf das Leben in alter Zeit. Zeitreise in der Rhön: Ein Rundgang über das zwölf Hektar große Gelände des Fränkischen Freilandmuseums Fladungen erlaubt einen Blick auf das Leben in alter Zeit. Bildarchiv Fränkisches Freilandmuseum Fladungen

Wer mit der Familie einen entspannten Tag verbringen will, ist im Fränkischen Freilandmuseum Fladungen genau richtig: Hier lässt sich mit allen Sinnen in den Alltag unserer Vorfahren im Dreiländereck Hessen, Thüringen, Bayern eintauchen. Ein Dorf ganz ohne Autos und Lärm, mit plätschernden Bächen, liebevoll angelegten Gärten, einem Picknickweiher, historischen Kinderspielen, schnatternden Gänsen und wolligen Rhönschafen.

In Bayerns nördlichster Stadt Fladungen macht das Fränkische Freilandmuseum die vergangene ländliche Bau-, Arbeits- und Lebensweise aus ganz Unterfranken sowie der angrenzenden hessischen und thüringischen Rhön erlebbar. Auf einem zwölf Hektar großen Gelände geben über 20 wiedererrichtete landwirtschaftliche Anwesen und Gemeindebauten in ihrer regionalen und sozialen Vielfalt einen umfassenden Einblick in das Wohnen und Wirtschaften vom 17. Jahrhundert bis in die 1970er Jahre. Eingebettet sind die Gebäude in eine historische Kulturlandschaft aus verschiedenen Themengärten, Streuobstwiesen, Äckern und Weiden, auf denen alte Haustierrassen wie Rinder, Schweine, Schafe oder Ziegen gehalten werden.

Direkt an das Museumsgelände schließt eine technikhistorische Attraktion an: Auf der ehemaligen Lokalbahnstrecke zwischen Fladungen und dem 18 Kilometer entfernten Mellrichstadt verkehrt seit 1996 das sogenannte „Rhön-Zügle“. Mit ihren Dampf- oder Dieselloks und historischen Waggons befördert die Museumsbahn an ausgewählten Sonn- und Feiertagen wie vor 100 Jahren Passagiere durch das obere Streutal. Aufgrund der aktuellen Lage ruht der Betrieb des Rhön-Zügles derzeit. (Info unter https://freilandmuseum-fladungen.de/de/rhoenzuegle/fahrtermine-und-preise).
 
Sonderausstellung STROM FÜR DIE RHÖN
Während der gesamten Saison 2020, sowie in der Saison 2021, widmet sich eine Sonderausstellung dem Thema elektrischer Energie. Dass vor 100 Jahren längst nicht „Elektrizität in jedem Gerät“ steckte, erzählt die Ausstellung STROM FÜR DIE RHÖN. Dort, wo aufgrund der Weitläufigkeit der Landschaft kein Unternehmen den Aufbau eines Stromnetzes angehen wollte, nahmen mehrere Gemeinden - über Landesgrenzen hinweg - ihre Stromversorgung selbst in die Hand und gründeten die Überlandwerk Rhön GmbH. In der Ausstellung gibt es Stationen zum Mitmachen und Exponate zum Anfassen. Ausgewählte Themeninseln im Museumsgelände veranschaulichen die vielfältigen Anwendungsbereiche elektrischer Energie im Alltag.

Heute back ich, morgen brau ich…
Was heute als neuer Trend gefeiert wird, war vor 100 Jahren auf dem Land selbstverständlich: Wie es ist, Selbstversorger zu sein, lässt sich bei Veranstaltungstagen und Mitmachprogrammen im Freilandmuseum hautnah nachvollziehen. Jeweils im April wird beispielweise das Museumsbier im ehemaligen Gemeindebrauhaus aus Alsleben von Museumsmitarbeitern und ehrenamtlichen Helfern gebraut. Das frisch abgefüllte „hausbrau“ ist derzeit exklusiv im Museumsladen erhältlich.

Wie Brauhäuser waren auch Backhäuser typische Gemeinschaftsgebäude in der Rhön. Jedes Gemeindemitglied durfte das Gebäude gegen eine geringe Gebühr nutzen. Regelmäßige Backtage sparten den eigenen Ofen und Energie. Auch in Fladungen steht ein historisches Backhäuschen: Seit 2017 werden dort regelmäßig Backaktionen durchgeführt und damit eine Tradition wiederbelebt.

. Fotos: Bildarchiv Fränkisches Freilandmuseum Fladungen. Fotos: Bildarchiv Fränkisches Freilandmuseum FladungenDerzeit wird das Backhaus jeden zweiten und letzten Samstag im Monat in Betrieb genommen. Früh am Morgen heizen die Backfrauen den Holzofen mit Reisig ein, um frisches Bauernbrot oder den berühmten Rhöner „Plootz“ mit Zwiebeln und Rahm oder Apfel-Schmand-Belag zu backen. Am Vormittag besteht die Gelegenheit, dem Team über die Schulter zu schauen und sich Tipps für eigene Backvorhaben zu holen. Ab der Mittagszeit können die Besucherinnen und Besucher die Gebäckstücke genießen (jeweils solange der Vorrat reicht).

In den bayerischen Sommerferien wird für Kinder jeden Dienstag ein Mitmachprogramm angeboten. Da heißt es unter anderem: Ran an die Knolle! Gemeinsam werden auf dem Acker die Kartoffeln geerntet.

Oder wie wäre es mit einer Schulstunde wie vor über 100 Jahren? Das beliebte Aktionsprogramm können Groß und Klein ab August endlich wieder erleben. Weite Schulwege, kalte Klassenräume und strenge Lehrer: In der historischen Dorfschule aus Krausenbach im Spessart erleben wir hautnah, wie der Schulunterricht in der Zeit vor 1900 ablief.

Alle Termine, kurzfristige Änderungen und wichtige Informationen zum Museumsbesuch sind im Internet unter freilandmuseum-fladungen.de zu finden..

 

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