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UPFränkisches Freilandmuseum als Zeitmaschine

Spaziergang zwischen Dörfern

Spaziergang zwischen Dörfern Rainer Adelmann

Im Fränkischen Freilandmuseum in Bad Windsheim schaltet die Seele in den Entspannungsmodus.

von Rainer Adelmann

Es ist jedes Mal, als beträte man eine Zeitmaschine: Doch nicht nur, dass Autos und Handys plötzlich keinen Sinn mehr ergeben – die Uhrzeiger scheinen sich langsamer zu bewegen.Die Häuser im Fränkischen Freilandmuseum in Bad Windsheim berichten zwar von harter Arbeit, aber auch von einer Zeit, als man noch nicht getrieben war von Terminen und Tablets, von Meetings und Globalisierungsdruck.

Jeder findet das, was er sucht: Die einen – das sind vor allem jene, die das erst Mal zu Gast sind – erleben das Gelände als Museum, mit unglaublich vielen Informationen über das bäuerliche Leben unserer Vorfahren, hautnah und begehbar, als wären Bauer und Bäuerin nur mal kurz auf dem Feld und kämen gleich zurück. Andere – das sind die, die regelmäßig ins Freilandmuseum kommen – genießen das Eintauchen in eine Zeit, in der es trotz körperlicher Anstrengung irgendwie menschlicher zuging. Und Familien mit Kindern erleben erstaunt, wie das Smartphone eben Mal nebensächlich wird, weil die Sprösslinge den kleinen Ferkeln beim Spielen zusehen oder Lämmchen streicheln dürfen.

Einer der Hauptanziehungspunkte ist die alte Getreidemühle mit ihrem intakten imposanten Mahlwerk aus Holz, wo Pfau Hansi wacht und Schmalzbrot und Apfelmost warten. Kulinarisch geht es oft auch im Bauernhaus aus Herrnberchtheim zu: Je nach Jahreszeit und Saison gibt es Suppe, Krapfen oder Lebkuchen – gekocht und gebacken nach leckeren alten Rezepten. Geradezu feudal präsentiert sich dagegen das Jagdschlösschen mit seinem Blick in die adlige Welt.

Foto: Rainer AdelmannFoto: Rainer AdelmannDer eigentliche Star aber ist das komplette Gelände – weil die Häuser nach Regionen gruppiert sind, mit viel Raum, freier Natur und Feldern dazwischen. Spaziert man von einer Baugruppe zur anderen, hat man das Gefühl, sein Heimatdorf hinter sich zu lassen, um jemandem im Nachbarort zu besuchen.

Das Fränkische Freilandmuseum in Bad Windsheim ist kein Museum, wo die Besucher ehrfürchtig vor Vitrinen stehen. Bei etlichen Veranstaltungen im Jahreslauf werden die Häuser mit Leben erfüllt: Der Schmied schwingt den Hammer, der Schäfer zieht mit Schafen und Wachhund über die Felder und zuweilen treiben Gaukler in den Dorfstraßen ihre Späßchen – sehr zur Freude der Kinder. Und auch hier ist das Freilandmuseum ein Spiegel der alten bäuerlichen Zeit: Wer hart gearbeitet hat, weiß auch zu Feiern.

Am 7. März öffnet das Freilandmuseum erstmals in diesem Jahr seine Pforten. Die Öffnungszeiten: 7. März bis 25. Oktober: 9 – 18 Uhr, 27. Oktober bis 13. Dezember 10 - 16 Uhr. Im März, April, Oktober, November und Dezember montags geschlossen, Ostermontag geöffnet. Mehr im Internet unter: www.freilandmuseum.de

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