UP Magazin

UPJazz im Herbst: Das Festival der Jazz-Initiative

Zwei Festivals in einem

Three Fall und Sängerin Melane Nkounkolo. Three Fall und Sängerin Melane Nkounkolo. Mirko Polo

Das 34. Jazzfestival der Jazzinitiative Würzburg am 27. und 28. Oktober ist gleichzeitig das 3. Landesjazzfestival des Bayerischen Jazzverbandes.

Das 34. Würzburger Jazzfestival zeigt mit seinem ersten Programmpunkt, dass es zugleich das 3. Bayerische Landesjazzfestival ist. Denn letzteres wird vom Bayerischen Jazzverband ausgerichtet, und der schrieb heuer für den Kemptener Jazzfrühling seinen Förderpreis aus. Die Gewinnerband darf das herbstliche Fest eröffnen – und Gewinner ist Tiktaalik.

Die Gründer-Sängerinnen Sabine Kühlich und Anne Czichowsky loten mit Wort- und Wahnwitz die Höhen und Tiefen der Oktaven aus. Ihr Programmname Lines for Ladies huldigt einer Sternstunde des Cool-Jazz („Line for Lyons“) und dreht diesen Stil doch in die Gegenwart. In dieser Gegenwart agiert auch die Lehrerin der Kühlich, die 89-jährige Sheila Jordan, die nach wenigen Jahrzehnten Abwesenheit wieder einmal Gast beim Würzburger Jazzfestival ist.

Jahrelang musste der Trompeter Thomas Siffling aus Mannheim sich im Trio bewähren – immerhin in seinem eigenen Trio. Er blies zudem in Bigbands und komponierte Ballettmusik. Dann, im vergangenen Jahr, startete er mit seinem stark elektrifizierten Quintett Flow durch.

Was das Landesjazzfestival Bayern zu einem bayerischen Landesjazzfestival macht, das ist der Auftritt des Bayerischen Landesjazzensembles. Denn dieses Sextett ist jedes Jahr dabei – eine All-Star-Formation des gegenwärtigen zeitgenössischen Jazzes.

Ihr Groove wird von der Besetzung vorprogrammiert: zwei Bläser, nämlich Posaune und Bassklarinette bzw. Sax bilden die zentralen beiden Instrumente von Three Fall. Three Fall spielen abgedreht und wild genug, um einen Hauch Konventionalität von irgendwoher zu vertragen. Dieser Hauch weht gelegentlich von der deutsch-kongolesischen Sängerin Melane Nkounkolo her, wenn die ihre erstaunliche Stimme für Anklänge an Retro-Soul benutzt.

Beim Hafensommer gastierten sie erstmals in Würzburg, vier Monate später kommen sie mit einem komplett anderen Programm zurück: die Jazzrausch Bigband um Gründer Roman Sladek. Sladeks Credo: Jazz kann populäre Musik nehmen und auf
das Niveau von Kunstmusik bringen.

Weitere Infos im Web:
www.jazzini-wuerzburg.de

 

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