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UPLebendige Geschichte und Beschaulichkeit

Wo die Via Appia endet

Die Piazza Duomo und die Kathedrale sind ein Dreh- und Angelpunkt für Touristen in Brindisi. Die Piazza Duomo und die Kathedrale sind ein Dreh- und Angelpunkt für Touristen in Brindisi. Uta Böttcher

Wer im Sommer in Apulien Urlaub macht, sollte auf gar keinen Fall versäumen, einen Abstecher nach Brindisi einzuplanen. Die berühmte Via Appia endet im Hafen der Stadt, die 266 v. Chr. von den Römern erobert wurde — markiert von einer fast 19 Meter hohen Säule aus dem 2. Jahrhundert. Die lange Geschichte der Stadt präsentiert sich in etlichen Bauwerken und Sehenswertem. Und: Sogar Beschaulichkeit ist hier noch zu finden.

von Rainer Adelmann

Ganz am unteren Ende des italienischen Stiefels auf der Landkarte, sozusagen im Absatz, liegt Brindisi. Wobei der Name sowohl die Region, als auch die Stadt in Apulien bezeichnet. Locken die Natur und die nahegelegenen Ausflugsziele in die Region, kann die Stadt Brindisi mit einer langen Geschichte, historischen Gebäuden und einem gewissen Maß an Beschaulichkeit punkten.

Hier im Hafen von Brindisi endet die weltberühmte Via Appia, die antike Fernstraße der Römer, die in Rom an der Porta Capena beginnt. Die Via Appia sorgte für einen Aufschwung im damals Brundisium genannten Brindisi — jener Stadt, die 266 v. Chr. von den Römern erobert und dank der Straße zu einem bedeutenden Umschlagplatz für Ware, aber auch zu einem wichtigen Flottenstützpunkt der Römer wurde — so im Zweiten Punischen Krieg gegen Hannibal. Von Brindisi aus erfolgte damals auch in der Regel die Überfahrt von Italien nach Griechenland. Die Reisezeit zwischen Rom und dem auf der anderen Seite des Stiefels gelegenen Brindisi betrug zu Römerzeiten etwa 14 Tage.

Im Hafen von Brindisi endet die Via Appia, markiert von einer Säule aus dem 2. Jahrhundert, die zum Wahrzeichen der Stadt avancierte. Die große Treppe führt direkt hinunter an den Kai. | Foto: Uta BöttcherIm Hafen von Brindisi endet die Via Appia, markiert von einer Säule aus dem 2. Jahrhundert, die zum Wahrzeichen der Stadt avancierte. Die große Treppe führt direkt hinunter an den Kai. | Foto: Uta BöttcherAm Ende der Via Appia erhebt sich im Hafen von Brindisi die über 18 Meter hohe Säule Colonne del Porto aus dem 2. Jahrhundert, die zum Wahrzeichen der Stadt avancierte. Eine imposante Treppe führt hinunter zum Kai, wo sich wunderbar am Wasser flanieren lässt.
Selbstverständlich geizt Brindisi nicht mit Kirchen: Die Kathedrale von Brindisi stammt aus dem 11. Jahrhundert und steht im Rang einer Basilica minor, einem besonderen Ehrentitel, den der Papst außergewöhnlichen Kirchengebäuden verleiht. 1089 von Papst Urban II. geweiht, wurde sie 1143 fertiggestellt. Hier heiratete Kaiser Friedrich II. im Jahr 1225 Isabell II., Königin von Jerusalem. 1743 von einem Erdbeben zerstört wurde sie drei Jahre später im Barockstil wieder aufgebaut.

Ebenfalls auf der Piazza Duomo erhebt sich schräg gegenüber der Kathedrale der imposante Palazzo Arcivescovile, das wohl größte Beispiel barocker Baukunst der Stadt. Der weiße Marmor an den Türen und der Fassade stammt aus Materialien der ehemaligen Basilika San Leuco. Von Erzbischof Paolo de Villana Perlas in Auftrag gegeben wurde der Palazzo 1720 fertiggestellt.

Unter dem Dach präsentieren sich an der Fassade acht dekorative Statuen, die Mathematik, Redekunst, Ethik, Theologie, Philosophie, Jurisprudenz, Poetik und Harmonie symbolisieren. Noch erhalten ist auf der gegenüberliegenden Seite der Piazza Duomo die Loggia Balsamo, ein Balkon aus dem 14. Jahrhundert der Teil eines Gebäudes war, das wahrscheinlich den gesamten Block einnahm. Auch ihn zieren allegorische Motive.

 Der Innenraum der Kirche San Giovanni al Sepolcro mit seinen Fresken aus dem 13. und 14. Jahrhundert. | Foto: Uta Böttcher Der Innenraum der Kirche San Giovanni al Sepolcro mit seinen Fresken aus dem 13. und 14. Jahrhundert. | Foto: Uta BöttcherNicht weit entfernt von der Piazza Duomo erhebt sich — gleichsam im 11. Jahrhundert erbaut wie die Kathedrale — die Kirche San Giovanni al Sepolcro. Besonders beeindruckend ist das Marmorportal mit seinen wunderbaren Verzierungen. Der runde Innenraum wird wegen seiner Struktur als Anlehnung an das Heilige Grab in Jerusalem angesehen. Sehenswert sind die Fresken an den Innenwänden, an denen sich die verschiedenen Malphasen aus dem 13. und 14. Jahrhundert erkennen lassen, wie zum Beispiel eine Szene mit dem Heiligen Georg und dem Drachen.

Das Charmante an Brindisi ist aber auch, dass die Stadt mit ihren rund 90.000 Einwohnern nicht überlaufen ist und dem Besucher immer wieder Ecken bietet, wo es sich beschaulich einen Espresso genießen lässt.

 

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