UP Magazin

UPDer Profifußball ist in Würzburg rasend schnell angekommen

Die Kickers wollen mehr

Allen Grund zur Freude: die Kickers Würzburg und ihre Fans. Allen Grund zur Freude: die Kickers Würzburg und ihre Fans. Silvia Gralla

Der Drittliga-Fußball ist angekommen, Würzburg ist wieder wer auf der Landkarte des deutschen Profifußballs. Es klingt alles wie ein Märchen. Ein wahres Märchen. Denn noch vor wenigen Monaten stand der FC Würzburger Kickers vor einer enormen Herausforderung – sportlich, wirtschaftlich, infrastrukturell. Doch am Dallenberg wurde in kurzer Zeit Großes geleistet. Der sportliche Aufstieg in die 3. Liga funktionierte in einem Jahr, 36 Monate hatten sich die Verantwortlichen Zeit gegeben.

Es ging schneller. Rasend schnell. Denn mit dem Drittliga-Aufstieg war vieles zu tun. Die FLYERALARM Arena auf Vordermann zu bringen, sicherheitsrelevante Vorkehrungen waren zu treffen und umzusetzen. All das im Wettlauf mit der Zeit.
Am Ende hat der FC Würzburger Kicker auch diese Hürde genommen. „Darauf können wir stolz sein“, sagt Kickers-AG-Vorstandsvorsitzender Manuel Innig: „Denn ich bin mir ganz sicher, dass es in Deutschland nicht viele Vereine gibt, die das geschafft hätten.“ Noch dazu, weil sämtliche Investitionen allesamt aus der Vereinskasse bezahlt werden mussten. Fast 2,5 Millionen Euro. Es war der Schulterschluss zwischen Verein, Ehrenamtlichen, Unterstützern und Sponsoren, der es letztlich möglich gemacht hat.

All die Hektik ist mittlerweile schon beinahe in Vergessenheit geraten, Würzburg hat sich an Drittliga-Fußball gewöhnt, mit bislang fast 6.000 Zuschauern pro Heimspiel ist der Zuspruch ungebrochen, der Hunger nach mehr deutlich zu spüren. Und das Team von Trainer Bernd Hollerbach macht einen tollen Job. „Wir dürfen nie vergessen, wo wir herkommen“, sagt der Erfolgscoach, dessen Schützlinge eine ausgeglichene Bilanz vorzuweisen haben, mit der besten Defensive der 3. Liga viele überrascht haben und auf einem einstelligen Tabellenplatz stehen.

In allen Matches bislang begegneten die Rothosen dem Kontrahenten auf Augenhöhe – und zuletzt gab es Lob von Benno Möhlmann, der mit seinem TSV 1860 München im Testspiel große Mühen hatte, die Mainfranken mit 1:0 in Schach zu halten: „Es ist enorm, welches Potenzial in diesem Verein steckt. Ich bin mir sicher, dass die Kickers eine gute Zukunft vor sich haben.“

Für die gilt es jetzt, die Weichen zu stellen. Jetzt im Herbst werden die Weichen für die neue Saison gestellt. „Wer mich und Bernd kennt, der weiß, dass es Drittliga-Fußball mit uns auf Dauer nicht gibt“, sagt AG-Aufsichtsratschef Thorsten Fischer jüngst beim Internet-TV-Magazin „Kickers-Talk im Maritim“.

Die Botschaft ist klar: Auch die Kickers wollen mehr, aber dazu braucht es den neuerlichen Schulterschluss, vor allem auch mit der Stadt Würzburg, die sich in den Monaten des Umbaus der FLYER-ALARM Arena schon kooperativ gezeigt hat: „Dafür gebührt der Stadt auch ein großes Dankeschön. Ohne sie wäre das nicht möglich gewesen.“

Für den nächsten Schritt aber, das ist klar, braucht es weitere Hilfe – das zeigt schon alleine der Blick in die Fußball-Republik, denn landauf landab engagieren sich Kommunen und Bundesländer vor allem in Sachen Stadien – in Würzburg ist dies bislang alles Sache der Kickers, die mit dem Emporkommen in den Profi-Fußball auch der Stadt ein positives Image geben.

Bis zu 12 Millionen TV-Zuschauer pro Spiel sprechen eine deutliche Sprache. Die Kickers wollen mehr, aber nur dann, wenn auch andere mehr wollen.        mf

Die nächsten Heimspiele:

Kickers – Magdeburg (Samstag, 5. Dezember, 14 Uhr),
Kickers – Wehen-Wiesbaden (Samstag, 12. Dezember, 14 Uhr),
Kickers – Münster (23. Januar, 14 Uhr), Kickers – VfB Stuttgart II (Samstag, 6. Februar, 14 Uhr).
Ticket-Infos im Internet (www.fwk.de).

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