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UPDaniel Sauer neuer Vorstandsvorsitzender der Würzburger Kickers AG

Im Gespräch: Daniel Sauer

Daniel Sauer ist neuer Vorstandsvorsitzender der Würzburger Kickers AG Daniel Sauer ist neuer Vorstandsvorsitzender der Würzburger Kickers AG Würzburger Kickers AG

Daniel Sauer war 2004 aus Mainfranken zum HBW Balingen-Weilstetten gewechselt und absolvierte als Handball-Profi nach dem Erreichen der Zweitliga-Meisterschaft 2006 insgesamt 188 Erstliga-Partien für den bei Stuttgart gelegenen Klub. Zur Saison 2012/2013 kehrte er zu seinem Heimatverein Rimpar zunächst als Spieler und Geschäftsführer an der Seite seines Vaters Roland zurück. 2014 beendete Sauer seine aktive Karriere und begleitete bis jetzt das Amt des Geschäftsführers. Seit Januar 2016 ist er  Vorstandsvorsitzender der FC Würzburger Kickers AG. UP Magazin sprach mit den 34jährigen über seine Ziele und Pläne.

 

UP Magazin: Herr Sauer, Sie sind begeisterter Handballer, haben die Geschicke der Rimparer Wölfe gelenkt und waren bis vor nicht allzu langer Zeit selbst aktiv. Wie kommt man vom Handball zum Fußball?
Daniel Sauer: Ich war auch lange Fußballer, habe in der Jugend noch bis zur A-Jugend gespielt. Auch mit Spielern, die später zu den Kickers gegangen sind. Meine Lieblingssportarten waren ohnehin schon immer die Ballsportarten: dazu gehören Handball, Basketball, Tennis und Fußball. Irgendwann nach der A-Jugend sind die anderen Sportarten sozusagen weggebrochen und ich habe mich auf den Handball konzentriert und fokusiert. Von daher ist Fußball kein komplett neues Metier für mich. Ich habe den Fußball schon immer geliebt und als Zuschauer etliche Stunden auf den Plätzen hier in der Region verbracht.

UP Magazin: Sie waren zuletzt im Management der Wölfe tätig. Wie kam es zum Wechsel ins Management der Kickers?
Daniel Sauer: Das Management bei den Wölfen war kein Vollzeitstelle. Die Wölfe waren mein Heimatverein und ich habe gerne etwas mit bewegt. Für 2016 hatte ich bereits geplant, komplett in meine Firma zu gehen, doch dann kam die Anfrage von den Kickers. Zwar relativ kurzfristig, aber ich musste nicht lange überlegen, weil es natürlich spannend ist, im Profifußball zu arbeiten. Es gibt 56 dieser Stellen deutschlandweit und für mich war dies war eine Supersituation, hier einsteigen zu dürfen.

Dazu kommt, dass die Gespräche von Anfang an sehr positiv waren. Mir gefällt der Spirit der Kickers und das zielorientierte Arbeiten. Durch die Kooperation mit den Wölfen und der Möglichkeit, bei meiner Firma als stiller Teilhaber zu agieren, war dies – vom Gesamtkonzept her gesehen – der nächste logische Schritt für mich. Ich hatte das Projekt 3x3 der Kickers schon anerkennend beobachtet, als ich noch bei den Handballern war. Ich bin gut aufgenommen worden, habe mich gut eingelebt und jetzt freue ich mich die weiteren Aufgaben.
UP Magazin: Was sind denn Ihre Aufgaben als hauptamtlicher Vorstandsvorsitzender bei den Kickers?
Daniel Sauer: Die Leitung des administrativen Bereichs, das heißt: alle Bereiche, ob Ticketing, Sponsoring, Pressearbeit, die ganze Büroorganisation und auch Marketing. Ich muss die Mitarbeiter führen und motivieren und versuchen, dass wir jeden Tag ein bisschen besser werden. So wollen wir die Grundlagen schaffen, irgendwann den nächsten Schritt zu machen.

UP Magazin: Was sind mittel- und langfristig Ihre Ziele?
Daniel Sauer: Kurzfristig steht natürlich der Klassenerhalt im Fokus. Der ist nicht selbstverständlich, was man öfters erwähnen muss, denn die Erwartungshaltung geht oft ganz schnell ganz hoch. Wir sind das erste jahr in der dritten Liga und da ist es schon sensationell, wenn man nur die Klasse hält. Mittel- bis langfristig müssen wir die Strukturen so weit aufbauen, um irgendwann die historische Leistung zu schaffen, wieder in die zweite Liga aufzusteigen. Dazu müssen wir jeden Tag extrem hart arbeiten, da wir uns aktuell sowohl im finanziellen als auch strukturellen Bereich im unteren Drittel der Liga befinden -  was normal ist für einen Aufsteiger. Hier gilt es, viele Hausuafgaben zu erledigen und Dinge zu optimieren.

UP Magazin: Das 3x3 Projekt hat ja sehr gut geklappt. Wie realistisch ist das ausgerufene 3x2 Projekt?
Daniel Sauer: Der sportliche Erfolg ist natürlich nie planbar. Wichtig ist, dass man – wie erwähnt – seine Hausaufgaben macht und jeden Tag etwas besser wird. Sollten wir dann am Ende jener dreieinhalb Jahre, die wir uns gegeben haben, nicht aufsteigen, wäre dies weder ein Misserfolg noch ein Scheitern. Wir müssen uns aber danach sagen können: Wir haben alles getan, das Ziel zu erreichen. Die Euphorie in der Region ist jedenfalls riesengroß und diese Euphorie brauchen wir auch, denn wir können unser Ziel nicht alleine stemmen. Sollten wir dann aufsteigen, wäre das sensationell. Wir bei den Kickers haben jedenfalls alle Bock darauf und geben ordentlich Gas.

UP Magazin: Die Hausaufgaben von denen Sie sprachen - liegen die in erster Linie in der Sponsorenaukquise?
Daniel Sauer: Die Hausaufgaben sind, gute und motivierte Arbeit zu leisten. Dann kommt der Rest von alleine. Wir müssen Grundlagen schaffen, wie beispielsweise die Rasenheizung, die nächstes Jahr eingebaut werden soll. Aber logischerweise geht es immer wieder um die finanziellen Mittel. Kommen aber mehr Zuschauer, wird man interessanter - dann kommen auch die Sponsoren. Alles hängt stark zusammen. Von Zeit zu Zeit müssen wir immer wieder reflektieren und uns fragen: Sind wir auf dem richtigen Weg?

Erfüllen wir unsere Hausufagben, können wir letztlich die gesamte Region mitnehmen, wie das Projekt 3x3 gezeigt hat. Die Zuschauerentwicklung von 300 oder 400 noch vor vier, fünf Jahren bis zu unserem Schnitt heute mit 4000 bis 5000 Zuschauern ist großartig. Unser Ziel ist, an allen Stellschrauben zu drehen: im Stadion, in der Kommunikation – auch mit der Stadt und anderen Vereinen. Es gibt viele Möglichkeiten, wo man ansetzen kann.

UP Magazin: A propos Kommunikation mit anderen Vereinen. Wie kam es denn zur Zusammenarbeit mit den Wölfen - und wie sieht diese aus?
Daniel Sauer: Natürlich sind wir alle Wettbewerber und die Baskets und die Wölfe sind Konkurrenz. Auf der anderen Seite sind wir alle auf Kooperation angewiesen. Das macht auch Sinn, denn es gibt viele Synergien. Wenn man sich gut untereinander versteht, merken das die Menschen. Der Spirit unserer Sportstadt ist zu spüren und viele gehen zum Fußball, zum Handball und zum Basketball.  Die Kooperation mit den Wölfen ist natürlich sehr eng - schließlich ist derjenige, der dort das Sagen hat, mein Vater. Synergieefekte gibt es beispielsweise beim Ticketing oder den Gesprächen mit den Ausrüstern. Gemeinsam hat man eine gewisse Marktmacht. Und man hat mehr Möglichkeiten in einer Dreierkonstellation mit einem Sponsor - eine Win-Win-Situation für alle Beteiligte.

UP Magazin: Die letzte Frage, die selbstverständlich kommen muss: Vermissen Sie den Handball?
Daniel Sauer: Die Frage waäre vor eineinhalb Jahren berechtigter gewesen, als ich mit dem aktiven Handball aufgehört habe und dann nur noch im Management tätig war. Damals habe ich den Handball logischerweise schon vermisst. Aber man kommt nun mal in ein Alter, wo man mit den Jungen nicht mehr mitspringen will. Dadurch, dass der Handball in der Stadt weiter eine Hausnummer ist, vermisse ich ihn nicht. Ich habe ein Jahr lang keinen Wettkampfsport gemacht und spiele jetzt Tennis bei der TGW mit ein paar Freunden. Mir hatte der Wettkampf gefehlt. Das Schöne ist übrigens: Jetzt kann ich ein Handballspiel auch mal so richtig genießen.
Das Gespräch führte Rainer Adelmann

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