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UPTrainer Stephan Schmidt will junge, hungrige Truppe formen

Leidenschaft kennt keine Liga

Trainingsauftakt bei den Kickers mit dem neuen Trainer Stephan Schmidt und den Neuzugängen. Trainingsauftakt bei den Kickers mit dem neuen Trainer Stephan Schmidt und den Neuzugängen. Silvia Gralla

Die Vorfreude der Rothosen auf die kommende Drittliga-Saison steigt.

Am Ende hatte es nicht gereicht. Nach dem 1:4 am letzten Spieltag in Stuttgart war das große Ziel, der Klassenerhalt, nicht mehr möglich. Die Unterstützung der Fans war vom ersten bis zum letzten Spieltag phänomenal: Wie groß der Rückhalt war, unterstrich auch die Tatsache, dass beim Saisonabschluss in Stuttgart über 3.000 Rothosen-Anhänger mit ins Ländle gekommen waren. Eine sensationelle Zahl, die zeigt, dass eine ganze Region hinter den Kickers steht.

Da Leidenschaft keine Liga kennt, werden die Rothosen in der kommenden Drittliga-Saison mit 1907 Prozent Herzblut weitermachen. „Wir sollten nach wie vor bescheiden bleiben, aber weiterhin selbstbewusst auftreten“, sagt Aufsichtsratsvorsitzender Thorsten Fischer, „wir wollen in den kommenden Jahren alle wieder dahin, wo wir waren. Wir dürfen dabei aber nicht vergessen, mit welchen vergleichsweise bescheidenen Mitteln wir hier alle zusammen Großes erreicht haben.“

Bernd Hollerbach (47), der als Cheftrainer vor rund drei Jahren den FC Würzburger Kickers in der Regionalliga übernommen hatte, zweimal nacheinander aufgestiegen ist und so den direkten Durchmarsch bis in die 2. Liga schaffte, hat im Mai sein Amt als Cheftrainer bei den Rothosen niedergelegt. Sein Nachfolger heißt Stephan Schmidt (40). „Wir haben uns bewusst für einen Trainer entschieden, der nachgewiesenermaßen gut mit Talenten umgehen kann. Neben einer funktionierenden ersten Mannschaft, die in der 3. Liga eine gute Rolle spielen wird, liegt unser Fokus künftig noch stärker auf dem Ausbau unserer Nachwuchsarbeit, damit wir den Verein nachhaltig weiterentwickeln“, gibt der Kickers-AG-Vorstandsvorsitzende Daniel Sauer die Marschroute vor.

Stephan Schmidt stand im Juni noch mit den U17-Junioren des FC Schalke 04 nach dem souveränen Gewinn der westdeutschen Meisterschaft im Bundesliga-Halbfinale gegen den FC Bayern. Der 40 Jahre alte Berliner hat trotz seiner jungen Jahren einiges erlebt und erreicht – sowohl als Profi als auch als Trainer. So zählte der frühere Hertha-Akteur (u.a. mit Kevin-Prince Boateng, Sead Sahilovic, Ashkan Dejagah) in Berlin zum erweiterten Trainerteam von Lucien Favre, arbeitete mit Felix Magath beim VfL Wolfsburg eng zusammen und hatte auf Schalke in Huub Stevens seinen Mentor.

Mit deutschen Nationalspielern wie Julian Brandt, Diego Demme oder Maximilian Arnold hat Schmidt im Junioren-Bereich gearbeitet und weiterentwickelt. „Das sind super Jungs, die eines eint: Sie haben vielleicht 15 Prozent Talent und auch fünf Prozent Glück. Das ist aber bei weitem nicht alles. Das Entscheidende ist, sie haben immer an sich gearbeitet. Und für sie war in ihrer Weiterentwicklung auch der Teamgedanke entscheidend.“

Der neue Cheftrainer will bei den Kickers eine „junge, hungrige Truppe“ formen. Die Neuzugänge der Rothosen passen perfekt in das Beuteschema, die Vorfreude auf den Saisonstart wächst von Tag zu Tag. Und – wie die vergangenen Jahre gezeigt haben – können die Rothosen wieder auf die sensationelle Unterstützung seitens der Fans bauen.

Nico Eichelbrönner

 

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