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UPRimparer Wölfe verabschieden Urgestein Julian Sauer

Umbruch und neue Wege

Julian Sauer mit der Nummer 68 von den Wölfen wurde zum Ende der Saison verabschiedet. Er war der letzte aktive Spieler, der den Weg von der Landesliga bis in die 2. Bundesliga gegangen ist. Julian Sauer mit der Nummer 68 von den Wölfen wurde zum Ende der Saison verabschiedet. Er war der letzte aktive Spieler, der den Weg von der Landesliga bis in die 2. Bundesliga gegangen ist. Jonas Blank

Eine spannende Spielzeit konnte das Wolfsrudel mit dem souveränen Klassenerhalt abschließen und geht somit nun in seine 10. Saison in der 2. Handball-Bundesliga. Es ist ein weiterer Meilenstein der Wölfe-Erfolgsgeschichte, mit dem vor einer Dekade wohl niemand gerechnet hatte. Über den Wandel der Zeit, Handball-Melancholie und neue Heldengeschichten.

Als am 4. Juni um kurz vor 18.30 Uhr in der tectake ARENA Würzburg die Schlusssirene ertönte, tobte die Halle nach einem spektakulären Heimsieg der Wölfe gegen den VfL Lübeck. Die zusätzlichen zwei Punkte auf dem Konto waren dabei allerdings nur eine Randerscheinung, denn der Beifall gebührte vorwiegend einem ganz besonderen Spieler, der letztmalig vor heimischer Kulisse sein Können unter Beweise stellte: Julian Sauer.

Der gebürtige Würzburger ist der letzte Wolf, welcher den gesamten Weg aus der Landesliga bis in das Unterhaus des deutschen Handballs mitgegangen ist, nein, der diesen Weg entscheidend mitgeprägt hat. Mit seinem letzten Auftritt endet eine Ära, eine Legende verlässt das Parkett — aber es wird auch Platz frei, für die nächste Generation und dafür wappnen sich die Wölfe nun zur kommenden Spielzeit.

Dabei darf nicht vergessen werden, dass mit gleich fünf weiteren Abgängen auf anderen Positionen zeitgleich ein historischer Umbruch erfolgt. So verlässt unter anderem mit Marino Mallwitz der beste Torhüter der gesamten Liga das Wolfsrevier und mit dem israelischen Nationalspieler Yonatan Dayan hat ein riesiges Talent seinen Weg in die 1. Bundesliga gefunden.

Trotz der diesjährigen Spieler-Fluktuation bleiben die tragenden Säulen des Teams bestehen und jeder scheidende Akteur wurde bereits adäquat ersetzt. So kommt zum Beispiel vom TBV Lemgo aus der 1. Bundesliga mit Linus Geis nicht nur ein DHB-Pokalsieger, der auch Erfahrungen auf europäischer Bühne aufweist, sondern als gebürtiger Bad Neustädter zudem ein „Local Hero“ ist. Jonas Maier, der vom HSV Hamburg von der Elbe an den Main wandert, wechselt ebenfalls aus der stärksten Liga der Welt ins Wolfsrevier und darf sich zudem U18- und U20-Europameister sowie EHF-Pokalsieger nennen. Er wird die große Torhütertradition im Wolfsrevier, im Tandem mit Andreas Wieser fortführen.

Demnach wird der Philosophie entsprechend auch für das 10. Jahr im „Haifischbecken 2. Bundesliga“ nach dem gewohnten Erfolgsrezept verfahren: junge und ambitionierte Spieler zu holen, die im Wolfsrudel ihre nächsten Schritte gehen werden.
Unter dem Strich ist man sehr zufrieden, wie diese Saison zu Ende gegangen ist, auch wenn man weiterhin mit den (Nach-)Wehen der Corona-Pandemie zu kämpfen hat. Trotz Unwägbarkeiten ist zwar der Großteil der Partner in der Krise treu geblieben, doch wirtschaftliche Ungewissheit führt weiterhin zu Schwierigkeiten im Sponsoring und damit der finanziellen Basis der Wölfe. Andererseits brauchen die Zuschauer nach fast anderthalb Jahren der Abstinenz ihre Eingewöhnungszeit, um wieder Vertrauen in den Besuch von Großveranstaltungen zu finden.

Glücklicherweise haben die reduzierten Besucherzahlen der Stimmung in der Halle keinen Abbruch getan, sodass die berechtigte Hoffnung vorherrscht, zum Saisonstart Anfang September auch wieder eine steigende Zuschauer-Tendenz aufweisen zu können. Mit der entsprechenden Rücksicht aufeinander bleiben die Wölfe zudem davon überzeugt, dass man ohne gesundheitliche Bedenken die Heimspiele in der tectake ARENA besuchen kann.

Die Wölfe hoffen deshalb mit der frischen Mannschaft und neuer Energie, nach der Sommerpause, wieder auf einen schwungvollen Start in die 10. Saison Profihandball in Würzburg. Das Wolfsrudel würde sich dann auch über eine höhere Zuschauerresonanz freuen — am liebsten, wie in „den guten alten Zeiten“, oder darüber hinaus. Dafür soll im Sommer eine Frischekur stattfinden, um dann mit neu gewonnenem Elan die Sportlandschaft Mainfrankens anzusprechen – und erneut zu begeistern. Denn nur mit den Zuschauern im Rücken, kann die Erfolgsgeschichte Wolfsrevier das nächste große Kapitel aufschlagen.

Mit Julian Sauer wurde der letzte Ur-Wolf, aus der sogenannten goldenen Generation verabschiedet. Die Legenden bleiben immer den Köpfen — aber es geht auch weiter! Und die kommende Saison soll das erste weiße Blatt Papier werden, auf dem die Mannschaft dann neue Heldengeschichten in Wölfe-Grün schreibt.

Christian Graber

 

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