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UPFünf Jahre Zweite Handball-Bundesliga in Rimpar

Stolz und Wehmut

Nach dem Sieg gegen Bietigheim: Max Brustmann (vorne) und Steffen Kaufmann.Nach dem Sieg gegen Bietigheim: Max Brustmann (vorne) und Steffen Kaufmann. Nach dem Sieg gegen Bietigheim: Max Brustmann (vorne) und Steffen Kaufmann.Nach dem Sieg gegen Bietigheim: Max Brustmann (vorne) und Steffen Kaufmann. Frank Scheuring

Wölfe siegen gegen Ende der Spielzeit gegen Tabellenzweiten.

Die Saison neigt sich dem Ende zu und die Wölfe scheinen es gen Ende der Spielzeit nochmal wissen zu wollen. Gegen den ambitionierten Tabellenzweiten aus Bietigheim gelang den Wölfen der erste Sieg in der achten Zweitligabegegnung.

Auch wenn die Spiele der Wölfe oft weniger Besucher ziehen als die Erstligabegegnungen des Basketballs oder ein Drittligafußballspiel, sollte klarwerden wie „echt“ diese Verbindung zwischen Fans und Spielern ist. Es ist eben nicht nur eine Verbindung zwischen einem „Profisportler“ und einem Fan, es ist eine Beziehung zwischen Freunden, Weggefährten und Kumpeln und in diesen Momenten wird die große Turnhölle zum kleinen „Handball-Wohnzimmer“.

Fünf Jahre 2. Bundesliga in Rimpar – als wir angetreten sind als Drittligameister gaben uns ausgewiesene Experten wohl eher fünf Monate. Mini-Etat, eine Mannschaft ohne Stars, Handball der aus der Schulsporthalle kommt. Für einige der Ur-Rimparer ist es die Erfüllung eines unwirklichen Traums, die Krönung ihres Lebenswerks in diesem Verein. Andere haben diesen Verein begleitet, erst als Spieler – auch in unserer „H1“ – und sind jetzt zu Fans geworden und wieder andere sind aufgewachsen und groß geworden mit dem immer größer werdenden Erfolg der Wölfe. All diese Situationen gipfeln an einem so großartigen Handballabend wie nach der Partie gegen Bietigheim in Stolz und manchmal auf Wehmut. Stolz, weil wir diese Geschichte seit Jahren begleiten dürfen, mitgestalten dürfen und Teil dieser Gemeinschaft sein dürfen. Wehmut aber auch, da wir wissen, dass der Erfolg kein Perpetuum mobile ist.

Auch in dieser Saison waren und sind unsere finanziellen Mittel mehr als bescheiden. Wir kämpfen uns durch in der Konkurrenz aus Baskets und Kickers, wohlwissend, dass wir nicht der größte Player in dieser Runde sind. Die Wölfe haben viele Menschen begeistert, aber von Authentizität und einer „coolen Geschichte“ allein können wir langfristig keinen Bundesligahandball in Rimpar halten. Unsere Jungs arbeiten bei weitem nicht unter „Profi-Bedingungen“ – alle arbeiten sie neben der Karriere als Leistungssporter. Eine Doppelbelastung, die sich bisweilen auch durchschlägt auf die sportliche Leistungsfähigkeit. Wenn Würzburg und die Region weiterhin und langfristig Bundesligahandball sehen wollen, muss der Etat der Wölfe wachsen – indem die Bereitschaft wächst, dieses Unterfangen nicht nur emotional, sondern auch monetär zu unterstützen. Profisport kostet Geld – wir haben die Regeln nicht gemacht, müssen aber nach ihnen spielen.

Sonst muss man sich langfristig fragen, ob das sportliche Flaggschiff der Handballregion Unterfranken mit dem aggressiven Aufrüsten zahlreicher Clubs im Deutschen Unterhaus mithalten kann. Quo vadis Wölfe.                         Bastian Krenz

Bastian Krenz

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