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UPDeutsche Kreditwirtschaft hat eigenes System gestartet

Bezahlen über deutsche Server

Einkaufen im Internet per Mausklick: Immer mehr Käufer wünschen sich ein Bezahlsystem, das über deutsche Server läuft – ohne Drittanbieter. Einkaufen im Internet per Mausklick: Immer mehr Käufer wünschen sich ein Bezahlsystem, das über deutsche Server läuft – ohne Drittanbieter. Sparkasse Mainfranken

paydirekt nennt sich das neue Bezahlverfahren im Internet, zu dem sich die deutschen Kreditinstitute zusammengeschlossen haben. Seit April dieses Jahres sind auch die Sparkassen mit im Boot. Die Vorteile von paydirekt: Sicherheit, ausschließlich deutsche Server und Abwicklung über das eigene Girokonto – ohne Drittanbieter.

von Rainer Adelmann

Wer im Internet einkauft, will es einfach: per Mausklick bestellen, bezahlen – und am nächsten oder übernächsten Tag das begehrte Stück in den Händen halten. Zunehmend legen die Käufer aber auch Wert auf Sicherheit und möchten in Zeiten von Hackern und NSA-Skandalen das bewährte „Made in Germany“ auch beim Internetkauf bestätigt wissen.

Mit paydirekt hat die deutsche Kreditwirtschaft ein Bezahlsystem eingeführt, das ausschließlich auf deutschen Servern läuft. UP Magazin sprach mit Michael Storzer, Abteilungsleiter Electronic Banking bei der Sparkasse Mainfranken über die Vorteile des neuen Systems und dessen Entwicklung.

Michael Storzer, Abteilungsleiter Electronic Banking bei der Sparkasse Mainfranken. | Foto: Sparkasse MainfrankenMichael Storzer, Abteilungsleiter Electronic Banking bei der Sparkasse Mainfranken. | Foto: Sparkasse Mainfranken„Deutschland ist ein Land, in dem die Menschen mehr Wert auf Sicherheit legen – vielleicht etwas mehr als in anderen Ländern“, so Michael Storzer zur noch jungen Geschichte von paydirekt. Der Wunsch vieler Kunden sei daher gewesen, „ein Online-Bezahlverfahren zu haben, wo die Rechtsgrundlage des Unternehmens nicht irgendwo im Ausland liegt.“ Da sich bei paydirekt nahezu alle deutschen Banken und Kreditinstitute zusammengeschlossen haben, gelten hier sowohl die deutsche Bankenaufsicht als auch der deutsche Datenschutz.
Zunächst hatten Privatbanken und genossenschaftliche Banken vergangenes Jahr das Bezahlsystem eingeführt, so Michael Storzer zur Entwicklung von paydirekt. Seit 27. April, dem deutschen Sparkassentag, sind auch die Sparkassen bei paydirekt dabei. Organisatorisch ist paydirekt eine GmbH, an der die Sparkassen über die Sparkassenfinanzgruppe GIZS beteiligt sind.

Wie beim Konkurrenten Paypal aus USA setzt paydirekt auf den Kundenservice. Das heißt: Sowohl die Anmeldung am System, als auch später die Einkäufe sind für den Kunden bequem und mit wenigen Mausklicks erledigt. Und: Innerhalb von 30 Tagen hat der Käufer bei Nichterhalt der Ware eine Geld-zurück-Garantie.

„Man braucht nichts, außer seinen Zugangsdaten“, so Michael Storzer über das Prozedere, „nämlich Benutzernamen und Kennwort.“ Beides wird einmalig bei der Registrierung festgelegt. Und hier steckt ein weiterer wichtiger Unterschied zum amerikanischen Konkurrenten: Weil kein Drittanbieter dazwischengeschaltet ist, erfolgt die Anmeldung direkt bei der Hausbank des Kunden.

So kann man sich beispielsweise direkt im Online-Banking Bereich der Sparkasse für paydirekt registrieren. Bei der Registrierung ist lediglich eine TAN zur Freischaltung nötig, die entweder per Handy oder Generator erhalten und dann in die Maske eingetragen wird. Und: Wer zum ersten Mal mit paydirekt einkaufen will und noch keine Registrierung hat, kann dies sogar während des Bestellvorgangs erledigen. Er wird dann einfach während der Bestellung auf die Registrierungsseite seiner Hausbank weitergeleitet.

Eine TAN ist zwar nur für die Erstanmeldung nötig, aber: „Wer es besonders sicher will, kann bei Paydirekt das TAN-System auch für jeden Einkauf aktivieren“, erläutert Michael Storzer ein weiteres Sicherheits-Feature von paydirekt. Außerdem erkennt der Algorhyhthmus des Systems, wenn ein Käufer von seinen üblichen Gewohnheiten abweicht – beispielsweise als Lieferort ein anderes Land angibt. Auch in diesem Fall wird paydirekt vom Kunden eine TAN anfordern, um Missbrauch zu unterbinden.

„Die Systeme, die im Hintergrund laufen, sind die bankeneigenen Systeme“, betont Michael Storzer einen weiteren Sicherheitsaspekt. „Das heißt, bei uns läuft im Hintergrund das Rechenzentrum der Sparkasse und nicht eines, das irgendwo in der Welt steht“. Hier wird noch ein weiterer Vorteil deutlich, denn der Kunde kann seine paydirekt-Transaktionen im Onlinekonto seiner Hausbank aufrufen und die Einkäufe nachvollziehen, ohne sich erst bei einem Drittanbieter einloggen zu müssen. So hat er innerhalb seines Online-Kontos den Überblick über die Transaktionen, die er mit paydirekt getätigt hat.

Für ein gut funktionierendes Bezahlsystem müssen natürlich auch die Händler mitspielen: 80 Händler arbeiten derzeit bereits mit paydirekt, so Michael Storzer. Im Herbst soll die große Metro-Gruppe dazu kommen, zu der unter anderem Saturn, Media-Markt und
Real gehören. Seit Einführung des Systems, Storzer weiter, habe es vermehrt Anfragen von Händlern gegeben, bei denen Kunden für ihren Einkauf nach paydirekt nachgefragt hatten.

Analog zur Kundenseite arbeitet paydirekt auch mit dem Händler über dessen Hausbank. Das heißt: Bei einer Transaktion landet der bezahlte Betrag direkt auf dem Konto des Händlers und der Zahlungseingang ist sofort für ihn einsehbar und weiter verarbeitbar.

Die Konditionen für die Händler seien attraktiv, so Michael Storzer. Zum einen besitzt der Händler eine Zahlungsgarantie, zum Anderen sind die Adressprüfung des Käufers, dessen Legitimationsprüfung und auch die Altersprüfung bereits durch die Hausbank erfolgt. Außerdem liege der Preis dabei meist günstiger als bei vergleichbaren Mitbewerbern.

Mit Blick darauf, dass paydirekt ein noch junges System ist, das erst vor wenigen Monaten gestartet wurde, geht Michael Storzer davon aus, dass „bereits zum Jahresende deutlich mehr Händler als jetzt paydirekt nutzen werden und in immer mehr Online-Shops sicher online mit paydirekt bezahlt werden kann “.

 

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