UP Magazin

UPFahrbericht Jaguar I-Pace

Vorsicht Suchtgefahr!

Vorsicht Suchtgefahr! Uta Böttcher

Atemberaubende Beschleunigung, perfekte Straßenlage, exklusives Design: Mit dem vollelektrischen I-Pace ist Jaguar ein elektrisierendes Modell gelungen. Die neue Raubkatze aus der automobilen britischen Edelschmiede setzt so schnell zum Sprung an wie nie zuvor.

Vorsicht! Dieses Auto kann süchtig machen. Ein beherzter Tritt aufs Gaspedal und die Passagiere werden so tief in die Sitze gepresst wie beim Start eines Düsenjets. In – durchaus wörtlich gemeinten – atemberaubenden 4,8 Sekunden schießt man von Null auf 100 Kilometer. Und: Der Trick mit Tritt aufs Gaspedal und den Sitzen funktioniert immer noch, wenn man schon schnell unterwegs ist.

Die Leistungsreserve scheint unerschöpflich. Doch auch wenn die Beschleunigung an einen startenden Passagierjet erinnert: Abheben ist nicht. Im Gegenteil liegt der neue Jaguar I-Pace wie eine geduckte Raubkatze unglaublich exakt und sicher auf der Straße. Kurven, Bodenwellen, egal was der Asphalt bietet, den I-Pace lässt es kalt und er läuft wie auf Schienen.

Diese Straßenlage kennt man bisher nur von reinrassigen Sportwagen. Während sie dort aber mit einem extrem harten Fahrwerk erkauft wird, glänzt der I-Pace mit einem angenehmen Federungskomfort.

Seine außergewöhnliche Straßenlage verdankt Jaguars erstes vollelektrisches Modell der Batterie im Unterboden. Sie verleiht dem 2,2 Tonnen schweren Wagen einen tiefen Schwerpunkt. Dazu kommt eine perfekte Gewichtsverteilung von 50:50 auf Vorder- und Hinterachse.

Für unseren Fahrbericht hatte das Autohaus Brückner & Hofmann dem UP Magazin einen I-Pace First Edition zur Verfügung gestellt – mit jeder Menge Zusatzausstattung von elektronisch geregelter Luftfederung bis zur elektrischen Heckklappe.

Allen Ausstattungsvarianten gleich sind die technischen Daten: Zwei Elektromotoren à 200 PS an Vorder- und Hinterachse sorgen für eine ideale Drehmomentverteilung. Auf die Straße gebracht werden die 400 PS über einen Allradantrieb. Traditionell genießt Jaguar den Ruf, auf leisen Pfoten unterwegs zu sein. Mit dem I-Pace hat man sozusagen den Endpunkt erreicht: Betätigt man den Startknopf hört man: nichts.

Statt einer Gangschaltung oder der bei Jaguar üblichen Automatik per Drehrad hat der Fahrer im I-Pace die Wahl zwischen drei Knöpfen: D für Fahrt, R für Rückwärtsfahrt und P für Parken. Ein Druck auf D, ein sanfter Druck auf das Gaspedal und der Wagen rollt an, und zwar lautlos. Lediglich bei der Rückwärtsfahrt ertönt ein Piepton – zur Sicherheit der Fußgänger. Geht man mit dem Fuß vom Gas, wird der I-Pace sofort langsamer und die negative Bewegungsenergie wird zurück in die Batterie gespeist. Im Unterschied zu einem Verbrenner kann man den I-Pace bei vorausschauender Fahrweise (fast) alleine mit dem Gaspedal fahren.

Bei seinem vollelektrischen I-Pace griff Jaguar nicht etwa auf ein bestehendes Modell zurück, sondern gestaltete den Wagen von Grund auf neu. Die Linienführung ist elegant und stromlinienförmig zugleich und verleiht dem I-Pace trotz der Größe eines SUV das Flair eines Sportwagens. Das Interieur strahlt die Jaguar eigene Exklusivität aus, zwei Displays dienen zur Information und zur Unterhaltung. Ingesamt wirkt das Cockpit ruhig und ausgewogen – passend zur Ruhe im Fahrgastraum. Denn selbst bei heftigster Beschleunigung ist allenfalls ein sanftes Surren wahrzunehmen.

Die Sitze sind eher straff gepolstert und entsprechen somit der sportlichen Seite des I-Pace. Der Fahrgastraum ist geräumig und der Laderaum mit 656 Litern (1453 Liter bei umgeklappten Sitzen) dann doch wieder SUV-like. Angenehm fällt einem als großer Mensch auf, dass man auch bei geöffneter Heckklappe nicht den Kopf einziehen muss, um den I-Pace zu beladen. Übrigens: Sollte der Kofferraum doch einmal nicht ausreichen, gibt’s noch etwas Platz unter der Kühlerhaube. Einen Motor sucht man dort vergebens.

Die Reichweite (laut WLPT) beträgt 470 Kilometer. Wie weit man noch mit der Batterieladung bei der bisherigen Fahrweise fahren kann, zeigt das Display bei jedem Fahrtantritt an. Den I-Pace gibt es ab 77.850 Euro. Eine Probefahrt sollte man sich nicht entgehen lassen.

Autohaus Brückner & Hofmann, Wachtelberg 33,  97273 Kürnach, Tel. 09367-9885890, E-Mail: info@brueckner-hofmann.de, Web: www.brueckner-hofmann.de

 

UP - Der Überblick

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4

Leben ordnen - Gutes tun

Leben ordnen - Gutes tun

Würzburg ist Hauptstadt, nämlich – bezogen auf die Einwohnerzahl – die Stiftungshauptstadt Deutschlands. Was erfolgreichen Sportlern und reichen Industriellen vorbehalten schien, kann heutzutage jeder: mit einer Stiftung Gutes tun. Weil es dabei oft auch um das Ordnen des eigenen Lebens und Nachfolgeregelung geht, fließen dabei sogar...

Mehr >

Das verbogene Näschen

Das verbogene Näschen

Reparieren ist besser als gleich wegwerfen und neu kaufen: Beim 8. Würzburger Repaircafé standen die Menschen in einer lange Schlange, um sich von Experten helfen zu lassen.

Mehr >

Geteiltes Hufeisen

Geteiltes Hufeisen

Es sollte verkauft werden, es sollte neu bebaut werden, es sollte erhalten werden: Lange war das Schicksal des Mozart-Areals ungewiss, nun nehmen die Planungen zu dem Gelände, das seit 2001 nur sporadisch genutzt wurde, konkrete Formen an.

Mehr >

Rathausplatz mit Brunnen

Rathausplatz mit Brunnen

Das „Städtle“ bekommt einen neuen Rathausplatz. Im Oktober begannen die Bauarbeiten für die Umgestaltung des Rathausplatzes in Heidingsfeld. Ende nächsten Jahres soll er bereits fertig sein.

Mehr >

Reisen

Unterwegs mit Schnabelkanne

Unterwegs mit Schnabelkanne

Drei weltberühmte Bäder innerhalb von nur 50 Kilometern? Das gibt es nur bei unseren tschechischen Nachbarn. Eine Reise nach Karlsbad, Marienbad und Franzensbad führt in drei Städte mit drei unterschiedlichen Charakteren und einer Gemeinsamkeit: Etwas morbider Charme muss sein.

Mehr >
Website Realisation: CATLINE print & web | © UP Magazin 2016