UP Magazin

Reisen

Zuhause bei Rodin

Zuhause bei Rodin

Mit seinem liebevoll gestalteten Park, den prachtvollen Räumen und den genialen Kunstwerken Auguste Rodins gleicht das Musée Rodin in Paris einem Gesamtkunstwerk.

Mehr >
UPWissenschaftler der Uni Würzburg entdeckt "tierisches" Rettungswesen

Ameisen-Sanitäter

Eine Matabele-Ameise trägt eine verletzte Artgenossin nach einem Raubzug zurück ins Nest. Eine Matabele-Ameise trägt eine verletzte Artgenossin nach einem Raubzug zurück ins Nest. Erik Frank

Eine bei Insekten bislang unbekannte Verhaltensweise beschreiben Biologen der Uni Würzburg im Magazin „Science Advances“: Sie fanden heraus, dass die afrikanischen Matabele-Ameisen ihre im Kampf verletzten Nestgenossen retten.

Im Reich der Ameisen gibt es ein einzigartiges Rettungswesen: Kommt es im Kampf zu einer Verletzung, ruft die verwundete Ameise um Hilfe. Sie wird dann zurück ins Nest getragen und verarztet.

Die afrikanischen Matabele-Ameisen sind südlich der Sahara weit verbreitet und haben sich auf eine besondere Nahrung spezialisiert: Sie fressen Termiten. Zwei bis vier Mal am Tag gehen die Ameisen auf Beutefang. Sie ziehen in langen Kolonnen aus, überfallen Termiten an ihren Futterstellen, töten dort viele Arbeiter und schleppen die Opfer zurück in ihr Nest. Bei diesen Überfällen stoßen die Ameisen allerdings auf Gegenwehr – sie werden in Kämpfe mit der Soldatenkaste der Termiten verwickelt. Dabei kann es Tote und Verwundete geben, denn die Soldaten wissen ihre gepanzerten Köpfe und kräftigen Kiefer gut gegen die Ameisen einzusetzen.

Das Verletzungsrisiko ist also hoch auf den Beutezügen. Die Ameisen haben darum ein Rettungsverhalten entwickelt, das man in dieser Form bei Insekten bislang nicht kannte.
Wird eine Ameise im Kampf verletzt, „ruft“ sie ihre Artgenossen um Hilfe, indem sie chemische Signalstoffe absondert. Sie wird dann zurück ins Nest getragen und dort verarztet, so dass sie in der Lage ist, bei künftigen Raubzügen wieder dabei zu sein. Worin die „Therapie“ besteht? Meist werden Termiten entfernt, die sich an der Ameise festgebissen haben.

Ein Forschungsteam vom Biozentrum der Universität Würzburg hat laut Pressemitteilung der Uni Würzburg dieses Rettungswesen von Megaponera analis aufgedeckt und im Journal „Science Advances“ vorgestellt. An der Arbeit beteiligt waren Erik Frank, Thomas Schmitt, Thomas Hovestadt, Oliver Mitesser, Jonas Stiegler und Karl Eduard Linsenmair, alle vom Lehrstuhl für Tierökologie und Tropenbiologie.

„Erstmals haben wir damit bei wirbellosen Tieren ein Helferverhalten gegenüber Verletzten beobachtet“, sagt Doktorand Erik Frank. Gerade bei sozialen Insekten, bei denen das Individuum im Vergleich zur ganzen Kolonie in der Regel nur wenig zählt, sei das nicht zu erwarten gewesen. Aber offenbar zahlt es sich in der Gesamtbilanz für die Kolonie aus, den Aufwand zur Rettung von Verwundeten zu betreiben, wie die Forscher in ihrer Publikation zeigen.

 

UP - Der Überblick

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4

Natur-Ereignis

Natur-Ereignis

Würzburg hat sich chic gemacht: Eichornstraße fertig, Kaiserstraße fertig, die Barracken am Bahnhofsplatz sind Grünflächen gewichen. Die Landesgartenschau öffnet am 12. April mit einem – zur bunten Blumenpracht passenden – ebenso bunten Programm. Die erwarteten eine Million Besucher können kommen.

Mehr >

Drei Fragen an... Claudia Knoll

Drei Fragen an... Claudia Knoll

Claudia Knoll wurde von der Bayerischen Landesgartenschau GmbH als Geschäftsführerin zur Landesgartenschau Würzburg 2018 entsandt. Sie ist verantwortlich für die Vorbereitung und Durchführung. UP Magazin sprach mit ihr über das Mammutprojekt Landesgartenschau 2018 – und über Herausforderungen und Vorfreude.

Mehr >

Quartier nimmt Konturen an

Quartier nimmt Konturen an

Bismarckquartier nennt sich künftig das Areal der alten Posthalle am Bahnhof. Ein städtebaulicher Wettbewerb für das Gelände ergab zwei Gewinner – Ende April fällt die Entscheidung. UP Magazin sprach mit Niko Rotschedl, Geschäftsführer der bismarckquartier GmbH, über die beiden Vorschläge und den Zeitplan.

Mehr >

Aufgeräumt und modern

Aufgeräumt und modern

Die Kaiserstraße war einst die Prachtstraße Würzburgs, war aber in den vergangenen Jahrzehnten arg in die Jahre gekommen. Jetzt hat sie ein neues Gesicht: weiträumig und modern, klar und aufgeräumt.

Mehr >
Website Realisation: CATLINE print & web | © UP Magazin 2016