UP Magazin

UPKulturpreis der Stadt Würzburg

Auf Draht sein ...

Angelika Summa bei der Arbeit im Kunstmuseum von Merida/Mexiko an ihrer Stahlskulptur „Protected Nature - 8 Cubic Metre City Park“. Die Skulptur steht heute noch dort. Angelika Summa bei der Arbeit im Kunstmuseum von Merida/Mexiko an ihrer Stahlskulptur „Protected Nature - 8 Cubic Metre City Park“. Die Skulptur steht heute noch dort. Wolf-Dietrich Weissbach

Der Kulturpreis 2014 der Stadt Würzburg wurde vor wenigen Tagen Angelika Summa überreicht. Für das UP Magazin beschreibt sie ihre Art der künstlerischen Arbeit.

„Eisenmangel war nie mein Problem. Die Bearbeitung von Metall gehört allerdings in den Bereich der Technik und Technik ist männlich besetzt. Schlecht für eine Frau. Erleichterung macht sich breit, wenn ich darauf beharre, daß ich eine besondere Vorliebe für traditionelle (weibliche) Handarbeitstechniken hege: Draht kann man wickeln, stricken, häkeln, verknoten, knüpfen, spinnen usw. Und erst dann, wenn es gar nicht anders geht, weil auch eine bestimmte Dimension in Größe und Material bewältigt werden soll, auf industrielle Verfahrensweisen wie Schweißen, Löten, Nieten usw. zurückgreife.

Mein persönliches Aha-Erlebnis mit Draht hatte ich 1990 in meiner Werkstatt, als ich die Idee hatte, dieses störende Stück Hasendraht-Zaun verschwinden zu lassen, indem ich die verzwirbelten Drähte aufdröselte. Die abgrenzende Ordnung der Sechseckwürfel verwandelte sich in frei schwebende Tentakel, die vibrierten und Kontakt suchten. Von da an faszinierte mich die Wandlungsfähigkeit dieses störrischen Materials; es entstanden und es entstehen auch heute noch die aus verschiedenartigen Drähten gewickelten und weiterbearbeiteten Knäuel: mal aufgezwickt, mal ausgehöhlt, in Form gedrückt, gebohrt, mit der Flex geköpft:  Hand-Arbeiten eben.
 
Diese spontane Arbeitsweise habe ich beibehalten. Auf durchdachte Pläne und Modelle für meine Drahtwerke verzichte ich, selbst dort, wo sie Dimensionen erreichen, die meine körperliche Kraft weit überfordern. Meine Skulpturen orientieren sich in der Regel an geometrischen Grundformen und basieren auf einer im Kopf herumgeisternden Idee. Während des Arbeitsprozesses ist mir Distanz zu meiner Arbeit nicht möglich, ich bin mit Haut und Haaren darin verwickelt. Die Geometrie – Kugeln, Quader, Würfel – wird benötigt, um Ordnung im Chaos zu schaffen. Es ergeben sich unendliche Möglichkeiten; für eine muß man sich aber entscheiden. Am gelungensten ist die Verbindung in einem geschlossenen System, wenn sich Anfang und Ende nicht mehr ausmachen lassen.“

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