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UPWürzburger Forscher mit Studie zu Wüstenameisen

Ameisen mit sechstem Sinn

Sie haben einen sechsten Sinn für das Erdmagnetfeld: Wüstenameisen am Nesteingang. Sie haben einen sechsten Sinn für das Erdmagnetfeld: Wüstenameisen am Nesteingang. Dr. Pauline Fleischmann

Wüstenameisen orientieren sich am Magnetfeld der Erde. Das zeigt eine neue Studie von Wissenschaftlern der Universität Würzburg. Die Tiere können sich auf diese Weise den Weg zurück in ihr Nest einprägen.

Bevor eine Wüstenameise sich auf Futtersuche begibt, muss sie ihr Navigationssystem kalibrieren. Bei so genannten Lernläufen erkunden die Tiere die nähere Umgebung rund um den Nesteingang und drehen dabei wiederholt Pirouetten um die eigene Körperachse. Dabei stoppen die Tiere immer wieder und schauen exakt in Richtung des Nesteingangs zurück, obwohl sie diesen – ein winziges Loch im Boden – nicht sehen können.

Wissenschaftler vom Biozentrum der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) haben jetzt überraschend festgestellt, dass sich Wüstenameisen in der Phase der Lernläufe am Magnetfeld der Erde orientieren. Zur Überprüfung ihrer These sind die Forscher nach Südgriechenland gereist, wo Cataglyphis-Ameisen heimisch sind. Mit im Gepäck hatten sie ein 1,50 Meter hohes Helmholtz-Spulenpaar. Von einem definierten Strom durchflossen, erzeugen die Spulen ein nahezu homogenes und exakt bekanntes Magnetfeld. Damit konnten die Forscher das Verhalten der Wüstenameisen während der Lernläufe unter kontrollierten Bedingungen in ihrem natürlichen Habitat studieren.

Das Ergebnis war eindeutig: Drehten die Wissenschaftler an der Ausrichtung des Magnetfelds, blickten die Wüstenameisen nicht mehr in Richtung des tatsächlichen Nesteingangs, sondern eines vorhersagbaren neuen Orts – dem fiktiven Nesteingang. Wie und ob sie überhaupt zwischen den verschiedenen Navigationshilfen – dem Sonnenstand, dem Landschaftspanorama und dem Magnetfeld – hin und her wechseln, lautet eine der Fragen, die von der Wissenschaft jetzt angegangen werden muss.

Und natürlich die Frage: „Wo sitzt der Sensor für das Magnetfeld und wie funktioniert er?“ Damit sei man dann schon ganz tief drin im Bereich der Orientierungs- und Navigationsforschung bei Insekten, sagt Professor Wolfgang Rössler, Inhaber des Lehrstuhls für Zoologie II am Biozentrum der JMU, dessen wissenschaftliche Mitarbeiter Dr. Pauline Fleischmann und Robin Grob, die Versuche mit durchgeführt hatten.

Wie es das vergleichsweise kleine Gehirn der Ameisen schafft, Richtungsinformationen über den Sonnenstand, das Magnetfeld sowie Panoramaansichten der Landschaft zu speichern und mit Entfernungsinformationen aus dem Schrittzähler zu verarbeiten – diese Frage reiche weit über das Gebiet der Verhaltensforschung und der Neurowissenschaften hinaus, erklärt der Wissenschaftler. Die Antwort auf diese Frage sei auch für die Informatik und Robotik von großem Interesse.

 

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