UP Magazin

UPDer "Cube" ist Teil des ZDI Mainfranken

Wo die Ideen fliegen lernen

Der "Cube" auf dem Gelände der landesgartenschau am Hubland. Der "Cube" auf dem Gelände der landesgartenschau am Hubland. Uta Böttcher

Der „Cube“ auf dem Gelände der Landesgartenschau ist ein echter Hingucker. Er ist Teil des ZDI Mainfranken und bleibt natürlich auch nach der Gartenschau erhalten. UP Magazin traf sich kurz vor Fertigstellung des beeindruckenden Gebäudes mit Klaus Walther, Projektleiter des ZDI Mainfranken, vor Ort.

Kurz vor der Eröffnung werkeln noch fleißig die Handwerker im „Cube“, dem Gründerlabor auf dem Gelände der Landesgartenschau auf dem Hubland. Beim Treffen mit dem UP Magazin vor Ort bleibt Klaus Walther, Projektleiter des ZDI Mainfranken, dennoch ruhig – obwohl die Möbel im Wert von rund 40.000 Euro erst einen Tag vor dem Eröffnungstag im Mai eintreffen werden: „Nach der offiziellen Eröffnung wird der reguläre Betrieb ohnehin erst voraussichtlich Mitte Juni losgehen.“

Der „Cube“ ist eine der drei Komponenten des Zentrums für Digitale Innovationen, kurz ZDI Mainfranken, das Gründern von der Idee bis zur fertigen Vermarktung zur Seite stehen soll. Das Grundkonzept besteht aus folgenden Komponenten:

Der Tower: Nur wenige Meter vom „Cube“ entfernt sollen hier die Ideen entstehen. Grundlage ist das „Design Thinking“, also die Möglichkeit, schnell Entwürfe zu erarbeiten und sie möglicherweise genauso schnell wieder zu verwerfen – um dann neue entstehen zu lassen. Kernstück ist ein großer 200 Quadratmeter großer Raum, der multifunktional von Arbeitsgruppen genutzt werden kann. Die Räumlichkeiten im Tower sollen ab 2. Juli nutzbar sein. Über den Tower und Design Thinking berichteten wir bereits in früheren Ausgaben.


Der „Cube“: Eigentlich Gründerlabor genannt – aber „Cube“ klingt cooler und hat sich als Name bereits eingebürgert. Hier sollen die Ideen aus dem Tower Wirklichkeit werden, zumindest als Prototyp. „Wer im Tower die Idee zu einem runden Handy hatte, kann es hier als Prototyp herstellen und testen, ob es machbar ist und beim Verbraucher ankommt“, gibt Klaus Walther ein Beispiel.

Der Inkubator: Hier geht es zur Sache, hier sollen junge Firmen und Gründer ihre im Tower entworfenen und im „Cube“ getesteten Ideen vermarkten und an die Verbraucher bringen. Der Inkubator ist ebenfalls nicht weit weg vom „Cube“ – aber er ist noch nicht fertig. Klaus Walther rechnet damit, dass der Inkubator Ende 2019 bezugsfertig ist.

Der Projektleiter ZDI Mainfranken, Klaus Walther, beim  Rundgang durch den „Cube“ mit dem UP Magazin. | Foto: Uta BöttcherDer Projektleiter ZDI Mainfranken, Klaus Walther, beim Rundgang durch den „Cube“ mit dem UP Magazin. | Foto: Uta BöttcherDen „Cube“ sah Klaus Walther zuerst in Frankfurt, gebaut von der Hochschule Darmstadt. Dort allerdings dient er als Wohnfläche. Im Würzburger „Cube“ soll freilich gearbeitet werden, weswegen die Anforderungen hier größer waren, um der Arbeitsstättenverordnung nachzukommen. Beeindruckt war Klaus Walther schon damals vom Raumangebot: „Von außen sah der Würfel klein aus - drinnen hatte er eine Menge Platz.“

Würfel – englisch Cube – sind die Grundlage des Konzepts. Nicht nur, dass das Gebäude von außen einem Würfel gleicht, auch der Innenraum beinhaltet würfelförmige Formen. Nach dem Haus-in-Haus Prinzip befinden sich in dem weiträumigen und hellen Innenraum mehrere Büros, in denen Teams arbeiten können und eine Werkstatt. In der Werkstatt stehen drei 3D-Drucker, eine kleine Fräse und auch Lötkolben bereit, damit junge Gründer ihre Prototypen herstellen können. Ebenfalls im „Cube“: Ein Studio für Video- und Audiobearbeitung.

Der große Innenraum dient als Co-Workingbereich zum Beispiel für Besprechungen. In der Eingangszone lässt sich ein Podest herausziehen, das als Sitzmöglichkeit dient. Der „Cube“ glänzt mit viel Holz, Glas und Acryl und ein wenig Metall an den Geländern. Von außen sieht er spektakulär und futuristisch aus und ist ein Hingucker auf der Landesgartenschau und natürlich auch später.

Auf der Hülle prangen die Adresse „Hublandplatz 1“ und weitere grafische Elemente, die sich nur bei genauerem Hinschauen erschließen. Es handelt sich um ein Blatt Papier, das gefaltet wird und schließlich zum Papierflieger wird – sinnbildlich für die Ideen, die hier Wirklichkeit werden sollen.

Geplant war diese grafische Gestaltung übrigens nicht: Sie ist der Tatsache geschuldet, dass die große helle Kunststofffläche im Sommer zu viel Wärme ins Innere des Gebäudes lässt. „Wir mussten uns zur Isolation etwas einfallen lassen. Unsere Ideen reichten von Hopfenranken bis zu einer zweiten vorgelagerten Fassade mit Jalousien – was natürlich zu teuer geworden wäre.“

Es wurde die Bedruckung der 50 Zentimeter breiten Kunststoffelemente, die mit Hohlkammern gefüllt sind, um eine bessere Isolation zu gewährleisten. 60 Prozent der Fläche musste bedruckt werden, 58 Prozent sind es letztlich geworden - und ein schöneres Aussehen verleiht die Grafik dem „Cube“ ohnehin. Im Inneren sorgt ein großer, automatischer Vorhang ebenfalls für Sonnenschutz. Außerdem lässt sich der Cube auf diese Weise auch abdunkeln, wenn man mit einem Projektor oder Beamer arbeitet.

Verschachtelt: Das Innere des „Cubes“ ist eine Haus-in-Haus Lösung. Werkstatt und Büros sind einzelne Quader aus Holz. Der offene und helle Innenraum ist vielseitig nutzbar, zum Beispiel als Co-Working Bereich für Besprechungen. | Foto: Uta BöttcherVerschachtelt: Das Innere des „Cubes“ ist eine Haus-in-Haus Lösung. Werkstatt und Büros sind einzelne Quader aus Holz. Der offene und helle Innenraum ist vielseitig nutzbar, zum Beispiel als Co-Working Bereich für Besprechungen. | Foto: Uta Böttcher16 mal 16 Meter beträgt die Grundfläche des „Cubes“, bei einer Nutzfläche von 399 Quadratmetern. Diese krumme Zahl wurde nicht zufällig ausgewählt sondern: „Ab 400 Quadratmetern wäre eine andere Baugenehmigung notwendig geworden“, so Klaus Walther. „Dann wären wir in eine andere Bauschutzklasse gekommen und wir hätten den Cube nicht bauen können.“ 2,91 Millionen Euro sind die Gesamtkosten für den „Cube“, die wohl auch exakt eingehalten werden. Dass der Kostenansatz so genau gehalten werden, liegt wahrscheinlich auch an der kurzen Zeit von nur zwei Jahren, die von Antragsstellung bis Fertigstellung ins Land ging. Eine für ein Projekt dieser Größenordnung außerordentlich geringe Zeitspanne, auf die Walther besonders stolz ist.

Wenn der „Cube“ im Juni in Betrieb geht, fängt für Klaus Walther und seine Mitarbeiter die Arbeit erst an. Verwaltung und Vertrieb des „Cube“ stehen zwar grundsätzlich fest, Klaus Walther rechnet aber damit, „dass wir Erfahrungen machen und wahrscheinlich auch Lehrgeld zahlen müssen, bei dem was geht und was nicht.“ Für Nutzer wird der „Cube“ am Anfang einen kleinen Grundbetrag kosten, der sich aber nach zwei Monaten, wenn man länger bleibt, erhöhen soll. „Irgendwann einmal muss man feststellen, ob etwas funktioniert oder nicht - und dann kommt der nächste Schritt.“

„Der Unterschied zu anderen Gründerzentren ist, dass wir mit unseren beiden ersten Elementen komplett auf die Vorgründerphase gehen. Hier in Würzburg gibt es so viel Potential durch Studenten und anderes kreatives Umfeld. Dies wollen wir fördern“, so Klaus Walther.

 

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