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UPUP Magazin sprach mit Geschäftsführer Niko Rotschedl

Bismarckquartier in Wartestellung

Autofrei und durchlässig: Das geplante Bismarckquartier eröffnet bisher unbekannte Blickachsen zu den Weinbergen. Autofrei und durchlässig: Das geplante Bismarckquartier eröffnet bisher unbekannte Blickachsen zu den Weinbergen. Beethoven Development GmbH

Eigentlich hätte schon im vergangenen Jahr mit den Abrissarbeiten für das neue Bismarckquartier westlich des Hauptbahnhofs begonnen werden sollen. Aber: Auch wenn man nach wie vor in den Startlöchern für das neue Quartier steht, das neben Wohnraum auch Platz für zwei Hotels bieten soll, ist derzeit Geduld angesagt. UP Magazin sprach mit Niko Rotschedel, Geschäftsführer der bismarckquartier GmbH, über die Gründe.

Nach der ursprünglichen Planung hätte im vergangenen Jahr mit den ersten Abrissarbeiten für das neue Bismarckquartier begonnen werden sollen. Doch aktuell befindet sich das Projekt für das große Areal westlich des Hauptbahnhofs in Wartestellung. UP Magazin sprach mit Niko Rotschedl, einem der beiden Geschäftsführer der Würzburger Beethovengruppe, deren Projektentwicklungsgesellschaft bismarckquartier GmbH Eigentümer des Geländes ist.

Zur Erinnerung: Bismarckquartier bezeichnet das Gelände, das im Wesentlichen das Areal der alten Posthalle umfasst. Geplant ist eine autofreie und durchlässige Wohnbebauung mit Blickachsen zu den Weinbergen. Das Gelände wird dabei auf Straßenniveau gebracht, der Parkverkehr wird in eine Tiefgarage mit rund 1500 Plätzen geleitet.

Verschwinden wird dadurch der jetzige enge dunkle Tunnel, der unter dem Gelände bis auf die gegenüberliegende Seite der Bahnstrecken führt. Bleiben wird freilich der zweite Teil des Tunnels unter den Gleisen.

Bleiben wird auch das Posthochhaus, allerdings wird es dann einer Renovierung unterzogen. Außer neuen Wohnungen sehen die bisherigen Planungen für das Bismarckquartier unter anderem auch zwei neue Hotels vor.
Zwei Gutachten hat die bismarckquartier GmbH derzeit bei der Stadt Würzburg im Rahmen des Projekts eingereicht. Eines davon ist das erforderliche Verkehrsgutachten, das andere ist das Klimagutachten, in dem ein Bauherr nachweisen muss, dass sein Bauprojekt das städtische Kleinklima verbessert. Dies ist freilich kein Problem, denn die jetzige Fläche ist fast durchgehend versiegelt — sowohl die Posthallen, als auch die asphaltierten Flächen für die Parkplätze.

Im Gegensatz dazu sehen die Planungen für das Bismarckquartier baumbewachsene Alleen als freie Durchstiche mit Blick auf die Weinberge, sowie weitere Bepflanzungen vor. Zudem werden die Dächer der einzelnen Wohnbauten begrünt. Und: Auch die Sicht von den Weinbergen aus bleibt unbehindert, denn die Baukörper sind niedrig genug, um vom mittleren Weinbergweg eine unbehinderte Sicht bis zum historischen Bau des Juliusspitals zu gewährleisten.

Nach wie vor steht man also in den Startlöchern und wird mit dem Projekt Bismarckquartier beginnen, sobald man das grüne Licht von der Stadt hat. Niko Rotschedl sieht aber auch den positiven Aspekt der Wartezeit: „ Derzeit laufen bereits zwei Bauvorhaben für die äußere Pleich. Und wir möchten vermeiden, dass zu viele Projekte das Quartier gleichzeitig belasten.“
Diese beiden Projekte sind die neue Wohnbebauung am Eon-Hochhaus sowie der Um- und Neubau an der Frankenhalle. Der Um- und Neubau des Frankenhallengeländes ist ebenfalls ein Projekt der Würzburger Beethovengruppe. Während die denkmalgeschützte Halle renoviert und einer neuen Nutzung zugeführt wird, sollen im räumlichen Anschluss etwa 70 Wohnungen entstehen.

Niko Rotschedl schätzt, dass etwa im Jahr 2023 zumindest der Neubau dort fertiggestellt sein wird und man im Anschluss mit der Sanierung der Halle beginnen kann. „So lange wollen wir abwarten und auch dann die Erfahrungen aus diesem Projekt in das Bismarckquartier einfließen lassen.“

Und rechnet man die Zeit für Bebauungsplan und Baugenehmigung ein, wird wohl auch nicht vor 2025 mit den Abrissarbeiten auf dem Posthallengelände begonnen werden. Was die Posthallen als Veranstaltungsort betrifft, geht Niko Rotschedl davon aus, dass bis dahin ein alternativer Platz gefunden sein wird — und bietet auch die Unterstützung bei der Suche nach einem geeigneten neuen Standort an.

 

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