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UPWürzburgs Freibad feiert Geburtstag

Das „Dalle“ wird 60

Sonnenbaden im Jahr 1956 im Dallenbergbad. Sonnenbaden im Jahr 1956 im Dallenbergbad. Archiv WVV

In diesem Jahr feiert eine der beliebteste Freizeiteinrichtung Würzburgs einen runden Geburtstag: das Dallenbergbad wird 60. Auf einem Gelände, das ursprünglich als Förder- und Produktionsstätte von Lehm, Kies Sand und Ziegeln gedient hatte. 

Selten waren sich die Stadtväter so einig, wie zu Beginn der 50er Jahre bei diesem Thema: Ein Freibad muss her! Schließlich hatten kleinere Städte und Gemeinden wie Bad Kissingen, Karlstadt, Zellingen und Thüngersheim schon solche Einrichtungen und Schweinfurt, Kitzingen, Ochsenfurt und Lohr waren in der Planung. Da wollte die Mainfranken-Metropole nicht zurückstehen. Zudem hatte sich auch in Würzburg mehr oder weniger die Einsicht durchgesetzt, dass Mainwasser „gelinde gesagt eine eklige Angelegenheit (ganz gleich wo) ist.“ Angesprochen waren damit die drei Flussbäder im Main, mit dem sich die Würzburger bislang hatten begnügen müssen, wenn sie ihren Badespaß suchten.

Das Gelände der alten Ziegelei. | Foto: Archiv WVVDas Gelände der alten Ziegelei. | Foto: Archiv WVVDas Gelände der ehemaligen Ziegelei J. Eugen Weber schien der geeignete Standort für ein Freibad. Nicht zuletzt, weil ein solches auch den Ansprüchen des dortigen Wasserschutzgebietes gerecht werden konnte. Das Gelände des Dallenbergbades ist auch heute noch ein wichtiger Bestandteil des Infiltrationswasserwerks an der Mergentheimer Straße. Am Samstag, 24. Juli 1954 begann die erste Planierraupe den Boden in die Form zu bringen, die aus dem unstrukturierten Ziegelei- und Ackergelände ein schmuckes Freibad machen sollte. Es waren Großmaschinen der 1. US-Division, die das Planieren besorgten, denn im Nachkriegs-Deutschland gab es solche Geräte kaum. Und immerhin plante man, 50 000 Kubikmeter Erde zu bewegen.

Die Arbeiten am künftigen Freischwimmbad gingen zügig voran und zunächst dachten die Planer sogar daran, bereits im Sommer 1955 einen Teil zu eröffnen. Davon wurde aber wieder Abstand genommen, und man wollte dann doch lieber warten, bis alles komplett fertig war. Im Dezember musste der Stadtrat einräumen, dass das Bad rund 300.000 Mark mehr gekostet hat als veranschlagt, und dass man mit 1,8 Millionen Mark rechnen müsse. Doch das tat der guten Stimmung keinen Abbruch. Immerhin war bereits im September 1955, gut ein Jahr nach Baubeginn, das erste Mal probeweise Wasser in das große Schwimmerbecken geflossen.

Trotz teilweise ungünstiger Witterung lagen die Schwimmbad-Bauer im Zeitplan und am 14. Juli 1956 wurde in einem Vorbericht auf die Eröffnungsveranstaltung am selben Tag getitelt: „Vorbei ist endlich die badelose Zeit“. Optimismus und Aufbruchsstimmung kennzeichneten die Einweihungsfeier des Dallenbergbades und auch die Berichterstattung darüber. „Es wurde samt und sonders ein Erholungsgelände geschaffen, um das uns andere Städte beneiden werden“ schrieb die Presse euphorisch und in der gesamten Berichterstattung über diesen Tag ist kein Wort zu finden über die Kosten. Heute geht man davon aus, dass bis zur offiziellen Einweihung 2,41 Millionen Mark notwendig waren.

Oberbürgermeister Dr. Franz Stadelmayer tauft das Bad mit Schaumwein (1956). | Foto Archiv WVVOberbürgermeister Dr. Franz Stadelmayer tauft das Bad mit Schaumwein (1956). | Foto Archiv WVVAm Samstag, 14. Juli 1956, hob also der damalige Oberbürgermeister Dr. Franz Stadelmayer das Freibad aus der Taufe. Anlassgerecht goss er eine Flasche Sekt in das Schwimmerbecken. Bereits am ersten Badetag, Sonntag, 15. Juli 1956, wurden über 2000 Besucher gezählt. Heute, 60 Jahre später, weist die Bilanz insgesamt rund 13,7 Millionen Badegäste auf. Doch auch wenn mittlerweile alle Becken und Gehwege, der Sprungturm, Technik und sonstige Einrichtungen mehrfach renoviert wurden: Das Gesamtkonzept der Anlage hat sich sechs Jahrzehnte bewährt und ist praktisch unverändert.

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