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UPDie Eichhornstraße aus der Vogelperspektive

Der Code von ganz oben

Der neu QR-Code in der Eichhornstraße aus der Vogelperspektive. Der neu QR-Code in der Eichhornstraße aus der Vogelperspektive. pixelflight

Würzburg hat den größten QR-Code Deutschlands: An der Kreuzung Spiegelstraße/Eichhornstraße entstand ein neuer Platz, den diese originelle Idee ziert. Wir wollten wissen: Wie sehen Aliens und Vögel den Mega-Code. UP Magazin ging in die Luft.

von Rainer Adelmann

Es ist warm und sonnig. Detlef Gloede von pixelflight nimmt seine Drohne aus dem Auto und macht sie startklar. Alle Genehmigungen sind eingeholt, die Polizei verständigt. Wie ein Fluggerät aus einem Science-Fiction Film dreht sich die Drohne wenige Meter über dem Boden erst einmal um sich selbst, fährt dann die Ausleger nach oben und gewinnt unter den Blicken zahlreicher Schaulustiger schnell an Höhe.

Startklar: Wie ein Roboter aus einem Science-Fiction Film wartet die Drohne auf ihren Einsatz. | Foto: pixelflightStartklar: Wie ein Roboter aus einem Science-Fiction Film wartet die Drohne auf ihren Einsatz. | Foto: pixelflightSeit wenigen Tagen erst ist der überdimensionale QR-Code auf dem neuen Platz an der Ecke Eichhornstraße/Spiegelstraße fertig gestellt. Er ist eine Vergrößerung jenes Codes, den Handy- und Tablet-Besitzer einlesen können und so direkt auf eine Website der Stadt geleitet werden. Wir wollten wissen: Kann man den Code auch von oben erkennen, würde ein Flieger ihn nutzen können – oder gar ein Alien? Und wie sieht er überhaupt von oben aus? UP Magazin beauftragte Detlef Gloede, einen erfahrenen Drohnenflieger – und die Drohne brachte beeindruckende Bilder von ihrer Reise mit.

Zwölf mal zwölf Meter misst der QR-Code, den die Mitarbeiter der Firma Würzburger Pflasterbau in den Boden eingelegt haben. 395 helle Steine und 334 dunkle Steine ergeben das Muster, das wie die Pixel in einem Computerbildschirm den QR-Code zusammensetzen.

Der Granit stammt aus dem Bayerischen Wald. Bewusst habe man davon abgesehen, billigere Steine aus dem Ausland zu importieren, so Holger Döllein vom Baureferat der Stadt Würzburg, der das Bauprojekt Fußgängerzone Eichhornstraße leitet. Damit vermeidet man, dass die Steine womöglich in Steinbrüchen gebrochen werden, in denen Kinderarbeit üblich ist. Wer es genau wissen will: Die hellen Steine sind aus Hintertiessen Granit, die dunklen aus Fürstensteiner Granit.

Aus der Vogelperspektive in einer Höhe von rund 60 Metern erkennt man auch, was bisher bereits geschafft wurde: Die neue Fußgängerzone in Richtung Markt wird von den Menschen angenommen, die Gastronomie hat einen Teil davon erobert und sie ist zweifellos eine Bereicherung der Innenstadt. In Richtung Semmelstraße sind dagegen die Bauarbeiten noch in vollem Gang und fast täglich verändert sich dort das Aussehen – ein Loch wird zugeschüttet, dafür das nächste aufgegraben.

Zeitplan verzögert sich

Wird gut angenommen: Würzburgs neue Fußgängerzone in der Eichhornstraße. | Foto: pixelflightWird gut angenommen: Würzburgs neue Fußgängerzone in der Eichhornstraße. | Foto: pixelflightDie Bauarbeiten in der Fußgängerzone Eichhornstraße/Spiegelstraße hinken dem Zeitplan hinterher, was vor allem auf die archäologischen Arbeiten zurückzuführen sei, so Holger Döllein. Wir sind mitten in der Innenstadt und dem mittelalterlichen Würzburg.

Das heißt: An zahlreichen Stellen mussten und müssen die Archäologen sichern und archivieren, um das alte, „darunter liegende“ Würzburg für die Nachwelt zu dokumentieren. Alleine für 25 Meter in der oberen Eichhornstraße benötigen die Archäologen neun Wochen.

Danach können die Stadtwerke weiter machen und die starren Versorgungleitungen wie Gas, Wasser, und Fernwärmeleitungen neu verlegen. Dies wird wahrscheinlich bis Frühjahr 2017 dauern und im Anschluss daran wird der Tiefbau erfolgen. Bis zu acht Metern tief müssen die Arbeiter in der Eichhornstraße aufgraben, so Holger Döllein, damit die neuen Abwasserrohre später auch genügend Gefälle mitbringen.

Interessant könnte es aus archäologischer Sicht übrigens am Ende der Eichhornstraße am ehemaligen Quelle-Haus werden. Dort stand früher ein Stadttor, weiß Holger Döllein, das zwar schon zu Balthasar Neumanns Zeiten abgerissen wurde, von dem man aber noch Reste unter dem Asphalt vermutet.

Eigentlich hätte der Bauabschnitt 3.1 zwischen QR-Code und Theaterstraße Ende 2016 beendet sein sollen. Doch durch die Verzögerungen wegen der archäologischen Sicherung und während der Bauarbeiten wird dies wahrscheinlich erst Ende 2017 der Fall sein. Im Moment ist man noch am letzten Schliff für den Bauabschnitt 2.2, dessen Fertigstellung für Ende 2015 geplant war und der die Kreuzung Eichhornstraße/Spiegelstraße umfasst.

Der QR-Code und die drei Bäume mit Sitzgelegenheiten sind fertig, es fehlt aber noch die Busspur hinter den drei Bäumen. Der letzte Bauabschnitt, die Spiegelstraße, soll dann bis Ende 2018 beendet sein und die komplette neue Fußgängerzone wird dann zum Flanieren einladen. Und dann wird auch der Busverkehr der Linien 6 und 16 wieder wie gewohnt durch die Spiegelstraße verlaufen.

Microsite Ende Juli im Netz

Doch zurück zum QR-Code: Natürlich muss man nicht mit einer Drohne oder einem Flugzeug über dem Mega-Code kreisen, um ihn einlesen zu können. An jeder Ecke des Musters im Pflaster kann man den QR-Code im Kleinen mit Handy oder Tablet einlesen. Die Besucher werden derzeit auf die Website www.wuerzburg.de/innenstadt geleitet, wo es im Moment noch eher trocken und sachlich zugeht und Informationen über die neue Fußgängerzone Eichhornstraße zu finden sind.

Dies soll sich bis Ende Juli ändern, so Andre Hahn, Stadtmarketing-Beauftragter der Stadt Würzburg. Dann wird es eine so genannte Microsite geben, die derzeit in Arbeit ist. Kurz gefasst und attraktiv aufbereitet, gibt es dann wichtige und aktuelle Informationen zu Würzburg – von Kino bis Gastronomie und Kultur. Die Außerirdischen werden also wohlvorbereitet ihren Aufenthalt in Würzburg genießen können.

Drohne mit Aussicht

Unter www.pixelflight.de/panos/wuerzburg-eichhornstr kann man ein wunderbares Panorama betrachten, das die Drohne aus 67 Metern Höhe aufgenommen hat.

 

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