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UPDie Anlage in Gold, Silber und Technologiemetallen boomt

Der Inflation Paroli bieten

UP Magazin sprach mit Tino Leukhardt, Inhaber der Firma Metallorum, über die Möglichkeiten, die Edelmetalle und Technologiemetalle bei Inflation und in Krisenzeiten bieten. UP Magazin sprach mit Tino Leukhardt, Inhaber der Firma Metallorum, über die Möglichkeiten, die Edelmetalle und Technologiemetalle bei Inflation und in Krisenzeiten bieten. © Metallorum Edelmetallhandels GmbH

Es mangelt derzeit nicht an Krisen. Die Inflation hat Einzug gehalten und viele Menschen suchen einen sicheren Hafen für ihr Geld. UP Magazin sprach mit Tino Leukhardt, Inhaber der Würzburger Firma Metallorum, über die Möglichkeiten, die Gold und Silber, aber auch Technologiemetalle in Zeiten wie diesen bieten.

Eines ist Fakt: Derzeit verliert unser Geld täglich an Wert. Strategien gegen die Inflation sind daher gefragt, der Kauf von Gold und Silber und die Anlage in Metalle boomen. Aber nur wenige wissen, wie man Metalle für die eigenen Verhältnisse am besten anlegt und welche Möglichkeiten es neben dem schlichten Ankauf und der Lagerung zuhause gibt. UP Magazin sprach mit Tino Leukhardt, dem Inhaber der Würzburger Firma Metallorum, über das Potential, das in Metallen steckt.

In Krisenzeiten greifen Menschen gerne auf Handfestes zurück. Der Goldpreis ist – mit einem Absacker zwischen 2012 und 2015 – seit der Jahrtausendwende kontinuierlich gestiegen. Metallorum, mit Sitz im Bürgerbräu und Ladengeschäft im EURO CENTER, hat sich komplett den Metallen verschrieben. Der Name ist dabei Programm, doch es dreht sich um mehr als nur den An- und Verkauf.

„Man muss unterscheiden zwischen dem physischen Metallankauf vor Ort oder unserem Einlagerungskonzept, bei dem die Metalle gekauft werden, aber in Lagern in der Schweiz liegen“, beschreibt Tino Leukhardt die grundsätzlichen Modelle. Von ersterer Möglichkeit haben sicherlich schon viele Käufer Gebrauch gemacht: Sie kaufen Gold oder Silber in Barrenform oder als Münzen im Laden oder bestellen über das Internet und lagern es bei sich zuhause ein – ob versteckt an geheimen Plätzen oder verschlossen in Tresoren.

Foto: © Metallorum Edelmetallhandels GmbHFoto: © Metallorum Edelmetallhandels GmbHLeukhardt sieht dies als Tausch von Bargeld gegen Metall. „Wer aber Angst hat, sein Bargeld zuhause aufzubewahren, wird nicht weniger Angst darum haben, wenn er es in Gold daheim liegen hat. Man verschiebt das Thema Angst sozusagen in inflationsgeschützte Angst.“ Mancher lagert es auch in einem Schließfach – so er noch eines bekommt. Denn in Zeiten wie diesen sind sie knapp. Viele schreckt auch ab, dass Bankschließfächer inzwischen genauso öffentlich sind wie Konten – das gefällt nicht jedem.

Eine andere Lösung ist der Kauf von Metallen, die nicht zuhause, sondern in der Schweiz sicher eingelagert sind und so die Aufbewahrungsproblematik umgehen. „Physical“ nennt sich dieses Konzept bei Metallorum, bei dem man nicht nur Metalle wie Gold und Silber, sondern auch Rohstoffe wie z.B. Seltene Erden zwar physisch kauft, aber in Zollfreilagern aufbewahren lässt.

Und dieses Prinzip funktioniert so: Ein Kunde erwirbt einen Warenkorb an Technologiemetallen, darunter auch Seltenen Erden. In der Regel sind das Anteile an größeren Einheiten wie Barren oder Pellets, die dann in Zollfreilagern für ihn aufbewahrt werden. Der Käufer erhält also ein Bruchteilseigentum von größeren Einheiten. Die Technologiemetalle im Angebot von Metallorum sind v. a. Germanium, Gallium, Rhenium, Hafnium, Indium und Neodymoxid. Letzteres gehört zu der Unterkategorie Seltene Erden und gibt es nur in Pulverform. Daneben bietet Metallorum auch Edelmetalle, wie Gold, Silber, Platin und Palladium an. Der Vorteil: Dadurch, dass Metallorum in den jeweils größten Einheiten einkauft, wird die Ware für den Kunden billiger als zum Beispiel kleine Gold- und Silberbarren oder Münzen für zuhause. Er bekommt also mehr Metall für sein Geld. Der Nachteil: Möchte er sein Gold oder Silber anfassen, müsste er in die Schweiz reisen.

„Zollfreilager gibt es auch bei uns in Deutschland“, erläutert Tino Leukhardt das grundsätzliche Prinzip, das hinter dieser Art von Lagerung steckt. „Nach deutschem Umsatzsteuerrecht fällt auf das gesamte Produkt keine Mehrwertsteuer an, solange eine Ware umsatzsteuerfrei eingelagert ist.“ Kauft eine Firma also Produktionsmittel und lagert sie zunächst in einem Zollfreilager ein, fällt erst dann Mehrwertsteuer an, wenn das Material das Lager verlässt und gebraucht wird. Der Nachteil in Deutschland: Dies gilt nur für ein Jahr, also 365 Tage. Ein Tag länger und es fällt sofort die Mehrwertsteuer an, weil das Material ausgelagert werden muss.

Und hier kommt die Schweiz ins Spiel. Denn dort gilt diese 365-Tage-Regel nicht. Soll heißen: Alle Transaktionen innerhalb eines Zollfreilagers in der Schweiz sind zeitlich unbegrenzt steuerfrei – solange das Produkt das Lager nicht verlässt. Für alle Transaktionen innerhalb des Zollfreilagers, ob Kauf oder Verkauf, muss der Kunde keine Mehrwertsteuer bezahlen. „Es ist wie ein geschlossenes System“, so Tino Leukhardt. Braucht man irgendwann einmal dringend Geld oder will eine größere Anschaffung tätigen, kann man einen Teil seines Portfolios, also seiner Metallanteile im Zollfreilager, verkaufen – und zwar ohne dass Mehrwertsteuer dafür anfällt.

Ein Beispiel aus der Praxis: „Angenommen man hat ein Edelmetallportfolio und hat jeweils 2.000 Euro investiert, kann man die Gewinne ohne Versteuerung wieder neu investieren“, beschreibt Tino Leukhardt. „Er kann zum Beispiel sehen, welches Metall nach einer bestimmten Zeit am stärksten gestiegen ist und den Differenzbetrag zu den ursprünglichen 2.000 Euro neu anlegen.“ Solange die Transaktionen innerhalb des Zollfreilagers bleiben, bleibt auch das Steuerthema außen vor. Man hat am Anfang zwar Vertriebskosten, die aber nie so hoch sind, wie die Mehrwertsteuer wäre. Und alles was danach passiert, ist kostenfrei – ohne weitere Vertriebskosten. „Wir haben versucht, die Flexibilität eines Bankprodukts auf ein physisches Metall zu kopieren.“

Betrachtet man das letzte Beispiel, könnte man auf die Idee kommen, mit Metallen zu spekulieren. Aber: „Für Spekulationen sind physische Metalle nicht geeignet“, so Tino Leukhardt. „Die Transaktionskosten sind zu hoch, um mehrmals am Tag oder in der Woche zu kaufen oder zu verkaufen. Alles, wo man physische Sachen bewegen muss, ist für schnelle Spekulation zu teuer.“ Aber man kann selbstverständlich Kursgewinne ausnutzen, solange man dies beispielsweise nur einmal jährlich statt täglich unternimmt. Metallorum nennt dies „strategische Investition“.

In Sachen Gold betrug die Wertsteigerung auf lange Sicht gesehen rund sechs bis acht Prozent, wobei es auch Negativjahre erlitt. „Wenn man die jetzige Zeit sieht, dürfte das durchaus ein Inflationsausgleich sein, den man mit anderen Anlagen nicht hat“, bewertet Tino Leukhardt.

Andere Metalle und metallische Rohstoffe sind ungleich volatiler. „Bei Technologiemetallen stehen wir derzeit am Anfang eines Rohstoffzyklus. Weil diese nicht am Finanzmarkt gehandelt werden, sondern durch Angebot und Nachfrage geregelt werden, gibt es bisweilen einen Preisschub von 80 bis 150 Prozent. Diese Produkte sind hochspekulativ.“ In welches Metall man also anlegen möchte hängt stark vom Charakter des Käufers ab und ob und wie viel Risiko er eingehen möchte.

Derzeit nutzen nur zehn Prozent seiner Kunden das Metallportfolio strategisch, die anderen bleiben bei der konservativen Anlage. Kaum Schnittmengen gibt es zwischen jenen Kunden, die ihre Metalle einlagern lassen und jenen, die Gold und Silber bei sich zuhause aufbewahren. „Gerade deswegen haben wir unsere verschiedenen Vertriebswege.“

Für den Käufer ist zwischen Einlagerung und Ladenkauf aber auch ein preislicher Unterschied spürbar: Gold ist im Lager zweieinhalb bis drei Prozent billiger, Silber gar rund 30 Prozent günstiger. Diese große Diskrepanz liegt zum einen an der größeren eingelagerten Einheit im Lager, aber
auch an der Mehrwertsteuer. Während Gold bekanntlich keiner Mehrwertsteuer unterliegt, fällt bei Silbermünzen im Ladenkauf zumindest die Differenzbesteuerung an. Bei Platin und Palladium sind Münzen meist komplett mehrwertsteuerpflichtig.

Foto: © Metallorum Edelmetallhandels GmbHFoto: © Metallorum Edelmetallhandels GmbHWeil der Verkauf im Laden Vertrauenssache ist, ist das Ladengeschäft im EURO CENTER bewusst offen gehalten. Dort kann man nicht nur Gold und Silber erwerben, sondern auch Schmuck und alte Münzen verkaufen. Um die Echtheit zu testen, steht sowohl ein Röntgenfluoreszenzgerät als auch eine Magnetwaage zur Verfügung. So lässt sich einwandfrei feststellen, ob die Goldmünze auch wirklich aus Gold ist – und nicht etwa eine Fälschung. Wer allerdings für seinen geerbten Schmuck noch große Emotionen hegt, muss beim Verkauf stark sein: Für den Goldankäufer ist freilich auch das schönste Schmuckstück nur den Goldpreis wert.

Um das Thema „Anlage in Metallen“ den potentiellen Kunden näher zu bringen, veranstaltet Metallorum Kongresse mit Top-Experten. Mit einer Roadshow geht es derzeit durch deutsche Großstädte. Am 25. und 26. Juni veranstaltet Metallorum in Bad Windsheim die sogenannten Metallorum Edelmetalltage – um die verschiedenen Facetten des Edelmetallhandels darzustellen.

An Ständen kann man sich zum An- und Verkauf von Anlageedelmetallen beraten, aber auch seine Stücke bewerten lassen. Wer möchte, kann sich über Einlagerungskonzepte informieren. Ein Vortragsprogramm am ersten Abend rundet die Veranstaltung ab.

 

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