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UPWürzburger Kickers stehen vor Mammutaufgabe

Der Kickers Masterplan

Wäre auch in der 3. Liga schon Pflicht gewesen und ist bis Saisonstart fertig: die Rasenheizung. Wäre auch in der 3. Liga schon Pflicht gewesen und ist bis Saisonstart fertig: die Rasenheizung. Frank Scheuring

Die Würzburger Kickers sind Zweitligist und stehen vor gewachsenen Anforderungen. Oberbürgermeister Christian Schuchardt sagte Hilfe zu und schnell kursierte eine Zahl von sieben Millionen Euro. UP Magazin sprach mit Stadtbaurat Christian Baumgart über den tatsächlichen Beitrag der Stadt und den Masterplan der Kickers.

von Rainer Adelmann

Stadtbaurat Prof. Christian Baumgart sieht sich bestätigt: „Ich habe immer gesagt, wenn alle an einem Strang ziehen, kann man dieses Stadion zweitligatauglich machen.“ Ein Teil davon ist bereits geschehen: Die Rasenheizung, die auch für die dritte Liga notwendig geworden wäre, ist in den vergangen Tagen gelegt worden. Und die Liga hat sich laut Daniel Sauer, Vorstandsvorsitzender der Kickers AG, vorerst mit einer Stadionkapazität von 12.500 Plätzen einverstanden erklärt – normalerweise sind 15.000 Plätze das Minimum für die zweite Liga.

Der Stadtbaurat hält im Gespräch mit dem UP Magazin zudem den „Masterplan“ der Kickers für „weitestgehend überzeugend“. Der sieht vor, dass die so genannte Gegengerade, also die Längstribüne auf Seite des Dallenbergbads, mit einer Stahlkonstruktion überbaut wird. Diese Konstruktion würde Raum für etwa 7.000 Sitzplätze bieten und hätte laut Baumgart den Vorteil, dass sie auf dem vorhanden Bauwerk gründet und daher verankert werden kann, ohne das Wasserschutzgebiet zu beeinträchtigen.

Platz für mehr Zuschauer: die Arbeiten an der Haupttribüne der Flyeralarm Arena. | Foto: Frank ScheuringPlatz für mehr Zuschauer: die Arbeiten an der Haupttribüne der Flyeralarm Arena. | Foto: Frank ScheuringAuf der anderen Seite des Spielfelds soll der östliche Teil der Haupttribüne, der bisher wegen Betonmängel geschlossen war, reaktiviert und repariert werden. Auf diese Weise käme man auf 12.500 bis 13.000 Plätze und die Auflage der Liga wäre fürs Erste erfüllt.

In einer weiteren Ausbaustufe könnte man auf das neue Stahlrohrkonstrukt der Gegengeraden aufbauen und darüber VIP-Logen sowie einen Balkon aufsetzen. Dahinter wiederum wäre dann Platz für einen festen VIP-Bau der das bisherige VIP-Zelt ablösen soll. Dieses VIP-Zelt hatte in der Vergangenheit für Ärger bei den Nachbarn gesorgt. Einige Nachbarn hatten sich darüber beschwert, dass es nicht nur bei Spielen, sondern auch für andere Veranstaltungen genutzt werde.

Die Stadt hatte daraufhin bei ihrer Genehmigung für die vergangene Spielzeit zur Auflage gemacht, dass es ausschließlich während der Spiele genutzt werden darf. Daran hätten sich die Kickers gehalten, so Prof. Baumgart, ebenso wie an die Auflage, das Flutlicht nur für zehn Spiele im Kalenderjahr zu nutzen. Alle Nachbarn, so Baumgart weiter, hätten eingeräumt, dass bei den letzten Spielen alles reibungslos verlaufen sei.

Würde der VIP-Bereich vom Zelt in das Gebäude auf der Gegengeraden umziehen, hätte dies einen weiteren Vorteil: Anstelle des VIP-Zeltes an der Westseite des Stadions könnte eine feste Trainingshalle gebaut werden. Die Genehmigung für das VIP-Zelt müsste aber erstmal um ein Jahr verlängert werden, um den Kickers Zeit für Planung und Ausführung zu geben.

Der zeitliche Ablauf wäre also zunächst die Genehmigung für die Stahlrohrkonstruktion und die Verlängerung für das VIP-Zelt einzuholen (die Entscheidung des Bau- und Ordnungsausschusses stand zu Redaktionsschluss noch nicht fest). Danach müssten die Kickers bis Jahresende 2016 den Antrag für den Komplettumbau, stellen.

In den vergangenen Tagen kursierte ein Betrag von sieben Millionen Euro als städtischer Beitrag zu den Umbaukosten. Prof. Baumgart erklärt sich diese Summe so: „Dabei handelt es sich um eine Rückwärtsrechnung.“ Zum einen hatten die Kickers ihre Umbaukosten auf rund 15 Millionen Euro beziffert. Zum anderen hatte Oberbürgermeister Christian Schuchardt beim Empfang im Rathaus spontan Hilfe zugesagt – und dabei auch von einer Anteilsfinanzierung bis zur Hälfte des Betrags gesprochen. Wobei der Oberbürgermeister aber keine Zahl genannt habe, betonte Baumgart. Und: Schuchardt habe auch gesagt, dass es keine Beeinträchtigung des Breitensports geben dürfe.

Daraus sei dann entstanden: Stadt fördert Profisport. „Und das ist meiner Meinung nach unredlich“, so Baumgart weiter. Denn: „Es gibt keine öffentliche Rechtfertigung für die Förderung von Profisport. Profisport kann nach meinem Verständnis nicht aus öffentlichen Töpfen gefördert werden“. Einen Ansatz sieht er beispielsweise über eine Förderung der Infrastruktur, wie die neue Trainingshalle: Wenn dort Jugendarbeit geleistet werde, falle diese in die Kategorie Breitensport und wäre daher förderfähig. Denkbar wäre auch eine Sicherheit der Stadt für eine Kreditaufnahme der Kickers.

 

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