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UPInterview mit der Geschäftsfühererin der Landesgartenschau Würzburg 2018

Drei Fragen an... Claudia Knoll

Claudia Knoll ist einer der beiden Geschäftsführer der Landesgartenschau Würzburg 2018. Der zweite Geschäftsführer ist Klaus Heuberger von der Stadt Würzburg. Claudia Knoll ist einer der beiden Geschäftsführer der Landesgartenschau Würzburg 2018. Der zweite Geschäftsführer ist Klaus Heuberger von der Stadt Würzburg. Landesgartenschau Würzburg 2018 GmbH

Claudia Knoll wurde von der Bayerischen Landesgartenschau GmbH als Geschäftsführerin zur Landesgartenschau Würzburg 2018 entsandt. Sie ist verantwortlich für die Vorbereitung und Durchführung. UP Magazin sprach mit ihr über das Mammutprojekt Landesgartenschau 2018 – und über Herausforderungen und Vorfreude.

UP Magazin: Eine Landesgartenschau dieser Größenordnung ist eine Mammutaufgabe. Gab es ein besondere Herausforderung, die bewältigt werden musste?
Claudia Knoll: Zunächst einmal muss man feststellen, dass viele Menschen gar nicht wissen, dass jede Gartenschau mehrere Jahre Vorlauf hat. Außerdem haben wir hier die besondere Situation, dass wir auf einem Gelände nicht nur eine Gartenschau, sondern ein komplettes Stadtqartier bauen, auf dem noch dazu vorher eine militärische Nutzung war. Das heißt, die Überraschungen, die uns erwarteten, lagen in der Kontamination und in der Entmunitionisierung der Böden. Auf diese Dinge konnten wir uns nicht vorher einstellen. Zum Vorschein kamen Ölschäden und andere Altlasten. Bisweilen mussten wir die Baustelle vorübergehend einstellen, weil ein Munitionsfund aus dem Zweiten Weltkrieg auftauchte.

Die zweite Herausforderung waren die Krähen, die mit großer Freude unsere Blumenzwiebeln herauspickten, die wir dann immer wieder neu einsetzen mussten. Sie haben sie nicht gefressen und man könnte meinen, dass es ihnen ein pures Vergnügen war, damit zu spielen. Deswegen hatten wir etwas Sorge, denn wir wollen natürlich eine bunte und blühende Landesgartenschau präsentieren, vor allen Dingen im Frühling. Alle anderen Dinge werden wir zumindest so hinbekommen, dass es niemand mitbekommt, falls etwas tatsächlich nicht fertig sein sollte.

UP Magazin: Ein Gesichtspunkt der Landesgartenschauen ist ihre Nachhaltigkeit. Wie wurde dem Rechnung getragen, oder kürzer ausgedrückt: Was bleibt für die Stadt und die Würzburger?
Claudia Knoll: Für die Gartenschau selber war klar, dass wir uns dem üblichen Image von Würzburg entgegenstellen wollten, also dem Image eines lieben netten Weinorts. Würzburg ist im Grunde eine sehr dynamische Stadt. Wir haben daher ganz bewusst viele wissenschaftliche Beiträge im Programm, die Würzburg als Sitz von Startups und Gründern zeigen. Wir stellen die Fragen: Was machen wir morgen, wie leben wir morgen – mit vielen Inhalten, die sich mit Würzburg als Zukunftsstadt beschäftigen.

Auf der anderen Seite konnte sich 2012 bei der Entscheidung für den Entwurf der Landschaftsarchitekten huttereimann kaum jemand vorstellen, wie städtisch und urban dieser Park einmal werden wird. Damals noch eine weitgehend freie grüne Fläche, stehen hier jetzt fünf- und sechstöckige Wohngebäude, und dies ist erst der Anfang. Jetzt merkt man bereits, wie groß der Benutzerdruck nach der Landesgartenschau sein wird: vom Kinderwagen über den Roller bis zum Rollator.

Wir möchten, dass alle Besucher zufrieden sind, ohne dass sich dabei ein anderer Nutzer gestört fühlt. Das zählt zur Nachhaltigkeit, die im Grunde schon mit dem Wettbewerb angefangen hat, nämlich mit der Entscheidung für einen Entwurf, der eben kein lieblicher Landschaftsgarten ist, sondern eine sehr robuste Parkanlage. Der Park soll ja später den 5.000 Menschen die dort wohnen - plus den Studenten – als Auslauffläche und als Sport- und Spielplatz zur Verfügung stehen. Aus diesem Grund ist der Park sehr strapazierfähig gebaut.

UP Magazin: Die Landesgartenschau geizt nicht mit Attraktionen und Events. Gibt es einen persönlichen Favoriten im Programmverlauf?
Claudia Knoll: Wir haben über 2.000 Veranstaltungen. Etwas Besonderes ist die Zusammenarbeit mit dem Mozartfest, aber auch das afro-amerikanische Festival. Zu meinen persönlichen Favoriten zählen aber auch Orte, von denen ich jetzt schon weiß, dass ich mich da sehr gerne aufhalte. Zum Beispiel das Belvedere: Dort sitzt es sich sehr schön geschützt mit Blick auf die Festung – und dann noch mit einem Glas Wein. Hier werden kleinere Bands spielen, vielleicht auch in die jazzige Richtung. Dadurch, dass es kein eingezäunter Festplatz ist, sondern man sich auf dem ganzen Gelände mit seinem Picknick hinsetzen und Musik hören kann, entsteht eine unheimlich entspannte Atmosphäre. Wenn das Wetter passt - und das tut es ja meistens in Würzburg - ist es traumhaft, dort am Abend auf der Wiese zu sitzen. Wir haben ja keine „Sperrstunde“, auch wenn wir aus Sicherheitsgründen darauf hinweisen müssen, wann das Gelände zu ist. Wir werden niemanden hinauswerfen – und wir werden bestimmt keine romantische Situation stören.

 

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