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UPNürnberger Straße soll modernes Entrée in die Stadt werden

Eine Allee führt in die Stadt

So ähnlich soll es schon Ende nächsten Jahres aussehen: Die Nürnberger Straße bekommt mit den neuen Bauarbeiten langsam aber stetig das Gesicht einer Allee. So ähnlich soll es schon Ende nächsten Jahres aussehen: Die Nürnberger Straße bekommt mit den neuen Bauarbeiten langsam aber stetig das Gesicht einer Allee. Stadt Würzburg, Baureferat, Fachabteilung Tiefbau (Autor: Mark Katzenberger)

Die Nürnberger Straße war lange Jahre das hässliche Entlein unter den Einfallstraßen Würzburgs. Die Zahl der Schlaglöcher war Legion und die Straße war nicht gerade das Entrée, das sich eine Stadt wünscht. Noch bis Ende 2021 laufen die Arbeiten für den Abschnitt zwischen Matthias-Thoma-Straße und Ohmstraße. Aus der Industriestraße in üblem Zustand erwächst langsam aber stetig eine Allee.

Mit der Erneuerung der Nürnberger Straße zwischen der Matthias-Thoma-Straße und der Ohmstraße erfährt eine der wichtigsten Einfallstraßen in die Stadt eine deutliche Aufwertung. “Uns war es wichtig, die gesamte Nürnberger Straße als Allee zu betrachten“, betont Jörg Roth, Leiter des Tiefbauamtes, im Gespräch mit dem UP Magazin.

Eine der wichtigsten sichtbaren Neuerungen des Großprojektes Nürnberger Straße wird daher der Umbau der Nürnberger Straße in eine Allee sein – zumindest dort, wo es aus Platzgründen machbar ist. „Wo es möglich ist, werden wir beidseitig Bäume ergänzen, um eine Allee zu schaffen. Die Nürnberger Straße ist ein Entrée in unsere Stadt und sollte mehr sein als eine schlechte, kaputte Industriestraße. In zehn Jahren, wenn die Bäume groß und mächtig sind, werden wir einen wunderschönen Straßencharakter haben.“

Die neue Nürnberger Straße wertet das komplette Industrieareal auf, ist sich Jörg Roth sicher. Dort, wo es baulich eng wird – insbesondere an der Faulenbergkaserne, deren Gebäude weit hervorragen – mussten die Ingenieure Kompromisse machen. Hier ist kein Platz für zwei Baumreihen. Ansonsten will man den Querschnitt aus Gehweg, Radweg, Grünstreifen und Fahrbahn beidseitig einhalten.

Im Vorfeld hatte man bereits den bestehenden Baumbestand analysieren lassen. Akut kranke Bäume, oder Bäume, die innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahren ohnehin gefällt werden müssten, wurden entfernt. Sie werden durch junge Bäume ersetzt, dazu werden zusätzlich neue Bäume gepflanzt – insgesamt 52 an der Zahl.

An der Faulenbergkaserne ist die Engstelle der Nürnberger Straße. Daher ist hier eine zweireihige Allee nicht umsetzbar. | Foto: Rainer AdelmannAn der Faulenbergkaserne ist die Engstelle der Nürnberger Straße. Daher ist hier eine zweireihige Allee nicht umsetzbar. | Foto: Rainer AdelmannAuffällig ist die neue, attraktive Stützmauer gegenüber des Kasernengeländes. Die Mauer ist eine weitere sichtbare und auffällige Neuerung in der Nürnberger Straße und ist ähnlich aufwändig gebaut wie die Stützmauer am Zeller Bock: 92 Bohrpfähle mit 90 Zentimetern Durchmesser waren nötig, um dem Hang Stabilität zu verleihen. Dabei reichen die Bohrpfähle etwa zehn Meter tief in den Boden und gründen direkt auf dem Fels – in diesem Fall Muschelkalk.

Um die rund 250 Meter lange Mauer bauen zu können, hat man sich mit den Hausbesitzern oberhalb des Hangs geeinigt, denen auch die Parzellen hangabwärts gehörten. Sie gaben Ihren Grund an der Böschung auf und bekommen dafür ihre Zufahrt zu den Häusern erneuert. Im Gegenzug ist dank der Mauer nun der Hang gesichert. Eine Win-Win-Situation für beide Seiten, wie Jörg Roth findet. Verkleidet wurde die eigentliche Betonmauer mit Bruchsteinen, so dass sie sich harmonisch in den gewünschten Straßencharakter einfügt.

Wie im bisher fertiggestellten Teil der Nürnberger Straße, werden auch zwischen Matthias-Thoma-Straße und Ohmstraße Parkplätze am Straßenrand eingefügt. Neue Bushaltestellen werden beidseitig gebaut – alles barrierefrei.

Begonnen wurde mit den Baumaßnahmen für dieses rund 700 Meter lange Teilstück bereits 2018. Zunächst erfolgten die Tiefbauarbeiten für Gas und Wasser sowie der Kanalbau. Die Fernwärmeleitung vom Müllheizkraftwerk in Richtung Stadt wurde neu verlegt: Sie verlief bisher unter dem Gelände der Faulenbergkaserne und wurde nun – um die Entwicklung des Kasernengeländes nicht zu stören – unter die Nürnberger Straße gelegt. Seit März dieses Jahres läuft nun der eigentliche Straßenbau.

Weil die Nürnberger Straße täglich rund 20.000 Fahrzeuge befahren, konnte man die Straße nicht komplett sperren. Und so bewegt sich der stadtauswärts fahrende Verkehr durch die Nürnberger Straße, während die Fahrzeuge stadteinwärts über Rosenmühlweg und Aumühle umgeleitet werden. „Eine Lösung, die sehr gut funktioniert“, so Jörg Roth. Wer stadtauswärts fährt, muss allerdings damit rechnen, dass die Fahrspur immer wieder anders verläuft: Die Arbeiten sind in Baufelder eingeteilt, die mal auf der einen, mal auf der anderen Straßenseite ausgeführt werden.

Rund zehn Millionen Euro sind für die derzeitigen Arbeiten vorgesehen, davon entfallen etwa 5,5 Millionen Euro auf den Straßenbau, 2,5 Millionen Euro alleine auf den Bau der Stützmauer und etwa zwei Millionen Euro für Gas, Wasser und die neue Infrastruktur. Da es sich um eine Verbesserung der Verkehrsverhältnisse handelt, fließen Fördergelder. Am Ende wird man etwa 11.000 Quadratmeter Asphalt- und Pflasterfläche verbaut haben, was in etwa zwei Fußballfeldern entspricht.

Für Jörg Roth, Leiter des Tiefbauamts, ist die Baustelle Nürnberger Straße die letzte große Maßnahme seiner Laufbahn. Nach 35 Jahren bei der Stadt Würzburg, davon 22 Jahre als Leiter des Tiefbauamtes, geht er in den Ruhestand. | Foto: Stadt WürzburgFür Jörg Roth, Leiter des Tiefbauamts, ist die Baustelle Nürnberger Straße die letzte große Maßnahme seiner Laufbahn. Nach 35 Jahren bei der Stadt Würzburg, davon 22 Jahre als Leiter des Tiefbauamtes, geht er in den Ruhestand. | Foto: Stadt WürzburgEnde 2021 wird dieser Teil der Nürnberger Straße sein neues Gesicht bekommen haben und somit der dritte Abschnitt des Ausbaus der Nürnberger Straße beendet sein. 2011 und 2012 hatte man mit dem Kreisverkehr bis Elferweg begonnen, es folgten 2013 und 2014 der Abschnitt Elferweg bis Ohmstraße und derzeit baut man zwischen Ohmstraße und Matthias-Thoma-Straße. Der letzte Abschnitt der Nürnberger Straße zwischen Matthias-Thoma-Straße und Aumühle ist derzeit in der Planung.

Für Tiefbauamtsleiter Jörg Roth ist die Nürnberger Straße die letzte große Baumaßnahme seiner Laufbahn. Er geht nach 35 Jahren bei der Stadt Würzburg in den Ruhestand. 22 Jahre war er Leiter des Tiefbauamts und 16 Jahre als Werksleiter des Entwässerungsbetriebs tätig. In seine Amtszeit fielen die Sanierung des Bauhauses in der Veitshöchheimer Straße, die beleuchteten Faultürme im Klärwerk in der Zellerau, die Y-Spange und natürlich die anspruchsvolle und langwierige Erneuerung des „Zeller Bock“.

 

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