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UPFliegende Drohnen unterliegen der Deutschen Flugsicherung

Fliegendes Wunderwerk

Ist mit seiner fliegenden Drohne Luftfahrtteilnehmer und unterliegt daher der Deutschen Flugsicherung: Detlef Gloede von pixelflight. Ist mit seiner fliegenden Drohne Luftfahrtteilnehmer und unterliegt daher der Deutschen Flugsicherung: Detlef Gloede von pixelflight. Rainer Adelmann

Auch wenn es manche dafür halten mögen: Eine Drohne ist kein Spielzeug. Ganz im Gegenteil, sie zählt zu den unbemannten Luftfahrzeugen und unterliegt damit der Deutschen Flugsicherung. UP Magazin sprach mit Detlef Gloede von pixelflight über die Besonderheiten beim Drohnenflug.

von Rainer Adelmann

Der Unterschied zwischen einem Modellbau-Helikopter und einer fliegenden Drohne ist grundlegend und besteht vor allem in der Nutzung: „Laut Gesetzgeber braucht man eine Aufstiegsgenehmigung, sobald ein Flug nicht mehr dem Sport und der Freizeitgestaltung dient“, so Drohnenflieger Detlef Gloede. „Im Grunde genommen schon, sobald in das Fluggerät eine Kamera eingebaut ist.“

Ist das der Fall, benötigt man eine so genannte „Aufstiegsgenehmigung für unbemannte Luftfahrzeuge“ (engl. Unmanned Aerial Vehicle, UAV), die jeweils für zwei Jahre gültig ist. In der Genehmigung sind das jeweilige Modell und seine Eigenschaften exakt eingetragen und die Gültigkeit beschränkt sich ausschließlich auf diese Drohne. Will man weitere Modelle fliegen, muss der Pilot pro Drohne eine weitere Genehmigung beantragen.

„Im Moment ändert sich viel“, so Detlef Gloede weiter. „Wahrscheinlich wird es sogar schon bald eine Kennzeichnungspflicht geben.“ Dann müssen die Drohnen, ähnlich wie Autos, mit einem Kennzeichen versehen sein. „Ich habe meine Drohne schon jetzt beschriftet – schon alleine, weil ich sie gerne wiederhaben will, falls sie mir abhanden gekommen ist“, so Gloede. Er begrüßt diese Regelung, weil es auch einige schwarze Schafe unter den Drohnenfliegern gebe, die verbotenerweise fliegen. In den USA sei die Kennzeichnungspflicht erst kürzlich eingeführt worden.

In Deutschland wird die Drohnenfliegerei derzeit noch in jedem Bundesland verschieden gehandhabt. Während in Baden-Württemberg – zumindest innerorts – jeder einzelne Flug genehmigt werden muss, reicht in Bayern die Aufstiegsgenehmig aus. Aber man braucht noch mehr – je nachdem von wo aus man startet. Ist dies ein öffentlicher Grund (wie beispielsweise beim Flug über den QR Code in der Eichhornstraße) benötigt man die Genehmigung der Stadt. Startet man von einem privaten Grund, muss der Grundstücksbesitzer sein Einverständnis geben. Hebt man also von einem Feld ab, muss der Flieger vorher den Landwirt fragen. Und noch eines gilt es zu beachten: Vor jedem Flug muss die Polizei benachrichtigt werden. Dabei genügt freilich ein kurzer Anruf, bevor die Drohne abhebt.

Und weil immer mehr Landesluftfahrtbehörden für die Aufstiegsgenehmigung einen Flugkundenachweis verlangen, braucht ein Drohnenpilot inzwischen auch eine Art „Führerschein“. In einer eintägigen Schulung hat Detlef Gloede in Theorie und Praxis gelernt, wie man mit einer Drohne fliegt. Ein Drohnenflieger zählt – wie der Pilot eines Passagierjets – als Luftfahrtteilnehmer. Für gewerblich Flüge mit Drohnen beträgt die maximale Flughöhe 100 Meter.

Dabei muss der Drohnenpilot zahlreiche gesetzliche Vorschriften beachten: Nicht fliegen darf er über Wasserstraßen, Fernstraßen und Geleisen. Flugplätzen darf er sich nicht näher als 1,5 Kilometer nähern. Tabu sind zudem Flüge direkt über Menschengruppen. Und, ganz wichtig: „Drohnenflieger fliegen immer auf Sicht“, so Detlef Gloede.

Eine fliegende Drohne ist ein Wunderwerk der Technik – und dementsprechend teuer. Gloede fliegt eine „Inspire 1“ der chinesischen Firma „dji“, die in Gloedes Ausstattung rund 5.000 Euro kostet. Gesteuert wird über eine Funkfernsteuerung und Tablet. Die „Inspire 1“ hat vier Rotoren und eine eingebaute Kamera – und lässt sich per GPS fliegen.

Gibt man beispielsweise bestimmte Koordinaten ein, hält die Drohne exakt diesen Punkt am Himmel ein – entsprechend gute Windverhältnisse vorausgesetzt. Gloede nutzt diese Eigenschaft für Mehrfachbelichtungen. Sind die Beleuchtungsverhältnisse schwierig, beispielsweise in der Dämmerung, macht er mehrere Aufnahmen vom gleichen Punkt aus mit verschiedenen Belichtungen – und kann so mit einem Bildbearbeitungsprogramm die perfekte Belichtung für das Foto erzeugen.

Einige der technischen Features dienen der Sicherheit: „Wenn ich alles loslasse, bleibt die Drohne einfach stehen“, so Detlef Gloede. Aber sie kann noch mehr: Verliert die Drohne den Funkkontakt kehrt sie automatisch zu ihrem Startplatz zurück und landet dort. Deswegen ist es hilfreich, wenn der Pilot stets zuerst senkrecht an Höhe gewinnt und erst dann zum gewünschten Punkt in der Luft fliegt. Schließlich kann die Drohne keine Hindernisse im Weg erkennen und bei zu niedriger Höhe würde sie daran prallen. Künftige Drohnen werden schon bald auch Hindernisse erkennen, ist sich Gloede sicher.

Detlef Gloede betreibt den Drohnenflug seit drei Jahren und sieht ihn als perfekte Ergänzung seiner Medienarbeit. Kunden buchen seine Dienstleistung, um zum Beispiel Fotos oder Videos von ihrem Haus aus der Vogelperspektive aufnehmen zu lassen. Er arbeitet aber auch mit einer Würzburger Gartenbaufirma zusammen, um die Planung aus der Luft zu unterstützen. Mehr unter www.pixelflight.de.

 

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