UP Magazin

UPZDI nimmt mehr und mehr Gestalt an

Hell und offen für Workshops

Futuristisch, hell und offen: So soll das Gründerlabor des ZDI aussehen, wenn es im Frühjahr 2018 fertig ist. Hier ein Blick ins Plenum. Futuristisch, hell und offen: So soll das Gründerlabor des ZDI aussehen, wenn es im Frühjahr 2018 fertig ist. Hier ein Blick ins Plenum. TU Darmstadt, Fachgebiet Entwerfen und Gebäudetechnologie, Prof. Anett-Maud Joppien + Henne Schönau Architekten, Frankfurt

Es tut sich was: Erst im vergangenen Jahr kam das „go“ für das ZDI. Im Frühjahr nächsten Jahres kann man schon in den Tower am Hubland einziehen und der helle, offene „Cube“ des Gründerlabors ist bis dahin ebenfalls bezugsfertig.

von Rainer Adelmann

Vor gut einem Jahr erst, am 28. Juni 2016, kam die gute Nachricht aus dem bayerischen Wirtschaftsministerium: Würzburg wurde in das Förderprogramm Bayern Digital aufgenommen, in dem insgesamt 80 Millionen Euro in die sieben Regierungsbezirke fließen. Damit fiel auch der Startschuss für das Zentrum für Digitale Innovationen Mainfranken, genannt ZDI.

In einem Jahr hat sich bereits einiges getan und im Frühjahr nächsten Jahres sollen schon zwei der drei Gebäude des ZDI bezogen sein. „Im vergangenen Jahr haben wir das ‚go‘ bekommen, im Frühjahr erhielten wir schon die Baugenehmigung und im nächsten Frühjahr können wir bereits in das Gründerlabor einziehen. Das so schnell hinzukriegen, das ist schon einmalig“, freut sich Dr. Christian Andersen. Im Gespräch mit dem UP Magazin erläuterte der Leiter Organisation und Planung des ZDI den derzeitigen Stand der Dinge.

Weil die Bausubstanz schlechter war als gedacht, musste der Turm des Towers am Hubland statt renoviert komplett abgerissen werden. Der Neubau soll trotzdem so aussehen wie auf dieser Visualisierung und wird im Frühjahr 2018 fertig sein. | Visualisierung: Florian Nagler Architekten GmbHWeil die Bausubstanz schlechter war als gedacht, musste der Turm des Towers am Hubland statt renoviert komplett abgerissen werden. Der Neubau soll trotzdem so aussehen wie auf dieser Visualisierung und wird im Frühjahr 2018 fertig sein. | Visualisierung: Florian Nagler Architekten GmbHEinen kleinen Rückschlag gab es beim Tower: Der Turm des ehemaligen Towers des Flugplatzes der Leighton Barracks musste statt einer Renovierung komplett neu aufgebaut werden. Die Bausubstanz war zu schlecht. Wie bereits berichtet, wird das ZDI in drei Räumlichkeiten unterkommen: besagtem Tower, dem Gründerlabor (derzeit im Bau) und im so genannten Inkubator. Alle drei Gebäude stehen auf dem Gelände der ehemaligen Leighton Barracks am Hubland.

Der Tower hat von außen bereits wieder Konturen angenommen und das ZDI kann im März nächsten Jahres bereits einziehen, noch bevor die Landesgartenschau am Hubland ihre Pforten öffnet. Für das Gründerlabor liegt bereits die Bodenplatte und auch dieses Gebäude mit einer Kantenlänge von 16 mal 16 Metern soll bis zum Beginn der Landesgartenschau fertig sein.

Der Inkubator wird erst 2019 bezugsfertig sein und in einem noch zu bauenden Gebäude unterkommen, für das die IMG, die Immobiliengesellschaft der Würzburger Verkehrs- und Versorgungsbetriebe verantwortlich zeichnet.

„Wir sind im Zeitplan“, so Dr. Andersen. „Wir haben eine Bauaufsicht vor Ort, die sowohl Tower als auch Gründerlabor gleichzeitig betreut.“ Im Erdgeschoss des Towers wird die Stadtbücherei einziehen, der erste Stock wird das Reich des ZDI. Die Grundfläche des Turms wird ein einziger großer Raum sein, mit Treppe oder per Fahrstuhl geht es hoch in den ersten Stock. Im Eingangsbereich sind zwei Büros angesiedelt, es bleibt ein 200 Quadratmeter großer Raum, der multifunktional genutzt werden kann.

Hier werden Veranstaltungen stattfinden und Workshops. Design Thinking Workshops leben von Gruppenarbeit, aber auch davon, dass man in einem Plenum zusammenkommen kann. Dies wird dadurch gelöst, dass ein Glaskubus eingesetzt wird, der Nischen entstehen lässt. Der typische Workshop hat 24 Teilnehmer mit vier Gruppen à sechs Leuten. Die Nischen geben genügend Raum für die einzelnen Arbeitsgruppen. Bereits in diesem Monat geht es mit einem Innenarchitekten in die Feinplanung über Möbel und Einrichtung.
Beim Neubau des Towers wurde im Turm noch ein Stockwerk aufgesetzt. Auch dieser Raum, obwohl er nicht zum ZDI gehört, könnte mit seinen 30 Quadratmetern beispielsweise für Besprechungen genutzt werden.

Flexibilität ist auch das Zauberwort beim Gründerlabor. Das einzig Fixe sind die Werkstätten, die Elektronik- und Mechanik-Werkstatt, die Werkstatt für additive Fertigung und der Raum für Video/Audio-Arbeiten. Das Konzept der Architektur des Gründerlabors heißt Licht und Offenheit. Ein „Schwesterhaus“ des Gründerlabors steht bereits in Frankfurt, wo es als Studentenwohnheim dient. „Als wir es besuchten, waren wir zunächst enttäuscht, weil es von außen so klein aussah. Das Raumgefühl innen war aber ein ganz anderes, viel größeres“, berichtete Dr. Andersen von seiner ersten  Begegnung mit diesem architektonischen Konzept.

Immerhin 400 Quadratmeter Nutzfläche werden zur Verfügung stehen. Die Büros sind in offener Bauweise integriert. Weil Glas das dominierende Bauelement ist, wird eine Klimaanlage nötig, die im Sommer über eine Photovoltaikanlage auf dem Dach betrieben wird. Während der Nacht werden Lüftungsklappen das System unterstützen.

Workshops sind ein wesentlicher Bestandteil des Design Thinking Prozesses. Dank der Netzwerkarbeit des ZDI kommen Teilnehmer aus Firmen und Unternehmen, der Universität und Wissenschaft sowie Studenten und Interessierte in den Veranstaltungen zusammen. | Foto: ZDI MainfrankenWorkshops sind ein wesentlicher Bestandteil des Design Thinking Prozesses. Dank der Netzwerkarbeit des ZDI kommen Teilnehmer aus Firmen und Unternehmen, der Universität und Wissenschaft sowie Studenten und Interessierte in den Veranstaltungen zusammen. | Foto: ZDI MainfrankenDoch nicht nur in Sachen Räumlichkeiten war das ZDI bereits aktiv. Die Besonderheit des ZDI Mainfranken liegt darin, möglichst heterogene Gruppen von Menschen zusammenzubringen. Man ist nicht nur mit Unternehmen bestens vernetzt sondern auch mit Hochschulen und Institutionen. Mit halben Stellen ist man in der IHK, der Fachhochschule Würzburg Schweinfurt, dem Rhön-Saale Gründerzentrum (RSG), dem Gründerzentrum Schweinfurt (GRIBS) und dem Technologie- und Gründerzentrum Würzburg (TGZ) vertreten. An der Uni Würzburg macht eine Mitarbeiterin das ZDI in Vorlesungen und Seminaren bekannt und hält den Kontakt mit Professoren und dem akademischen Mittelbau.

Diese Mischung, die sich auch in den Workshops widerspiegelt „ist einzigartig“, urteilt Dr. Andersen, „und das ist das Tolle am ZDI Mainfranken.“ Eines der Hauptwerkzeuge ist das so genannte Design Thinking (wir berichteten in einer früheren Ausgabe), bei dem Teilnehmer aus möglichst unterschiedlichen Bereichen in Workshops zusammenkommen und lösungsorientiert arbeiten.

Viele Unternehmen nutzen dieses Werkzeug bereits. Während sich in den Firmen aber nur Vertreter aus den einzelnen Abteilungen – von Marketing bis Vertrieb – zusammenfinden, treffen sich im ZDI Vertreter aus Firmen mit Studenten, Wissenschaftlern und weiteren interessierten Teilnehmern.

„Wir haben bereits Basic Workshops dieses Jahr veranstaltet“, so Dr. Andersen“, wobei es mehr darum ging, die Methodik beizubringen als eine Lösung für ein Thema zu finden.“ Die Workshops waren gut, „weil wir es geschafft haben, genau diese Vernetzung zwischen Unternehmen, Wissenschaft und Studierenden hin zu bekommen.“

Am Anfang war es noch zäh: Beim ersten Workshop waren es nur zwölf Teilnehmer. Doch inzwischen sind es so viele, dass Wartelisten geführt werden. Die Veranstaltungen mussten bisher mangels eigener Räumlichkeiten im TGZ oder an der Uni stattfinden. Dies wird sich ab dem Frühjahr nächsten Jahres ändern.

 

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