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UPHotel am Paradeplatz soll 2023 seine Pforten öffnen

Hotel statt Post

So soll das neue Gebäude aussehen, das ab Frühjahr 2023 am Paradeplatz ein Hotel mit 234 Zimmern beherbergen soll. Die Visualisierung zeigt die Arbeit des Würzburger Büros Geisel Architekten, das den ausgeschriebenen Architektenwettbewerb für sich entscheiden konnte. Auf der Visualisierung ist der Platz autofrei. Ob wie bisher weiterhin Parkplätze auf dem Paradeplatz bleiben oder nicht, darüber wird der Stadtrat voraussichtlich im Herbst entscheiden. So soll das neue Gebäude aussehen, das ab Frühjahr 2023 am Paradeplatz ein Hotel mit 234 Zimmern beherbergen soll. Die Visualisierung zeigt die Arbeit des Würzburger Büros Geisel Architekten, das den ausgeschriebenen Architektenwettbewerb für sich entscheiden konnte. Auf der Visualisierung ist der Platz autofrei. Ob wie bisher weiterhin Parkplätze auf dem Paradeplatz bleiben oder nicht, darüber wird der Stadtrat voraussichtlich im Herbst entscheiden. Geisel Architekten

Die alte Paradepost hat nach dem Krieg jahrzehntelang das Bild der Rückseite das Paradeplatzes geprägt. Inzwischen ist sie fast komplett verschwunden. Nach Ende der Abbrucharbeiten wird ein modernes Hotel das neue Gesicht an der Ostseite des Platzes sein.

Kein Platz liegt so prominent mitten in der City – und zudem in direkter Nachbarschaft des Domes und gleichzeitig auf dem „Rennweg“ der Touristen zwischen Residenz und Alter Mainbrücke – wie der Paradeplatz. Lange Zeit war die Post Hausherr über das Areal östlich des Platzes: 1906 wurde es zum Standort der Oberpostdirektion, nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde neu gebaut und in der „Paradepost“ gaben Generationen von Würzburgern Briefe und Päckchen auf oder telefonierten in den hölzernen Kabinen mit den Liebsten im Ausland (ja, es gibt eine Vor-Handy-Zeit).

Die Zeiten ändern sich, die Deutsche Telekom übernahm das Gebäude, und als der Standort an Bedeutung verlor wurde das rund 0,7 Hektar umfassende Gesamtareal verkauft. „Wir haben 2017 in Würzburg angefangen und das komplette Areal von einem großen Immobilienfond erworben“, so Michael Rieckenberg, einer der Geschäftsführer der Family Value Management GmbH im Gespräch mit dem UP Magazin.

Family Value ist Immobileninvestor und Projektentwickler mit Sitz in Frankfurt und Leipzig. Und weil die drei Partner der Firma für jedes Projekt eine eigene GmbH gründen, fungiert die FV Parade-Invest GmbH als Bauherr des neuen Hotels, das die alte Paradepost ersetzen wird.

Kräftige Bagger fressen sich durch die Wände der alten Paradepost. Die Gebäude wurden nach dem Krieg gebaut und ersetzten die alten Postgebäude am Paradeplatz. Im Bild erkennt man links die Einfahrt in den Innenhof, der später für Parkplätze genutzt wird. Die Abbrucharbeiten sollen bis Ende Juli dieses Jahres beendet sein. | Foto: Rainer AdelmannKräftige Bagger fressen sich durch die Wände der alten Paradepost. Die Gebäude wurden nach dem Krieg gebaut und ersetzten die alten Postgebäude am Paradeplatz. Im Bild erkennt man links die Einfahrt in den Innenhof, der später für Parkplätze genutzt wird. Die Abbrucharbeiten sollen bis Ende Juli dieses Jahres beendet sein. | Foto: Rainer AdelmannEin Großteil der Gebäude des kompletten Areals zwischen Paradeplatz, Hofstraße, Ebracher Gasse und Bibrastraße – angrenzend an die neue Musikhochschule – bleibt freilich erhalten und wurde bereits renoviert. So unter anderem jener Teil mit dem Wirtshaus am Dom. Komplett abgerissen wird dagegen das U-förmige Ensemble mit rund 0,3 Hektar entlang Paradeplatz und Ebracher Gasse.
„Derzeit läuft der Bauabschnitt mit dem Neubau des Hotels und weiterer Gastronomie“, so Michael Rieckenberg. 234 Zimmer wird das neue Hotel bereitstellen, die als Doppel- oder Einzelzimmer genutzt werden können, einige davon barriefrei und behindertengerecht.

Eine „L‘Osteria“ wird das Hotel ergänzen – im rechten Winkel zum bereits bestehenden Wirtshaus am Dom und wie dieses mit Freiflächen auf dem freien Platz an der Ecke Paradeplatz/Hofstraße. Der eigentliche Hoteleingang liegt etwa mittig an der etwa 60 Meter langen Hausfront entlang des Paradeplatzes, so dass sich Platz und Gebäude wieder einander öffnen. Die Gäste betreten das Hotel über eine Treppe, zusätzlich gibt es einen Hubaufzug für Rollstuhlfahrer. Die Zufahrt zum Innenhof mit den Parkplätzen erfolgt wie die Zufahrt zur bestehenden Tiefgarage über die Ebracher Gasse, insgesamt circa 40 Parkplätze gehören zum Hotel. Der neue Baukörper wird exakt die Grundfläche der alten Bebauung einnehmen.

Für die Fassade wurde gemeinsam mit der Stadt ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben, den das Würzburger Büro Geisel Architekten für sich entschieden hat. „Wir haben ein schönes Ergebnis erzielt“, urteilt Michael Rieckenberg. „Man muss den Platz würdigen, deshalb hatten wir bereits in den Ausschreibungsunterlagen betont, dass der Dom beherrschendes Element bleiben muss. Die Vorschläge sollten nicht in Konkurrenz zum Dom stehen. Die vier Teilnehmer haben die Vorgaben sehr unterschiedlich interpretiert, was für uns immer einen guten Input darstellt.“

Das höchste Gebäude des Areals bleibt das bestehende Gebäude an der Ecke Paradeplatz/Hofstraße; der First des Neubaus liegt unter dessen Traufe. Durch die modernen Deckenhöhen ergeben sich dennoch zusätzlich zum Erdgeschoss drei weitere Stockwerke plus ausgebautem Dachgeschoss.

„Durch diese Höhe verändern wir keine Sichtachsen zwischen Residenz und Dom. Das Ensemble wird sich auch künftig weiter so darstellen wie bisher, Fassade und Dach tragen jedoch eine andere Handschrift.“ Die Fassade ist klar gegliedert, vorstehende messingfarbene Bleche an den Schaufenstern im Erdgeschoss erinnern an die früheren klassischen Tischleuchten in Hotels. Die Fenster in den Geschossen werden ebenfalls seitlich von einem messingfarbenen Blech gerahmt.

Noch bis etwa Ende Juli sollen die Abbrucharbeiten andauern, danach geht es an den Neubau, der dank Fertigteilen wie Bädern relativ zügig erfolgen kann. Im Januar bzw. Februar des Jahres 2023 sollen laut derzeitigem Zeitplan sowohl Hotel als auch Osteria ihre Pforten öffnen können.

Noch nicht entschieden ist übrigens, wie der Paradeplatz künftig aussehen wird – ob weiterhin Autos dort parken dürfen, ob der Parkraum verkleinert oder der Platz komplett autofrei sein wird. Mit dessen Neugestaltung wird sich der Stadtrat voraussichtlich im Herbst dieses Jahres beschäftigen.

 

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