UP Magazin

UPUmbau Kaiserstraße geht in den Endspurt

Lichtband mit Morsecode

Spektakulär: der moderne Durchstich mit großer Glasfassade. Eine Überraschung für die Planer des Staatlichen Bauamts war, dass schon in den ursprünglichen Bauplänen aus dem Jahr 1956 an gleicher Stelle ein Erweiterungsbau vorgesehen war, der aber nicht verwirklicht wurde. Spektakulär: der moderne Durchstich mit großer Glasfassade. Eine Überraschung für die Planer des Staatlichen Bauamts war, dass schon in den ursprünglichen Bauplänen aus dem Jahr 1956 an gleicher Stelle ein Erweiterungsbau vorgesehen war, der aber nicht verwirklicht wurde. Stadt Würzburg, Fachabteilung Projektentwicklung und Stadtgestaltung

In den großen Ferien stehen große Arbeiten an: Die Schienen in der Kaiserstraße werden neu verlegt. Das heißt nicht nur Wochenendarbeit, sondern auch nachts müssen die Arbeiter ran, damit am Tag die Straßenbahn fahren kann. Die gute Nachricht: Die Arbeiten in der Kaiserstraße sind im Zeitplan. Fast.

von Rainer Adelmann

Die neu gestaltete Kaiserstraße nimmt Form an. Ein Großteil der Granitplatten ist bereits verlegt und vor einigen Geschäften kann man schon erkennen, wie die umgestaltete Kaiserstraße schon bald aussehen wird. In den großen Ferien stehen große Arbeiten an: Die Straßenbahntrasse wird komplett neu verlegt. UP Magazin sprach mit Uwe Kömpel vom Fachbereich Projektentwicklung und Stadtgestaltung der Stadt Würzburg über den Verlauf der bisherigen Arbeiten und die nächsten Schritte.

„Wir sind gut im Zeitplan“, so Uwe Kömpel, „wurden allerdings ein bisschen nach hinten gedrängt, weil teilweise noch Hausanschlüsse für die Fernwärmeleitung verlegt werden müssen.“ Die Fertigstellung ist bis März 2018 vorgesehen, man hatte allerdings gehofft, dass die Plattenverlegung noch in diesem Jahr beendet sein könnte. Es bleiben für nächstes Jahr freilich nur zwei vergleichbar kleine Stücke direkt am Röntgenring und Nähe Marcusstraße übrig.

Diese Bereiche werden wohl erst im Frühjahr gepflastert, aber die Arbeiten werden in jedem Fall bis zum Beginn der Landesgartenschau im April beendet sein. Nicht ganz einfach wird voraussichtlich die Verkehrsführung, denn während der Pflasterarbeiten muss die Ampelanlage und damit auch der Fußgängerüberweg gesperrt werden.

Auf der Ostseite der Kaiserstraße bereits gut erkennbar: der Belag aus Granitplatten mit dem Kleinpflaster zu den Häuseranschlüssen. | Foto: Rainer AdelmannAuf der Ostseite der Kaiserstraße bereits gut erkennbar: der Belag aus Granitplatten mit dem Kleinpflaster zu den Häuseranschlüssen. | Foto: Rainer AdelmannÜberhaupt sind die Arbeiten in der belebten Kaiserstraße eine Herausforderung für die beiden ausführenden Firmen Würzburger Pflasterbau GmbH und Müller Bau Gmbh - nicht nur in der Ausführung, sondern auch in der Logistik und der Baustellensicherung. Die Arbeiten in der Kaiserstraße verlaufen in mehreren Feldern, die im „Zickzack“ angelegt sind, um es den Fußgängern leichter zu machen und damit keine komplette Straßenseite gesperrt ist. In einigen der Felder liegt bereits der komplette Belag, einschließlich dem Streifen für Sehbehinderte. In manchen Feldern sind dagegen noch Tiefbauarbeiten im Gang.

Die gesamte Ostseite der Kaiserstraße zwischen Juliuspromenade und Kaisergärtchen wird zum Beginn der großen Ferien bereits fertiggestellt sein. Dazu gehört auch der Eingang zur Reisgrubengasse, der mit Kleinsteinpflaster versehen wird. Bei dieser Gelegenheit werden auch die dortigen Treppen neu angelegt.

Am letzten Juli-Wochenende starten die Arbeiten für die Straßenbahn-Trasse. Die alten Schienen werden samt Pflasterung zwischen Röntgenring und Reisgrubengasse herausgerissen – alles an einem Wochenende. Und damit nicht genug: Die beiden neuen Schienenstränge werden gleich mit verlegt. „Montag früh, wenn die erste Straßenbahn kommt, wird sie schon über die neuen Schienen fahren“, beschreibt Uwe Kömpel den sportlichen Zeitplan.

Anfang August schließen die Pflasterarbeiten zwischen den Schienen an. Der Zeitplan sieht vor, dass sie bis zum ersten Septemberwochenende beendet sind. Während der Aushärtungsphase für das neu verlegte Pflaster wird am ersten Septemberwochenende dann das Spiel für die beiden Schienenstränge im unteren Teil der Kaiserstraße bis zur Juliuspromenade wiederholt. Auch sie werden an einem Wochenende erneuert.

Die Pflasterarbeiten zwischen den Schienen werden vorwiegend in der Nacht vorgenommen, um den Betriebsablauf der Straßenbahn nicht zu stören. „Die Lautstärke wird sich dabei in Grenzen halten“, verspricht Uwe Kömpel, allerdings muss natürlich die Materialanlieferung erfolgen und die Steine müssen angeklopft werden. Lieferverkehr wird in dieser Zeit nur auf der Westseite möglich sein. Nach und nach wird dann die Straßenbahntrasse wieder freigegeben. Bis Ende Oktober soll die Straßenbahntrasse komplett ausgehärtet und wieder freigegeben sein.

Während im unteren Teil der Kaiserstraße im September und Oktober die Straßenbahntrasse gepflastert wird, können im oberen Teil die nächsten beiden Bauabschnitte begonnen werden. Uwe Kömpel geht davon aus, dass bis zur üblichen Winterpause, in der die Arbeiten während des Weihnachtsgeschäfts ruhen, die Ostseite in Gänze fertiggestellt sein wird. Bis dahin soll auch das Pflaster vor dem Kaisergärtchen liegen, so dass für nächstes Jahr noch die beiden bereits beschriebenen Bereiche Ecke Rötgenring/Kaiserstraße und Nähe Marcusstraße anstehen.

Zufrieden dürften die Anwohner und Geschäftsleute damit sein, dass langsam ein Ende der Baumaßnahme in Sicht ist.
Natürlich mussten die Geschäftsleute während der Bauarbeiten Umsatzeinbußen hinnehmen. „Wir hatten vorwiegend von Filialisten Anfragen über deren Anwaltschaft, was die Stadt zu tun gedenke, um den entgangenen Gewinn auszugleichen“, so Quartiersmanager Wolfgang Weier. Er verwies in diesem Zusammenhang auf zahlreiche Urteile, die fast ausnahmlos zugunsten der Kommune ausgingen. „Wer in der Innenstadt wohnt oder ein Geschäft besitzt, muss Bautätigkeiten in Kauf nehmen. Das zählt leider zu seinem Risiko als Unternehmer.“

Bundesweite Untersuchung hätten ergeben, so Wolfgang Weier, dass bei einer Baumaßnahme in der Regel Umsatzeinbußen von 50 bis 70 Prozent zu befürchten seien. Diese verbessern sich allerdings, wenn ein Quartiersmanagement eingesetzt wird, das als ausgleichendes Medium die verschiedenen Interessen moderiert und für gegenseitige Rücksicht eintritt. In diesem Fall seien die Umsatzeinbrüche laut dieser Untersuchung weit weniger gravierend und betragen etwa 30 bis 50 Prozent.

Das Quartiersmanagement hat in der Kaiserstraße eine Umfrage durchgeführt, deren Ergebnis zwar noch aussteht. Aber: „Die Tendenz für die Kaiserstraße geht was Umsatzeinbußen angeht eher in Richtung 20 bis 30 Prozent,“ so Weier. Und dabei beziehen sich diese 20 Prozent alleine auf den Handel. „Bei Dienstleistern wie Arztpraxen, Versicherungen und ähnliches tendiert der Umsatzeinbruch wohl eher gegen Null“, zieht Weier erste Schlüsse aus der Umfrage.

Noch nicht geklärt ist, wie die Möblierung der Kaiserstraße künftig aussehen wird. Die ursprünglich angedachten Farbbeton-Sets aus Pflanzkübel, Sitzgelegenheit, Abfallkorb im wilhelminischen Stil wurden verworfen. Jetzt soll es drei Möblierungsensembles auf der Ostseite der Kaiserstraße geben – aber ohne Pflanz-
kübel. Der Stadtrat wird noch entscheiden, wie genau diese Ensemble aussehen.

Übrigens: Was der Eichhornstraße der überdimensionale QR-Code, ist der Kaiserstraße ein Morse-Lichtband. Auf der Westseite ist neben dem schwarzen Leitsystem für Sehbehinderte ein Lichtband eingelegt, dessen Abstände folgenden Morsecode ergeben: „Würzburg – Welterbe – Weingenuss – Wohlgefühl“.

 

UP - Der Überblick

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4

90 Prozent reichen nicht

90 Prozent reichen nicht

Es ist wieder soweit: Die Pilze sprießen und ein schöner herbstlicher Spaziergang lässt sich mit einem leckeren Pilzmahl vebinden. Damit beim Pilze sammeln nichts schief läuft, lohnt ein Besuch bei Renate Schoor. Sie berät von August bis Ende Oktober über Steinpilz und Co. Denn beim Pilzesammeln...

Mehr >

Hell und offen für Workshops

Hell und offen für Workshops

Es tut sich was: Erst im vergangenen Jahr kam das „go“ für das ZDI. Im Frühjahr nächsten Jahres kann man schon in den Tower am Hubland einziehen und der helle, offene „Cube“ des Gründerlabors ist bis dahin ebenfalls bezugsfertig.

Mehr >

Rollrasen und mobile Bäume

Rollrasen und mobile Bäume

Nach gewonnenem Bürgerentscheid: Kardinal-Faulhaber-Platz für Landesgartenschau provisorisch begrünt.

Mehr >

Schweres Gerät und Nachtarbeit

Schweres Gerät und Nachtarbeit

In den Sommerferien wurde in der Kaiserstraße schweres Gefährt aufgefahren. Mitten in der Nacht ging es den alten Schienensträngen an den Kragen.

Mehr >
Website Realisation: CATLINE print & web | © UP Magazin 2016