UP Magazin

UPPositive Bilanz nach einem Jahr

Mobil und vernetzt

Die Mobilstation am Ulmer Hof mit Stele, Fahrradverleih und zwei Carsharing-Parkplätzen. Die Mobilstation am Ulmer Hof mit Stele, Fahrradverleih und zwei Carsharing-Parkplätzen. Stadt Würzburg

Vor etwa einem Jahr startete die Stadt Würzburg ihr Mobilitätskonzept, inzwischen gibt es neun Mobilstationen und 13 Leihstationen für Fahrräder. Leihrad, Carsharing und Straßenbahn sind perfekt vernetzt – eine erste Bilanz.

von Rainer Adelmann

Mobilstationen heißen die Knotenpunkte, an denen Straßenbahn, Carsharing und Fahrradverleih vernetzt sind. Im September vergangenen Jahres wurden die ersten Mobilstationen aus der Taufe gehoben, nachdem kurz vorher die ersten Fahrradverleihpunkte in Betrieb gegangen waren (wir berichteten). UP Magazin sprach mit Adrien Cochet-Weinandt vom Fachbereich Stadtplanung der Stadt Würzburg über die bisherigen Erfahrungen.

„Wir sind mit der Nachfrage beim Carsharing sehr zufrieden“, zieht Cochet-Weinandt nach dem ersten Jahr Bilanz. „Die Autos sind im Schnitt gut ausgelastet und bewegen sich bereits im Bereich einer wirtschaftlichen Nutzung.“

Grüne Stelen signalisieren: Hier ist eine Mobilstation. | Foto: Rainer AdelmannGrüne Stelen signalisieren: Hier ist eine Mobilstation. | Foto: Rainer AdelmannNeun Mobilstationen gibt es derzeit in Würzburg: Rathaus, Neubaustraße, Ulmer Hof, Haugerkirchplatz, Wagnerplatz, Pestalozzistraße, Sanderring, Arndtstraße und Hartmannstraße. Alle sind weithin durch die grüne Stele sichtbar. Auf ihr findet man eine Übersicht über die Mobilitätsangebote in der Nähe. Neben dem Carsharing komplettiert ein Fahrradverleih jede Mobilstation.

Am besten ausgelastet sind derzeit die Carsharing-Angebote am Haugerkirchplatz, Juliuspromenade/Ulmer Hof, Sanderring und am Wagnerplatz. Zwischen einem und zwei Carsharing-Parkplätze sind an jeder Mobilstation angelegt. Weil es am Wagnerplatz und am Sanderring so gut läuft, soll das Angebot dort von bisher einem auf zwei Autos erweitert werden, so Cochet-Weinandt.

Ende 2015 gab es acht Fahrradentleihpunkte, inzwischen ist die Zahl auf 13 angewachsen. Außer an den Mobilstationen gibt es zusätzlich vier weitere Fahrradverleihstationen in Würzburg: an der Alten Mainbrücke, am LGS-Eingang an der Talavera, am Barbarossaplatz und am Hauptbahnhof. Die Gesamtzahl der Fahrräder wurde mit Beginn der Saison 2016 von rund 40 auf etwa 70 erhöht.
Interessant habe sich der Bereich der Leihräder entwickelt, so Cochet-Weinandt. Zu Beginn standen jene Fahrten im Vordergrund, bei denen die Leihräder wieder an der ursprünglichen Station abgeben wurden – also offensichtlich vorzugsweise touristische Fahrten. Inzwischen werde die Mehrzahl der Räder aber an einer Station ausgeliehen und an einer anderen abgeben. Dies könnte ein Indiz dafür sein, dass sich die Nutzung der Leihräder in Richtung beruflicher Fahrten bewegt – beispielsweise um von seinem Zuhause zur Arbeit zu gelangen.

Cochet-Weinandt sieht dadurch seine Vorstellung bestätigt, dass dank der Erweiterung des Verleihnetzes und der Einbeziehung der Stadtteile der Fahrradverleih dazu genutzt wird, das Rad als Verkehrsmittel zwischen A und B einzusetzen. Nach den neuesten Statistiken sind die Fahrradverleihstationen am Barbarossaplatz, an der Talavera und am Hauptbahnhof diejenigen mit den höchsten Ausleihzahlen.

In Sachen Carsharing geht die Stadt Würzburg übrigens mit gutem Beispiel voran: Ein Leuchtturmprojekt der Stadt Würzburg beschäftige sich mit dem Fuhrparkmanagement, so Cochet-Weinandt. Bei der Fahrzeugbeschaffung werde künftig geprüft, wo man auf Elektrofahrzeuge umsteigen könne. Und: Dienstgänge sollen vorzugsweise zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit öffentlichen Verkehrsmitteln und erst bei weiterem Bedarf mit dem PKW erfolgen. Was die Fahrzeug-neubeschaffung betrifft, würden nicht gut ausgelastete Fahrzeuge zurückgestellt.

Stattdessen sehe das betriebliche Mobilitätsmanagement vor, dass sämtliche Mitarbeiter der Stadt das Carsharing zu dienstlichen Zwecken nutzen können. Eine Testphase mit rund 20 Mitarbeitern hat just begonnen, ab Oktober – so der Plan – haben dann alle städtischen Mitarbeiter Zugang zum Carsharing. Dann wird es auch eine eigene Carsharing-Flotte für die Stadt in der Marktgarage geben – mit mehreren Verbrennern und einem Elektroauto.

Der Zugriff auf diese Flotte ist während der Geschäftszeiten im Rathaus exklusiv für städtische Mitarbeiter vorgesehen. Außerhalb dieser Zeiten werden die Fahrzeuge im allgemeinen Carsharing für jedermann nutzbar sein. Städtische Mitarbeiter mit Dienstaccount können über ihren Chip das Carsharing auch privat nutzen – dann freilich auf eigene Rechnung.

Weitere Informationen zu den Mobilstationen:
www.wuerzburg.de/mobilstationen

 

UP - Der Überblick

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4

90 Prozent reichen nicht

90 Prozent reichen nicht

Es ist wieder soweit: Die Pilze sprießen und ein schöner herbstlicher Spaziergang lässt sich mit einem leckeren Pilzmahl vebinden. Damit beim Pilze sammeln nichts schief läuft, lohnt ein Besuch bei Renate Schoor. Sie berät von August bis Ende Oktober über Steinpilz und Co. Denn beim Pilzesammeln...

Mehr >

Hell und offen für Workshops

Hell und offen für Workshops

Es tut sich was: Erst im vergangenen Jahr kam das „go“ für das ZDI. Im Frühjahr nächsten Jahres kann man schon in den Tower am Hubland einziehen und der helle, offene „Cube“ des Gründerlabors ist bis dahin ebenfalls bezugsfertig.

Mehr >

Rollrasen und mobile Bäume

Rollrasen und mobile Bäume

Nach gewonnenem Bürgerentscheid: Kardinal-Faulhaber-Platz für Landesgartenschau provisorisch begrünt.

Mehr >

Schweres Gerät und Nachtarbeit

Schweres Gerät und Nachtarbeit

In den Sommerferien wurde in der Kaiserstraße schweres Gefährt aufgefahren. Mitten in der Nacht ging es den alten Schienensträngen an den Kragen.

Mehr >
Website Realisation: CATLINE print & web | © UP Magazin 2016