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UPNeues Nautiland liegt nach wie vor im Zeitplan

Nautiland 2.0

Eloxiertes Alublech verleiht der Fassade des neuen Freizeitbads einen warmen Gold-Messing-Ton. Das Dach wird aus Folie gearbeitet und farblich angepasst (hier das neue Nautiland in einer Visualisierung). Eloxiertes Alublech verleiht der Fassade des neuen Freizeitbads einen warmen Gold-Messing-Ton. Das Dach wird aus Folie gearbeitet und farblich angepasst (hier das neue Nautiland in einer Visualisierung). Fritz-Planung GmbH

Alles neu, nur der Name bleibt. Während Würzburgs neues Freizeit- und Wellnessbad mehr und mehr Form annimmt, ist sein Name bereits entschieden: Nautiland wird es heißen – so wie das alte. Und ab November – pünktlich zur kalten Jahreszeit – wird das schicke, hochmoderne Gebäude in Form eines Bumerangs, mit Schwimmbädern, Saunalandschaft, Wellness und Gastronomie den Besuchern zur Verfügung stehen.

Würzburgs neues Freizeit- und Wellnessbad nimmt Formen an: Der Baukörper lässt bereits erahnen, wie das neue Nautiland in wenigen Monaten, wenn es fertiggestellt ist, ausschauen wird. Man liegt weiterhin im Zeitplan, so Jürgen Athmer, Geschäftsführer der Würzburger Bäder GmbH, im Gespräch mit dem UP Magazin. Schon zu Baubeginn musste man den Zeitplan freilich um drei Monate nach hinten korrigieren, weil sich die Abbrucharbeiten aufwändiger gestalteten als vorgesehen.

Als Eröffnungstermin ist Anfang November dieses Jahres vorgesehen, so dass die Würzburger Bäder GmbH auf der einen Seite bereits die Wintersaison auf der Habenseite verbuchen kann und sich die Würzburger schon im nächsten Winter auf ihr schmuckes Freizeitbad samt Saunalandschaft und Wellnessbereich freuen können. Wenn möglich, so Jürgen Athmer, soll das Bad schon zwei Wochen vorher in einen Probebetrieb gehen, damit sichergestellt ist, dass ab der Eröffnung alles reibungslos klappt.

Nach den Abbrucharbeiten, die im Jahr 2017 begannen, folgte im Winter 2017/2018 der Rohbau. Die Grundfundamente mussten erstellt und Versorgungsleitungen wie Gas, Wasser und Strom, in Gräben installiert werden. Parallel dazu wurde sinnvollerweise gleich die Eisbahn mit angeschlossen. Diese Arbeiten dauerten bis Frühjahr 2018 an und im Anschluss konnte die Bodenplatte gegossen werden. Auch die ersten Wände ragten vom Kellergeschoss in den Himmel.

Der Bau des neuen Freizeitbads am Nigglweg schreitet zügig voran. Bereits gut erkennbar ist der extravagante Baukörper in Form eines Bumerangs. | Foto: Cornelia WagnerDer Bau des neuen Freizeitbads am Nigglweg schreitet zügig voran. Bereits gut erkennbar ist der extravagante Baukörper in Form eines Bumerangs. | Foto: Cornelia WagnerBei bitterkaltem Wetter im März wurde der Grundstein gelegt, es schlossen sich im April die Arbeiten am Wasserlandschaftsflügel an und auch die Saunaflügel wurden bereits vorbereitet. Über den Sommer kam eine Wand zur anderen, so dass im November vergangenen Jahres das Gebäude in seiner fertigen Kubatur sichtbar wurde. Es wurde mit einem Deckel versehen, Glasfenster wurden eingesetzt und der Bau winterfest gemacht.

Inzwischen ist der gesamte Gebäudekomplex inklusive der Saunaflügel dicht, Fassaden- und Fensterarbeiten wurden weitgehend abgeschlossen und die Arbeiten innerhalb des Gebäudes haben bereits begonnen. 60 Prozent der großen Wasseraufbereitungsanlage stehen bereits im Keller, Technik, Filteranlagen und Pumpen sind eingebaut. Die ersten Wände sind bereits verputzt und auch an den Trockenbauwänden sind die Arbeiter bereits dran. Momentan wird die abgehängte Heraklitdecke in der Schwimmhalle nach und nach installiert. Wöchentliche Baubesprechungen sorgen dafür, dass keine Engpässe entstehen und zügig weitergebaut werden kann.

Im Außenbereich sind vor der Eisbahn schon die ersten Parkplätze erkennbar. Der nächste Schritt wird das Anbringen der Fassadenverkleidung mit dem schönen Namen „Pearl beige“ sein. Wie die Fassade aus eloxiertem Alu-Blech später aussehen wird, kann man jetzt schon am neuen Eisbahngebäude begutachten. Es besitzt die gleiche Fassade, damit später ein einheitliches Bild entsteht.

Nicht ganz so reibungslos gestaltete sich die Namensfindung für das neue Freizeitbad samt Saunalandschaft. Insgesamt wurden rund 1100 Vorschläge beim Wettbewerb der Würzburger Bäder GmbH eingereicht, die alle zunächst intern gesichtet wurden. Doch so richtig überspringen wollte der Funke bei der Jury nicht.

Unter den Vorschlägen befanden sich Kuriositäten wie „Dalle in der Halle“ – ein Name den der Bäder-Chef zwar als cooles Wortspiel ansieht, der aber für auswärtige Besucher bestenfalls nichtssagend, wenn nicht gar verwirrend gewesen wäre.

Öfter genannt wurde der Begriff „Herbipolis“, also der alte lateinische Name für Würzburg. „Auch das wäre sehr erklärungsbedürftig gewesen“, so Jürgen Athmer. „Und man muss bedenken, dass sich unsere Mitarbeiter mit diesem Namen am Telefon melden müssen. Ein Name, der nicht verständlich und klar ist, wäre dabei sehr ungünstig.“

In eine ähnliche Kategorie fällt der Vorschlag „Zellamare“, in Anlehnung an das bestehende Bad Sandermare in der Zellerau . „Ein Nicht-Würzburger kann damit nicht viel anfangen, weil er den Stadtteil nicht kennt“, so Athmer. „Wahrscheinlich würde er es eher mit Zell am See in Verbindung bringen als mit Würzburg.“

In die nähere Auswahl kam der Name „Festungsbad“. Doch auch hierzu gab es unterschiedliche Stimmen: „Die einen meinten es passt zur Festung, für die anderen hörte es sich zu sehr nach einer Justizvollzugsanstalt an.“ Zwei Begriffe fand Jürgen Athmer persönlich sehr gut: Zum Einen der Vorschlag „Wü2O“, zum Anderen die Abkürzung „Maliba“ für MainLiebstesBad. „Das hört sich zwar zunächst ungewohnt an, hätte sich aber wahrscheinlich nach mehrmaligem Hören bei den Besuchern etabliert“, so Jürgen Athmers Meinung.
Sein persönlicher Favorit war aber „Frankenperle“. „Darauf hätte man auf Marketingbasis gut arbeiten können. Zum Beispiel mit dem Bild einer Perle aus einer Muschel.“ Doch auch hier gab es Kritik aus der hausinternen Jury: Es höre sich zu sehr nach einer Sektmarke an. „Der große Wurf war jedenfalls nicht dabei“, so Athmer im Rückblick.

Das befand auch das Komitee, das zur weiteren Entscheidung im Rathaus tagte, unter anderem mit Oberbürgermeister Christian Schuchardt und Aufsichtsratsmitgliedern der Würzburger Bäder GmbH. Nach langer Beratung blieben zwar Wü2O, Maliba und Festungsbad übrig, aber das Gremium konnte sich nicht einigen: zu knapp fielen die Ergebnisse aus.

Also musste eine erneute Abstimmung her: Über die Medien und online sollten die Würzburger Bürger nochmals ihre Meinung kundtun. Und weil der Oberbürgermeister der Meinung war, womöglich würde das Bad im Volksmund sowieso wieder Nautiland genannt, landete auch der alte Name im Abstimmungstopf.

Und tatsächlich: Mit rund 67 Prozent der Stimmen – sowohl online als auch per Postkarte – wurde der Name Nautiland  für das neue Freizeitbad gewählt. Womit Jürgen Athmer durchaus zufrieden ist: „Dadurch wurde jedem die Möglichkeit gegeben, sein Veto einzureichen. Dies ist nicht passiert und so gibt nur wenige Kritiker.“

Für die Würzburger hat es seiner Meinung nach den Vorteil, dass man keinen alten Namen im Kopf hat und dass man sich ohnehin bereits mit dem Namen identifiziert hat. Der Nachteil für auswärtige Besucher ist freilich, dass man nicht schon am Namen erkennt, dass es sich um ein neues Bad handelt. Im nächsten Schritt wird nun das Gesamtkonzept mit dem neuen Namen aufbereitet. Logo und Flyer werden neu gestaltet und möglicherweise gibt es sogar ein Nautiland- Maskottchen.

 

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