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UPAb 2020 soll neues Bismarckquartier am Bahnhof entstehen.

Quartier nimmt Konturen an

Ein Blick von Osten nach Westen in der Bismarckstraße - am Ende das Posthochhaus,  das eine Sanierung erfahren wird. Hier der Vorschlag des Architekturbüros „Rapp+Rapp“. Ein Blick von Osten nach Westen in der Bismarckstraße - am Ende das Posthochhaus, das eine Sanierung erfahren wird. Hier der Vorschlag des Architekturbüros „Rapp+Rapp“. Rapp+Rapp

Bismarckquartier nennt sich künftig das Areal der alten Posthalle am Bahnhof. Ein städtebaulicher Wettbewerb für das Gelände ergab zwei Gewinner – Ende April fällt die Entscheidung. UP Magazin sprach mit Niko Rotschedl, Geschäftsführer der bismarckquartier GmbH, über die beiden Vorschläge und den Zeitplan.

von Rainer Adelmann

Gleich zwei Gewinner gab es beim städtebaulichen Wettbewerb für das Posthallen-Areal neben dem Hauptbahnhof, das künftig Bismarckquartier heißen soll. UP Magazin sprach mit Niko Rotschedl, einem der beiden Geschäftsführer der Würzburger Beethovengruppe, deren Projektentwicklungsgesellschaft bismarckquartier GmbH Eigentümer des Geländes ist.

Eine endgültige Entscheidung darüber, welche der beiden Planungen letztlich in die Umsetzung geht, wird Ende April erfolgen, so Niko Rotschedel. Wann genau freilich mit Abriss und Neubebauung begonnen werden kann, hängt vom Verlauf des Bebauungsplanverfahrens ab.

Zur Zeit geht man bei der bismarckquartier GmbH davon aus, dass 2020 mit dem einjährigen Abriss begonnen werden kann. Bis spätestens 2026 könnten dann die Arbeiten komplett beendet sein – einschließlich der Sanierung des ehemaligen Posthochhauses.

Denn das Posthochhaus ist der einzige Teil des Areals, der bestehen bleibt – freilich mit einer grundlegenden Sanierung verbunden. Die jetzigen Mieter im Hochhaus, wie Bundespolizei, Bayerischer Rundfunk oder Bosch Rexroth werden vorher in die neuen Bauten des Bismarckquartiers umziehen. Das heißt: In das sanierte Hochhaus ziehen neue Mieter ein, möglicherweise auch ein Hotel.

Geplant sind insgesamt zwei Hotels für das Areal, so Niko Rotschedl. Derzeit werde geprüft, ob es Sinn mache, eines der Hotels im Hochhaus unterzubringen und dafür mehr Büroflächen in den Neubauten anzulegen. Im Gespräch sei man mit der InterContinental Hotels Group. Zwei Marken der Hotelkette kämen für Rotschedl in Frage: Holiday Inn Express sowie Hotel Indigo aus der Boutiquehotel-Sparte. Angedacht sind insgesamt rund 400 Zimmer sowie Konferenzräume, deren Vorteil in der Nähe zum Bahnhof liegt.

Ein Blick von Osten nach Westen in der Bismarckstraße - am Ende das Posthochhaus,  das eine Sanierung erfahren wird. Hier der Vorschlag der Architektengemeinschaft „Baumschlager Eberle“.Ein Blick von Osten nach Westen in der Bismarckstraße - am Ende das Posthochhaus, das eine Sanierung erfahren wird. Hier der Vorschlag der Architektengemeinschaft „Baumschlager Eberle“.Wie zügig es mit Abriss und Neubau vorangeht, liegt auch daran, was bei den ersten Geländearbeiten zu Tage tritt. Im Osten liegt das Wasserschutzgebiet der Bahnhofsquellen, im Westen des Areals wurde nach dem Krieg jede Menge Kriegsschutt verfüllt. Derzeit stehen noch vorbereitende Arbeiten an: Sondierungsbohrungen müssen unternommen werden und Aufschlüsse sollen Informationen zum Untergrund erbringen.

Das gesamte Gelände wird auf Straßenniveau gebracht, das heißt, es wird kein Parkhochdeck mehr geben. Der gesamte Parkverkehr wird in eine Tiefgarage von rund 1500 Plätzen geleitet. Ebenerdig werden lediglich Versorgungsfahrzeuge erlaubt sein. Die Parkplätze in der Tiefgarage stehen den Anwohnern zur Verfügung, es werden aber auch öffentliche Plätze ausgewiesen.

Für den Harfentunnel bedeutet die Nivellierung auf die Höhe der Bismarckstraße, dass der erste Teil des Tunnels komplett verschwindet, denn er wird schlicht nicht mehr benötigt. Ebenerdig geht es von der Bismarckstraße gleich zum jetzigen zweiten Teil des Tunnels, der unter den Schienen nach Norden in Richtung Weinberge führt. Somit fällt der berüchtigte Knick im Harfentunnel weg, der ihn zum Angstraum macht, weil man das Ende des Tunnels nicht sieht.

Die Zufahrt zum Bismarckquartier wird im Norden des Areals erfolgen. Um die Harfenstraße attraktiver zu gestalten und zu verbreitern, steht die bismarckquartier GmbH derzeit in Verhandlungen mit der Deutschen Bahn, besser gesagt mit DB Netz und DB Regio, die Eigentümer von Flächen entlang der Harfenstraße sind. Die Unterführung an der Rotkreuzstraße wurde schon vor Jahren verbreitert, als man noch von einem Einkaufszentrum am Bahnhof ausging.

Egal für welchen Siegerentwurf sich die bismarckquartier GmbH entscheidet: Sowohl Abriss als auch Neubau werden im Westen des Areals an der Schönleinstraße begonnen und dann sukzessive nach Osten in Richtung Bahnhof ausgeführt. Der Vorschlag des Architekturbüros „Rapp+Rapp“ lässt die Bebauung sowohl von Süden nach Norden, als auch von Westen nach Osten ansteigen, um das Hochhaus in die Quartiersbebauung zu integrieren. Das Konzept der Architekten-Gemeinschaft „Baumschlager Eberle“ legte besonderen Wert darauf, das Quartier als eine bauliche Einheit darzustellen.

Beiden Vorschlägen ist gemein, dass sie viel Grün beinhalten – im Gegensatz zur jetzigen Fläche, die nahezu komplett versiegelt ist. Beiden ist freilich auch gemein, dass sie nach den Wünschen der bismarckquartier GmbH nochmals überarbeitet werden müssen.

So soll beispielsweise die Lärmabschottung zu den Bahngeleisen hin verbessert werden, die Erschließung der Tiefgarage in beiden Vorschlägen optimiert werden, sowie die Höhenentwicklung nochmals geprüft werden. Die Nutzung des künftigen Bismarquartiers liegt in erster Linie in Wohnraum und Büros, auch die Nahversorgung mit einem Lebensmittelmarkt ist vorgesehen.

Warum das Bismarquartier voraussichtlich erst gegen 2026 komplett fertiggestellt sein wird, liegt laut Niko Rotschedl übrigens nicht an der Finanzierung, sondern an den Kapazitäten der Baufirmen. Wegen der Engpässe im Mitarbeiterbereich des Baugewerbes könne selbst ein großes deutsches Bauunternehmen ein Projekt dieser Größe nur Abschnitt für Abschnitt bauen, so Niko Rotschedl.

 

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