UP Magazin

UPGelände am Bahnhof entwickelt sich weiter

Stifter statt Investoren

Noch gibt es keine konkrete Planung, diese Visualisierung verdeutlicht Umfang und Lage des Baukörpers der neuen Multifunktionsarena für Würzburg. Noch gibt es keine konkrete Planung, diese Visualisierung verdeutlicht Umfang und Lage des Baukörpers der neuen Multifunktionsarena für Würzburg. AS+P Albert Speer + Partner GmbH

Seit etlichen Jahren auf dem Wunschzettel: Jetzt soll eine Stiftung für die Finanzierung einer neuen Multifunktionsarena für Würzburg sorgen. Somit geht die Entwicklung des Geländes an den Bahngeleisen weiter – auch Hotel und ein neues Parkhaus nehmen Konturen an.

von Rainer Adelmann

Es war der Stadt eine eigene Pressekonferenz wert und das Medieninteresse war groß. Bis in das überregionale Magazin Focus hat es die Nachricht geschafft, dass Würzburg nun endlich eine neue Halle bekommen soll. Richten soll es ein Gebilde, dessen wichtigster Dreh- und Angelpunkt eine Stiftung ist.

Eine Stiftung, in die bereits namhafte Würzburger Geschäftsleute wie s. Oliver Gründer Bernd Freier und BVUK-Inhaber Michael Reizel ebenso namhafte Beträge einbezahlt haben. Auch Gerold Bader, Geschäftsführer der Bader Wohnbau GmbH, ist mit im Boot, der das Gelände an der Grombühlbrücke einbringt.

Gegründet wurde die so genannte Zukunftsstiftung Würzburg im März dieses Jahres mit dem Ziel, dass Würzburger Geschäftsleute aber auch Bürger mehr gesellschaftliche Verantwortung für die Stadt und ihre Menschen übernehmen, erläuterte Thomas Oehler, Geschäftsführer der Arena Würzburg Projektgesellschaft mbH & Co KG. Das heißt, die gemeinnützige Stiftung erfüllt insgesamt einen breiten Förderzweck, dessen erstes Großprojekt die Errichtung der neuen Multifunktionsarena für Würzburg sein soll.

Neben der Stiftung gibt es die bereits genannte Arena Würzburg Projektgesellschaft, die alleine für den Bau der Halle zuständig zeichnet und deren 100-prozentiger Gesellschafter wiederum die Zukunftsstiftung ist. Für den Betrieb der Halle ist zudem eine Betreibergesellschaft verantwortlich, die die Räumlichkeiten anmietet und deren Überschüsse zurück in die Stiftung fließen sollen. Es ergibt sich also folgendes Dreiergestirn: die Zukunftsstiftung sorgt für die Baufinanzierung, Aufgabe der Arena Würzburg Projektgesellschaft ist der Bau der Halle und eine Betreibergesellschaft übernimmt den operativen Betrieb der Multifunktionsarena.

Als Knackpunkt bei vergleichbaren Arenen in anderen Städten hat sich bisher oft der Betrieb dargestellt. Durch das Geschäftsmodell über die Stiftung sei die Höhe der Pacht aber „überschaubar“, so Thomas Oehler. Eine Betreibergesellschaft könne daher sicherlich den eigenen Betrieb erwirtschaften, so Oehler weiter. Etwaige Überschüsse fließen zurück in die Zukunftsstiftung, die dann gemeinsam mit der Stadt entscheide, wie diese eingesetzt würden. Oehler verglich dieses Prinzip mit einem Bäcker, der die Backstube gestellt bekomme und nur noch seine Ware verkaufen müsse ohne Darlehen bedienen zu müssen.

Ein Blick von der Grombühlbrücke in östliche Richtung auf das Gelände, das für eine neue, moderne  Multifunktionsarena zur Verfügung steht. Eine Stiftung soll die Finanzierung ermöglichen. | Foto: Rainer AdelmannEin Blick von der Grombühlbrücke in östliche Richtung auf das Gelände, das für eine neue, moderne Multifunktionsarena zur Verfügung steht. Eine Stiftung soll die Finanzierung ermöglichen. | Foto: Rainer AdelmannVorgesehen ist die Halle auf dem Platz östlich der Grombühlbrücke. Die Planer rechnen damit, dass bereits in der zweiten Jahreshälfte 2018 Planungsrecht geschaffen ist und womöglich noch 2018 mit dem Bau begonnen werden kann. Somit könnte 2020/2021 bereits die Multifunktionsarena bespielbar sein. Sie soll 6.000 Zuschauern bei bestuhltem Betrieb wie Basketball- oder Handballspielen Platz bieten. Bei unbestuhltem Betrieb wie Konzerten erhöht sich die Kapazität auf 7.500 Plätze. Oehler rechnet mit über 100 Veranstaltungen pro Jahr, wie Sportveranstaltungen, Kulturveranstaltungen, Tagungen, Messen und TV-Events. Mit möglichen Nutzern sei man in engem Kontakt, um die Funktionalität der Halle von Beginn an zu perfektionieren.

Stadtbaurat Prof. Christian Baumgart sieht in der Lage der neuen Arena den größten Pluspunkt. „Im Umkreis der Halle liegen fünf Straßenbahnhaltestellen und mehr als ein Dutzend Bushaltestellen.“ Und: Durch die Nähe zum Bahnhof ist die Multifunktionsarena auch aus weiterem Umkreis bequem zu erreichen. Mit dem neuen Parkhaus, das das alte am Quellenbachparkhaus ersetzt, beträgt die Zahl der Parkplätze im Umgriff der Halle 2500. Weitere 400 Stellplätze soll ein Parkhaus direkt an der Arena bringen. Als weiteren Pluspunkt vermerkt Prof. Baumgart, dass die jetzige s.Oliver Arena in der Sanderau verstärkt für den Breiten- und Schulsport genutzt werden kann.

Oberbürgermeister Christian Schuchardt sieht in der neuen Multifunktionsarena einen wesentlichen Stadtbaustein für Würzburg verwirklicht, und zwar „mit einer Ausstrahlung in die Region“. Durch die Lage in Bahnhofs- und Innenstadtnähe sei diese Halle vergleichbaren Projekten in anderen Städten überlegen. Beteiligen will sich die Stadt an den Investitionskosten, aber nicht an den Betriebskosten.

Das heißt: Es soll ein Zuschuss zu den Baukosten erfolgen, wobei auch hier war von einem namhaften Betrag die Rede war, der freilich nicht auf einmal, sondern auf einen längeren Zeitraum verteilt fließen soll. Noch nicht exakt zu beziffern sind die Baukosten, Thomas Oehler rechnet aber mit einer Summe, die sich um 30 Millionen Euro bewegt.

Auch im Umfeld der Halle, sprich zwischen Hauptbahnhof und Grombühlbrücke geht die Entwicklung weiter. Im Gespräch mit dem UP Magazin erläuterte Gerold Bader, Geschäftsführer der Bader Wohnbau GmbH, den derzeitigen Stand der Planungen für ein Hotel am Bahnhof und das neue Parkhaus, das das alte, in die Jahre gekommene Quellenbachparkhaus ersetzen soll.

Zwischen Quellenbachparkhaus und Bahngeleisen entsteht zunächst das neue Parkhaus auf dem jetzigen ICE-Parkplatz. Danach wird das Quellenbachparkhaus abgerissen und die darunter liegende Pleichach renaturiert. | Foto: Rainer AdelmannZwischen Quellenbachparkhaus und Bahngeleisen entsteht zunächst das neue Parkhaus auf dem jetzigen ICE-Parkplatz. Danach wird das Quellenbachparkhaus abgerissen und die darunter liegende Pleichach renaturiert. | Foto: Rainer AdelmannIn einer früheren Ausgabe hatte das UP Magazin bereits über die Planungen für das Hotel am Bahnhof berichtet. Damals hatte die Stadt noch nicht entschieden, ob das Quellenbachparkhaus erhalten werden soll oder nicht. Inzwischen ist der Abriss des Quellenbachparkhauses beschlossene Sache, die Planungen wurden dementsprechend angepasst.

Das Quellenbachparkhaus steht über dem Trog der Pleichach. Nach seinem Abriss kann die Pleichach renaturiert werden. Das neue Parkhaus soll auf dem Gelände zwischen Pleichach und der Bahnlinie entstehen, das bisher als ICE-Parkplatz fungierte. Damit zwischenzeitlich keine Parkplätze verloren gehen, soll das alte Parkhaus erst abgerissen werden, wenn das neue Parkhaus mit rund 1000 Stellplätzen zur Verfügung steht.

Gleichzeitig mit dem Bau des neuen Parkhauses, so Gerold Bader, soll das neue Hotel östlich des Bahnhofs entstehen, das nach derzeitigem Stand der Dinge 220 Zimmer beherbergt. Im Gegensatz zur ursprünglichen Planung mit Erhalt des Quellenbachparkhauses, ist der Baukörper des Hotels nun mehr in Richtung Bahnhof orientiert und beinhaltet einen großzügigen Vorplatz zur An- und Abfahrt.

Die Hotellobby samt Cafeteria und Frühstücksraum erstreckt sich über zwei Etagen mit einer Raumhöhe von 6,40 Metern. Aus dem Parkhaus kann man trockenen Fußes in die Lobby gehen. Die Hauptzufahrt zum Parkhaus erfolgt über die Ostseite, die Hotelgäste können aber auch von der Westseite aus hinter dem Hotel in das Parkhaus einfahren. Bei der Renaturierung entschied man sich aus Sicherheitsgründen für eine Troglösung. Das heißt: Die Pleichach wird zwar neu angelegt und begrünt, aber das Ufer nicht begehbar sein.
Bis Mitte nächsten Jahres soll das Baurecht für Hotel und Parkhaus geschaffen werden. Wenn alles klappt, würde im ersten Schritt Ende 2018 mit dem Bau des neuen Parkhauses begonnen werden. Parallel dazu liefe der Bau des Hotels – Bauzeit rund 16 bis 18 Monate. Das heißt, das Parkhaus könnte im Herbst 2019 und das Hotel im Frühjahr 2020 in Betrieb gehen.

 

UP - Der Überblick

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4

Landausflug

Landausflug

Was für eine Statistik: Von 29 im Jahr 2000 hat sich die Zahl der Anlegungen von Kreuzfahrtschiffen auf einem hohen Niveau von etwa 1000 Anlegungen jährlich eingependelt. Die schicken Kreuzfahrtschiffe beleben das Stadtbild – ein wirklich großer Wirtschaftsfaktor sind sie im touristischen Vergleich eher nicht.

Mehr >

Freistaatlicher Besuch

Freistaatlicher Besuch

Bestes Frühlingswetter umrahmte die Eröffnungsfeier zur Landesgartenschau 2018 auf dem Hubland. Und viel Lob kam aus der Landeshauptstadt: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder gab sich die Ehre und sah die Fördergelder des Freistaates „gut angelegt“.

Mehr >

Wo die Ideen fliegen lernen

Wo die Ideen fliegen lernen

Der „Cube“ auf dem Gelände der Landesgartenschau ist ein echter Hingucker. Er ist Teil des ZDI Mainfranken und bleibt natürlich auch nach der Gartenschau erhalten. UP Magazin traf sich kurz vor Fertigstellung des beeindruckenden Gebäudes mit Klaus Walther, Projektleiter des ZDI Mainfranken, vor Ort.

Mehr >

Akzeptanz ohne Kaugummi

Akzeptanz ohne Kaugummi

Nach rund drei Jahren Bauzeit wurde die grundlegend sanierte Kaiserstraße offiziell „wiedereröffnet.“ Oberbürgermeister Christian Schuchardt lobte die neue Kaiserstraße als moderne Flanier- und Geschäftsmeile - und ärgerte sich über Kaugummis auf dem frisch verlegten Straßenbelag.

Mehr >
Website Realisation: CATLINE print & web | © UP Magazin 2016