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UPZertifizierte Yogalehrerin: Yoga ist weder Fitnessprogramm noch Esoterik

Wahres Yoga

Wahres Yoga Rainer Adelmann

Yoga ist weder eine Religion, noch ist es Esoterik, noch ist es ein Fitnessprogramm. Aber es ist seit einigen Jahren „in“. UP Magazin sprach mit Uta Böttcher, qualifizierter Yogalehrerin mit Krankenkassen-Zulassung und zertifizierter Yogalehrer-Ausbilderin, über das, was Yoga wirklich ist.

Bis vor nicht allzu langer Zeit war Yoga irgendeine fernöstliche Weisheit, unter der sich kaum jemand etwas vorstellen konnte. Seit einigen Jahren freilich ist Yoga absolut „in“, etliche Yogaschulen schossen wie Pilze aus dem Boden. Dazu tauchten jede Menge neue Yoga-Richtungen auf, von denen so manche mit Yoga kaum etwas zu tun haben und eher einem Fitness-Programm oder einer Esoterik-Übung gleichen.

UP Magazin sprach mit Uta Böttcher, einer qualifizierten Yogalehrerin, die Ihre Ausbildung bei der AYA (American Yoga Alliance) absolviert hat. Die AYA ist der größte Yogaverband der Welt, mit dessen Zertifikaten man weltweit als Yogalehrer anerkannt ist.

Uta Böttcher besitzt sowohl das Zertifikat Registered Yoga Teacher (RYT500), das jährlich erneuert wird und ständige Fortbildung bedingt, als auch das Zertifikat Experienced Yogateacher (E-RYT200), was eine Erfahrung von mehr als 1000 Stunden als Yogalehrer zugrunde legt, sowie die YACEP Zertfizierung, die zur Ausbildung von Yogalehrern befähigt. Zudem besitzt sie die Krankenkassenzulassung und ihre Kurse werden bezuschusst.

„Es scheint ja sehr viele Arten von Yoga zu geben“, beschreibt Uta Böttcher. „Aber es gibt es nur ein Yoga, und das hat als Gundlage das Yoga Sutra des Patanjali. Das Ziel und was Yoga kann, ist hier sehr gut beschrieben.“ Patanjali war ein indischer Gelehrter, der zwischen dem 2. und 4. Jahrhundert nach Christus gelebt hat und mit seinen Schriften die Basis des Yoga festgehalten hat.

Fotos: Rainer AdelmannFotos: Rainer Adelmann„Yoga selbst ist allerdings schon viel älter als die Schriften, nämlich rund 5.000 Jahre. Ursprünglich entstand Yoga aus der Frage, warum Menschen selbst dann leiden, wenn Ihre Bedürfnisse gedeckt sind. Yoga beruht auf einer exakten Beobachtung und Analyse des menschlichen Verhaltens und bietet Vorschläge zur Vermeidung unserer typischen Schwierigkeiten.“ Demnach hat Yoga also weder etwas mit einer Religion zu tun, wie viele meinen, noch ist es Esoterik. Es ist aber auch kein Fitnessprogramm, bei dem es darauf ankommt, sich auszupumpen und möglichst schwierige Verrenkungen zu absolvieren.

„Yoga ist ein achtstufiger Weg. Und nur eine Stufe davon sind die Körperübungen, die im Yoga Asanas genannt werden“, erläutert Uta Böttcher. „Und weil die meisten da einfach hängen bleiben, scheint Yoga eine Art Sport zu sein.“

„Tatsächlich sind die ersten beiden Stufen des Yoga-Weges der Umgang mit sich selbst und mit seiner Umwelt“, beschreibt die Yogalehrerin weiter. „Dazu gehört übrigens nicht, dass man Vegetarier sein muss, wie viele etwa glauben. Man soll das herausfinden, was für einen selbst gut ist – und davon nicht zu viel. Das kann vegetarische Ernährung sein, oder auch nicht.“ Die dritte Stufe sind erst die Körperübungen, die Asanas, die mit der vierten Stufe – der Atmung – verbunden werden. Die Asanas helfen dem Körper zur Ruhe zu kommen und im Jetzt zu sein. Denn während der Übungen ist man viel zu beschäftigt, um an etwas anderes zu denken. Der Geist kommt also zur Ruhe.

Die Stufen fünf bis acht sind Stufen der Meditation, also der Versenkung bis hin zur universellen Erkenntnis. „In diesem Zustand ist man mit der Welt verknüpft, es behelligt einen nichts mehr und man  erlangt eine Art Grundverständnis für die Verbindung mit der Welt. Das kann man durch Meditation schaffen, es nichts Rätselhaftes oder Religiöses dabei. Es ist ein Zustand, den wahrscheinlich jeder schon einmal hatte, wenn er entspannt und glücklich war. Darum geht es letztlich im Yoga: Um Entspannung und Glück. Dass man dabei durch die Körperübungen fit und beweglich bleibt, ist ein guter Nebeneffekt.“

Uta Böttcher unterrichtet schon seit zehn Jahren Yoga, seit drei Jahren besitzt sie die Krankenkassenzulassung. Vergangenes Jahr erlangte sie das Zertifikat zur Aus- und Weiterbildung von Yogalehrern nach dem hohen Standard der AYA. Nun folgt der nächste Schritt: die Eröffnung einer zertifizierten Yogaschule.

Die Ausbildung der Yogalehrer findet an zwölf Wochenenden statt, dauert ungefähr eineinhalb Jahre und richtet sich an denjegen, der Yogalehrer werden will, aber auch an alle, die ihr Yogawissen und –können vertiefen wollen. Jedes Wochenende beschäftigt sich mit einem Thema, das abgeschlossen ist und das auch einzeln gebucht und als Fortbildung genutzt werden kann. Die ersten 100 Stunden sind die Yoga-Basics Ausbildung, man erhält einen Grundeinstieg in die Yoga-Philosophie und lernt die wichtigsten Asanas so weit, dass man sie auch bei anderen korrigieren kann.

„Meine Spezialität ist, die Yoga-Philosphie in die modernen Naturwissenschaften zu übersetzen. In den zweiten 100 Stunden betrachten wir unter anderem, wie die alten Yogis vor 5000 Jahren unseren Körper gesehen haben.“ Am Ende stehen nach theoretischer und praktischer Prüfung das RYT-200 Zertifikat und man kann sich als zertifizierter Yogalehrer bei der AYA eintragen lassen.

Weitere Informationen unter www.yogalotos.de

 

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